Klare Worte vom Kaiser

Nächste Runde im Bayern-Drama: Beckenbauer schaltet sich ein - deutliche Forderung an Flick

Der Kaiser schlägt in der Bayern-Posse um Flick und Brazzo dazwischen. Franz Beckenbauer sprach deutlich aus, was viele Fans vom Trainer fordern.

München - Das Dauerthema um die Zukunft von Hansi Flick beschäftigt die Bayern seit Wochen spürbar. Der Trainer verweigert noch immer eine klare Stellungnahme zu einem möglichen Aus im Sommer, von den internen Spannungen zwischen ihm und Sportvorstand Hasan Salihamidzic soll so wenig wie möglich nach außen dringen. Kein geringerer als Franz Beckenbauer meldete sich nun zu Wort und forderte den Triple-Coach zu einem Bekenntnis auf.

FC Bayern: Beckenbauer forder klares Bekenntnis - „Dann kann er aber nicht sagen ‚nächste Frage‘“

Durch den Streit zwischen Trainer und Sportvorstand wird die ohnehin schon gedrückte Stimmung bei den Münchnern weiter belastet, Flick blockt Fragen über seine Zukunft weiter vehement ab. Beckenbauer geht gerade das gegen den Strich, wie der Ehrenpräsident gegenüber Sport1 deutlich macht. „Natürlich muss er sich zu irgendetwas bekennen“, meint der 75-Jährige, der selbst in zwei Amtszeiten als Interimscoach an der Seitenlinie des FC Bayern stand.

„Er sagt, dass er bleibt und einen gültigen Vertrag bis 2023 hat. Dann erübrigt sich die Nachfrage sowieso, denn dann ist alles gesagt. Aber wenn er das nicht macht, sind die Spekulationen natürlich offen. Mit denen muss er dann leben. Dann kann er aber nicht sagen ‚nächste Frage‘, sondern muss drauf eingehen“, so der Kaiser.

FC Bayern: Beckenbauer widerspricht Kovac-Kritik - „Der Trainer gehört dazu“

Einer der Gründe für die Bedenken des Bayern-Trainers könnte die angeblich limitierte Beteiligung an wichtigen Entscheidungen sein, besonders bezogen auf Transfers. Kürzlich prangerte der ehemalige FCB-Trainer Niko Kovac ebendieses fehlende Mitspracherecht bei seinem ehemaligen Arbeitgeber an. Auch die Aussagen des derzeitigen Monaco-Trainers kommentierte Beckenbauer offen. „Der Trainer gehört mit dazu. Das ist doch die wichtigste Person, der muss doch wissen, auf welcher Position er welchen Spieler braucht“, sagte der Welt- und Europameister dem Sender.

Solche Entscheidungen habe man zu seiner Zeit „natürlich immer gemeinsam“ getroffen. „Das muss eine Einheit sein, da müssen alle an den Tisch. Es kann nicht sein, dass nur Einzelgespräche stattfinden. Da muss eine klare Linie her, da muss auch das Präsidium einbezogen werden“, stellt der 546-fache Bayernspieler klar. Doch er könne sich „nicht vorstellen, dass jemand bei solchen Entscheidungen einen Alleingang macht“, da Flick und Salihamidzic „eng miteinander verbunden“ seien.

FC Bayern: Beckenbauer für mehr Beteiligung der Spieler - „Das ist doch elementar“

Zu seiner Zeit als Coach habe er stets seine wichtigsten Akteure in die kommende Saisonplanung einbezogen, Beckenbauer zieht dabei Lothar Matthäus als Beispiel hinzu. „Diese Spieler die haben doch den größten Überblick über die Mannschaft. Das ist doch elementar, diese Meinungen einzuholen“, findet er. Ob die Meinung der Spieler im aktuellen Machtkampf beim Rekordmeister von großem Gewicht ist, ist allerdings fraglich.

Der DFB-Ehrenspielführer sieht der Zukunft angesichts seiner jahrzehntelangen Wegbegleiter beim FC Bayern immerhin entspannt entgegen. „Solange Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß noch in der Verantwortung sind, bleibt es alles im Rahmen“, ist er sich sicher. Sollte der Bayern-Trainer Beckenbauers Rat annehmen, könnte sich die Lage an der Säbener Straße bald wieder entspannen. (ajr)

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/dpa

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