Haben auch RB-Profis gegen Regeln verstoßen?

Gnabry, Sané und Kollegen in der Kritik - Deutsche Berufsgruppe rastet vollkommen aus: „Es gibt keine Ausnahmen“

Viele Bundesliga-Spieler hielten sich offenbar nicht an das Verbot von Friseurbesuchen, ein Verband nahm den DFB mit einem offenen Brief in die Pflicht.

  • Um die Corona-Pandemie einzudämmen, begab sich Deutschland in den zweiten Lockdown.
  • Auch Friseurbetriebe mussten vorerst schließen, den meisten Bundesliga-Spielern merkte man dies jedoch nicht an. Besonders ein Klub machte negative Schlagzeilen.
  • Der Friseur-Zentralverband richtete sich in einem offenen Brief an den DFB.

Frankfurt- Bei viele Fußballfans war die Verwunderung an den vergangenen Spieltagen groß, zahlreiche Bundesliga-Spieler fielen weniger durch ihr Spiel als ihre frischen Frisuren auf. Trotz der Schließung von rund 80.000 Friseursalons in der Bundesrepublik Mitte Dezember, scheinen sich die Fußballprofis illegal frisieren zu lassen.

Dies bewegte den Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks zu einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund.

Bundesliga: Bayern-Stars müssen sich zügeln - Friseur-Verband kritisiert Profis

Auch beim FC Bayern, wo die Masken auch nach neun Monaten Pandemie noch unter der Nase hängen, sind die Köpfe der Akteure teils millimetergenau frisiert. FCB-Profis wie Serge Gnabry, Jerome Boateng oder Leroy Sané zeigten sich in der Vergangenheit mit wechselnden Frisuren, nach dem Brandbrief des Friseur-Verbands sollten sich die Profis nun etwas zügeln.

Der Verband wirft den Bundesliga-Profis im Brief an den DFB-Präsidenten Fritz Keller vor, sich trotz des Hausbesuch-Verbots auf illegale Weise die Haare schneiden zu lassen. „Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können“, so die Mitteilung.

Bundesliga: Verband staunt über Profis und fordert „Zeichen gegen Schwarzarbeit“

Harald Esser, Chef des Friseur-Verbands, staunt über die Schamlosigkeit der Profis, die wissentlich gegen die Hygienemaßnahmen verstoßen. „Nicht mal ich als Friseurmeister würde mir das bei mir selbst zutrauen“, meint Esser. „Es gibt keine Ausnahmen“, stellt er mit Blick auf Berufsgruppen wie Fernsehmoderatoren oder Politiker fest.

Infolge der Regelverstöße der Bundesliga-Profis häufen sich „Kundenanrufe, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen“, heißt es weiter in der Mitteilung. Der „Unmut gegenüber topgestylten Fußballern wächst“, parallel seien viele Friseurbetriebe „in ihrer Existenz bedroht“. Der Verband rief den DFB auf, ein „Zeichen gegen die Schwarzarbeit“ zu setzen.

Bundesliga: Leipzig-Profis mit Friseurbesuch? Videos auf Instagram wecken Verdacht

Einige Profis von RB Leipzig stehen derzeit im Verdacht, sich privat die Haare schneiden zu lassen. Sie sollen Bild zufolge die Dienste des Pariser Nobel-Friseurs Figaro in Anspruch genommen haben. Bei Instagram zeigte der Friseur, der sich „Jardin de Paix“ (zu Deutsch: Garten des Friedens) nennt, Videos mit vier RB-Profis.

Amadou Haidara, Nordi Mukiele, Justin Kluivert und der vom FC Bayern umworbene Dayot Upamecano sollen gegen die Regeln verstoßen haben. Sie wurden in einer Wohnung mit Friseurumhängen kurz nach ihren Haarschnitten gefilmt. Allerdings behaupteten sie gegenüber dem Verein, dass die Videos bereits vor dem Lockdown aufgenommen wurden. Vielleicht sollten sich die RB-Profis ihren Teamkollegen Angeliño frisurentechnisch zum Vorbild nehmen - „oben ohne“. (ajr)

Rubriklistenbild: © Markus Ulmer / imago images / Poolfoto

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