Aufarbeitung nach Heimpleite

„Am Ende immer tödlich“: Lücke aus dem Eintracht-Spiel ärgert FCB-Trainer Nagelsmann sehr

Beim FC Bayern tut sich plötzlich eine Lücke auf - Frankfurt nutzt die Raumaufteilung und markiert den Siegtreffer
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Beim FC Bayern tut sich plötzlich eine Lücke auf - Frankfurt nutzt die Raumaufteilung und markiert den Siegtreffer.

Eintracht Frankfurt macht der Bundesliga vor, wie man die „Super-Bayern“ von Julian Nagelsmann überlisten kann. Der neue FCB-Trainer hat nun Sorgenfalten auf der Stirn.

München – Für einige Beobachter war das 2:1 von Eintracht Frankfurt in München (Noten der FCB-Profis) eine „Sensation“. Klar, die bis dahin sieglosen Hessen haben ihre Sache gut gemacht. Aber dass die Bayern zum ersten Mal ein Pflichtspiel unter Julian Nagelsmann verloren haben, lag vor allem an ihnen selbst. „Niederlagen schmerzen immer. Die ebenfalls. Zum einen, weil es die erste war und zum anderen war sie total vermeidbar“, stellte der Cheftrainer klar.

Einer der Gründe für die erste Pleite seit November 2019 (1:2 gegen Leverkusen) in der Allianz Arena: die schwache Chancenverwertung. Eigentlich waren die Münchner so dominant wie in den vergangenen Spielen. Doch vorne wollte die Kugel einfach nicht mehr als einmal ins Tor. Superstürmer Robert Lewandowski, Serge Gnabry oder Leroy Sané vergaben Riesen-Möglichkeiten. „Wenn wir das 2:1 machen, dann kann es auch 3:1 ausgehen oder 4:1. Dann stehen wir wieder und singen Super-Bayern. Und so ist es nichts mit Super-Bayern“, sagte Thomas Müller.

FC Bayern patzt bei der Raumaufteilung: „Am Ende ist es immer tödlich“

Der zweite Punkt, der am Sonntag den Unterschied ausmachte: In der zweiten Halbzeit passte die Raumaufteilung im Spielaufbau der Münchner, die sich ungewohnt viele Abspielfehler leisteten, nicht mehr. Dadurch entstand viel Platz im Zentrum, den die Frankfurter im Umschaltspiel perfekt nutzen konnten. „Am Ende ist es immer tödlich, wenn du vier gegen eins im Aufbau spielst und in der vordersten Linie dann die anderen sechs Spieler hast. Weil dann gibt es ein großes Loch in der Mitte, und über dieses hat Eintracht Frankfurt – auch Greuther Fürth oder Kiew – das ein oder andere Mal umgeschaltet“, erklärte Nagelsmann. „Das müssen wir einfach besser machen!“

Das 1:2 durch Frankfurts Filip Kostic veranschauliche die Problematik ganz gut, analysierte der FC-Bayern-Trainer. „Wenn wir auf der vordersten Linie mit sieben Spielern stehen, bleiben nach Adam Riese noch drei übrig. Wenn wir die dann im Aufbau haben, haben wir im zentralen Bereich keine Spieler. Und über den hat Frankfurt jeden Konter eingeleitet“, so Nagelsmann.

Bayern München hatte zuletzt oft ein Loch im Zentrum - Julian Nagelsmann ist mächtig angefressen.

Die große Frage: Wie soll diese Lücke künftig gestopft werden? Der ehrgeizige Bayern-Coach hat eine Lösung parat. „Wir dürfen im Aufbau nicht zu viel Personal verschenken. Wir müssen die Staffelung gut beibehalten und die Gegenpressing-Wege kurz halten“, betonte Nagelsmann.

FC Bayern verliert nach neun Spielen in Folge - Und nun ist erstmal Pause

Die Serie von neun Siegen in Folge ist also gerissen. Nach dem 1:2 gegen Frankfurt verriet der Trainer, wie er selbst mit Pleiten umgeht. „Grundsätzlich bin ich einer, der sich gerne aktiv bewegt nach Niederlagen“, gewährte Nagelsmann einen persönlichen Einblick. Am Sonntagabend sei es dafür aber zu spät für ihn gewesen. Deswegen wollte der sportliche Fußballfachmann dies am Montag im Laufe des Tages nach dem Training machen. „Da komme ich hoffentlich auf ganz gute Ideen, wie wir das wieder in die richtige Richtung lenken.“

Am liebsten hätte er das Spiel gegen Frankfurt schon am Montag mit seiner Mannschaft analysiert und auch trainiert. Auch weil die Partie dann noch in den Köpfen der Spieler präsent wäre. Problem dabei: „Wir haben nur drei Spieler, die hier bleiben, der Rest ist verstreut bei den Nationalmannschaften“, sagte Nagelsmann, der sein Team nach den Länderspielen bestimmt bestens auf das Spiel in Leverkusen (17. Oktober) vorbereiten wird.

Danach darf der FC Bayern nach 594 Tagen die Allianz Arena wieder komplett auslasten - unter einer Bedingung.

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