Trainingscomeback nach neun Monaten

Ribéry ist zurück in der Familie

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„Niemand kann ihn ersetzen“: Thiagos Worte sind Balsam für Riberys Seele. 

München - Neun Monate hat es gedauert, jetzt ist Franck Ribery endlich zurück im Teamtraining des FC Bayern. Seine Kollegen freuen sich - und bremsen Kinglsey Coman aus.

Es gab nicht viele Zeugen, weil das Training des FC Bayern am Mittwoch nicht öffentlich war. Aber Thomas Müller hat es mit eigenen Augen gesehen. „Ich habe ihn extra persönlich begrüßt, weil mir aufgefallen ist, dass er wieder da ist“, sagte der Nationalspieler über das Trainingscomeback seines Kollegen Franck Ribery. Zwar kommen aus dem Mund von Thomas Müller gerne auch mal ein paar Scherze – bei dieser Thematik aber verzichtete sogar er auf Ironie. Es war die Wahrheit: Franck Ribery ist 266 Tage nach seinem letzten Spiel zurück im Team des FC Bayern.

„Das ist ein super Tag für mich, sehr emotional“, sagte der Franzose nach dem Training, an dem er rund eine Stunde teilnehmen konnte. Aufwärmen, im Kreis spielen – all das geht nach knapp einem Dreivierteljahr im Kraftraum und in Laufschuhen schon wieder. Auf das abschließende Spiel musste er vor den Augen seiner Ehefrau Wahiba, seines Bruders Steeven und seines Cousins Matthieu zwar noch verzichten. Aber es sei „ein gutes Gefühl, zurück bei der Mannschaft“ zu sein“, sagte Ribery. Zurück in seiner zweiten Familie. Endlich.

Schritt für Schritt will Ribery nun das Pensum steigern, um womöglich noch 2015 sein Comeback nach neunmonatiger Verletzungspause zu geben. Schon vor einigen Tagen hatte er das kommende Heimspiel in eineinhalb Wochen gegen den FC Ingolstadt als möglichen Zeitpunkt für eine Rückkehr angegeben. Das Spitzenspiel am Samstag bei Borussia Mönchengladbach kommt definitiv noch zu früh.

Von sehr ausgelassener Stimmung beim 32-Jährigen berichteten die Teamkollegen beim Sponsorentermin mit „Gigaset“, der im Anschluss an das erste Training der Woche in der FC Bayern Erlebniswelt stattfand. „Man konnte ihm ansehen, wie froh er war, dass er wieder ein Teil des Teams ist. Das ist das, was er seit Monaten fühlen wollte“, sagte Xabi Alonso. Ribery selbst erinnerte sich an seinem ersten Tag im Kreise der Kollegen noch mal an die Zeit, die hinter ihm liegt. „Ein schwere Situation“ sei es gewesen, weil er noch nie eine vergleichbare Verletzung gehabt habe: „Aber so ist Fußball, so ist das Leben. Es ist wichtig, dass du den Kopf immer oben hast und hart arbeitest“, sagte er bei fcb.tv.

Thiago: "Franck ist Teil der Geschichte"

Es gab Phasen, in denen Ribery seinen Optimismus verloren hatte, das ist bekannt. Erst im Oktober, weit nach der Sommerpause, in der er eigentlich mit einem Comeback geliebäugelt hatte, schlug die Therapie am chronisch entzündeten Sprunggelenk an. Mit stetigen Trainingsfortschritten – schon die Verbesserungen vom Kraftraum auf den Rasen sowie vom Lauf- in den Fußballschuh sah er als Meilensteine – wurde auch die Laune des Flügelflitzers besser. Alonso hofft nun wie der Rest der Mannschaft, dass er „schnell wieder der Alte wird, der beste Franck, den wir kennen“. Der Spanier, zwei Jahre älter als Ribery, sieht das fortgeschrittene Alter nicht als Hindernis: „Er wird wieder ganz zurückkommen“.

Dass auf Riberys Platz im linken Mittelfeld inzwischen Kingsley Coman wirbelt, macht die Aufgabe aber nicht unbedingt leichter. Zumal der 19-Jährige in der Sport Bild angekündigt hat, gerne länger als die beiden Jahre, die er von Juventus Turin ausgeliehen ist, bei Bayern zu bleiben. Riberys Landsmann gab aber auch zu, noch viel arbeiten zu müssen, „um sein Niveau zu erreichen. Ich bin noch nicht so weit, aber irgendwann wäre ich gerne der neue Ribery.“

Thiago wirbelte bei diesem Thema sofort ab. „Franck ist Teil der Geschichte – einer der besten Spieler, die je in diesem Klub waren. Niemand wird ihn ersetzen können“, sagte er. Die ganze Mannschaft werde „alles dafür tun, damit er sich wieder richtig gut fühlt“.

Am Mittwoch konnte der Spanier dabei noch nicht helfen, denn er selbst muss sich nach seiner Kapselverletzung im Knie noch ein wenig gedulden. Auch er aber will kommende Woche ins Training einsteigen – „und in diesem Halbjahr noch spielen.“ Am besten gemeinsam mit Ribery. Und vor 75 000 Augenzeugen in der Allianz Arena.

Hanna Schmalenbach

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