Schüller feiert Doppelpack

Traumtor wirft FC Bayern Frauen nicht aus der Bahn: Härtetest gegen Hoffenheim überstanden

Auf die Torjägerin ist Verlass: Lea Schüller erzielte ihre Saisontreffer fünf und sechs.
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Auf die Torjägerin ist Verlass: Lea Schüller erzielte ihre Saisontreffer fünf und sechs.

Angstgegner? Einzig die TSV Hoffenheim hatte die FC Bayern Frauen in ihrer Meistersaison besiegt. Dank Doppelpackerin Lea Schüller endete es diesmal anders.

München – Als Hoffenheims Torjägerin Nicole Billa eine knappe Viertelstunde vor Schluss mit einem sehenswerten Schlenzer den 1:2-Anschlusstreffer erzielte und den Fußballerinnen des FC Bayern das erste Gegentor der Saison beibrachte, wurden bei einigen der 1128 Zuschauer am Bayern-Campus ungute Erinnerungen wach. Auch im April hatten die Bayern-Frauen mit 2:0 gegen Hoffenheim geführt, nach dem Anschlusstreffer kassierten sie damals aber noch zwei weitere Gegentore und die einzige Niederlage in der kompletten Meistersaison.

Auf dem Platz war dies aber kein Thema, wie Lina Magull glaubhaft versicherte. „Das ist die Vergangenheit. Wenn man im Spiel drin ist, denkt man überhaupt nicht über so etwas nach“, sagte die Kapitänin: „Wir haben uns nach dem Gegentor gut zugesprochen und einfach so weitergemacht wie zuvor.“

Tatsächlich ließ sich die Mannschaft von dem Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen und spielte ruhig weiter, was mit Lineth Beerensteyns Treffer zum 3:1-Endstand in der Nachspielzeit belohnt wurde. Zuvor hatte Torjägerin Lea Schüller die Bayern mit ihren Saisontoren fünf und sechs in Führung gebracht.

Durch den Sieg im spannenden und hochklassigen Topspiel führen die Bayern-Frauen die Tabelle der Bundesliga weiter souverän an. Vielleicht noch wichtiger ist aber, dass der erste echte Härtetest der Saison souverän bestanden wurde. Am Dienstag war die Mannschaft zum Champions-League-Auftakt bei Benfica Lissabon trotz spielerischer Überlegenheit nicht über ein 0:0 gegen ein leidenschaftlich verteidigendes Team hinausgekommen.

Dass die Bayern-Frauen nur vier Tage nach dieser Kraftanstrengung gegen den bislang stärksten Gegner eine so überzeugende Leistung zeigen konnten, freute Magull. „Wir haben das bisher beste Spiel in dieser Saison gemacht“, sagte die Mittelfeldspielerin: „Vor allem in der ersten Halbzeit hatten wir sehr viel Ruhe am Ball. Wir haben uns versucht durchzukombinieren, aber nicht mit zu viel Risiko. Ich finde, wir haben über 90 Minuten dominiert, aber ich muss auch Hoffenheim loben. Die spielen einen sehr guten Ball, lassen den Ball sehr gut laufen.“

Tatsächlich war die TSG die erste Mannschaft in dieser Saison, die gegen die Bayern versuchte mitzuspielen und sich nicht nur auf die Defensive beschränkte. Was das Duell natürlich für die Spielerinnen und die Zuschauer attraktiver machte. „Solche Spiele wünscht man sich. Es ist positiv, dass wir gegen Mannschaften spielen, die es uns nicht leicht machen. Das steigert das ganze Niveau im Frauenfußball, so sollte es weitergehen“, sagte Magull.

Die Chancen dafür stehen gut, denn im anspruchsvollen Herbst geht es jetzt Schlag auf Schlag. Am Donnerstag steht in der Champions League das Hinspiel gegen den schwedischen Meister BK Häcken an, am Sonntag das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt. Weshalb der Fokus erst einmal auf Regeneration liegt. „Viel schlafen, gut essen, gut behandeln lassen und den Kopf freikriegen“, erläuterte Magull den Plan für die nächsten Tage. (Christian Stüwe)

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