Ein Fall wie van Basten?

Franzosen spekulieren über Ribérys Karriereende

München - Franck Ribéry kommt einfach nicht wieder auf die Beine. Jetzt spekulieren Medien schon über ein mögliches Karriere-Aus.

Marco van Basten hatte sich rückblickend betrachtet einen prestigeträchtigen Rahmen für das letzte Spiel seiner Karriere ausgesucht. Das Champions League-Finale 1993 ging mit dem AC Mailand zwar gegen Olympique Marseille verloren, aber immerhin: Es war eine große Partie, an die er sich zwei Jahre später, als er als Sportinvalide seinen Rücktritt erklärte, erinnern konnte. Noch eine etwas bedeutendere als jene, die für Franck Ribéry bisher als letzte seiner noch laufenden Karriere zu Buche steht: Das 7:0 im Achtelfinale der Champions League gegen Schachtjor Donezk.

In der 59. Minute musste Ribéry in jener Partie vom Platz. Seit dem 11. März plagen den Franzosen Probleme am Sprunggelenk, das auch nach dem Vorbereitungsstart der Bayern am Mittwoch kommender Woche noch 14 Tage im Gips ruhen muss. Zum Saisonstart wird der 32-Jährige nicht fit sein, wie lange sich die Verletzung zieht, steht in den Sternen. „Macht Ribéry einen Marco von Basten?“, fragte die französische Zeitung „L’Equipe“ mit Blick auf die lange Verletzungszeit des Landsmannes daher bereits provokant und spekuliert über ein Karriereende, das dem des damals auch am Sprunggelenk verletzten van Basten in Mailand ähnelt.

„Aufgeben ist nicht sein Stil“, sagte sein Agent Jean-Pierre Bernès, betonte aber, dass Ribéry von der Situation extrem genervt sei. Verständlich, denn von den 51 Pflichtspielen der Bayern im vergangenen Jahr konnte Ribéry nur 30 bestreiten. Fast sieben Monate verbrachte er im Krankenstand. Und es ist nicht verwerflich, dass sich die Verantwortlichen inzwischen vehement nach Ersatz umsehen.

Laut „Bild“ ist der 22-jährige Paul-Georges Ntep ein weiterer aussichtsreicher Kandidat in München. Der französische Nationalspieler kann auf beiden Flügeln spielen und ist trotz Vertrages bis 2017 bei Stade Rennes für zehn Millionen zu haben. Eine Investition, die man verschmerzen könnte. Handlungsbedarf besteht – auch ohne Ribérys Karriereende.

Hanna Schmalenbach

Rubriklistenbild: © dpa

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