Rebellierte er bei der WM gegen Lahm?

Khedira: Was für und was gegen den Real-Star spricht

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Sami Khedira.

München - Viele Bayern-Fans wünschen sich die Verpflichtung von Sami Khedira von Real Madrid. Was spricht für einen Transfer des Ex-Stuttgarters zu den Bayern, und was dagegen? Lesen Sie hier Pros und Contras.

Die Verpflichtung eines neuen Abwehrspielers steht beim FC Bayern wohl unmittelbar bevor. Dabei spricht vieles für Mehdia Benatia vom AS Rom. Doch egal ob die Bayern den Marokkaner verpflichten oder vielleicht doch Diego Godin (Atletico Madrid) oder einen anderen Verteidiger - es bleibt die Frage: Legt der Double-Sieger auch noch im Mittelfeld nach?

Der längere Ausfall von Bastian Schweinsteiger, Javi Martinez' Kreuzbandriss, dazu die Ungewissheit über Thiagos weitere Verletzungsdauer führen dazu, dass sich viele Bayern-Fans die Verpflichtung eines defensiven Mittelfeldspielers wünschen. Auf der Facebook-Seite FC Bayern News taucht dabei vor allem der Name von Sami Khedira (Real Madrid) auf. Was würde aus FC-Bayern-Sicht für eine Verpflichtung des 27-Jährigen sprechen? Und was dagegen? Wir fassen die wichtigsten Argumente pro und contra Khedira zusammen:

Für einen Khedira-Transfer zum FC Bayern spricht:

- seine Qualität und sein Wille: Khedira ist unbestritten ein defensiver Mittelfeldspieler der internationalen Spitzenklasse. Auch sein im Herbst vergangenen Jahres erlittener Kreuzbandriss hat an Khediras Leistungsstärke nichts verändert. Im Gegenteil: Der Schwabe bewies großen Willen und schaffte es dank disziplinierter Rehabilitationsarbeit sogar noch in den WM-Kader.

- seine Nationalität: Klar, Khedira ist Deutscher, dazu noch Nationalspieler und Weltmeister. So ein Spielerprofil ist wie gemalt für einen Platz im Kader des FC Bayern. Khedira kennt einen Großteil der Bayern-Spieler aus der Nationalmannschaft, mit Bastian Schweinsteiger bildete er zudem über Jahre das Gerüst im Mittelfeld des DFB-Teams.

- der FC Bayern war schon einmal interessiert: Eigentlich wollten die Münchner Khedira 2010 schon an die Säbener Straße lotsen. Damals aber sprach sich der damalige Trainer Louis van Gaal gegen einen Transfer aus - und Khedira wechselte zu Real Madrid.

- sein Preis: Khediras Vertrag bei Real Madrid läuft bis 2015 - bei den "Königlichen" spielt er aber keine Rolle mehr. Eigentlich wollte Real den Vertrag mit dem Spieler verlängern, die Verhandlungen scheiterten aber. Jetzt will der spanische Rekordmeister den Spieler auf jeden Fall noch veräußern, um noch eine Ablösesumme zu kassieren. Die dürfte angesichts der Restlaufzeit des Vertrages aber nicht allzu hoch ausfallen, von etwa 15 Millionen Euro ist die Rede. Bei Reals ersten beiden Pflichtspielen der Saison (Europäischer Supercup, Supercup-Hinspiel in Spanien) saß der Deutsche nur auf der Tribüne.

- Der Kaiser gibt sein O.K.: Für Franz Beckenbauer ist der Fall klar: Sami Khedira wäre einer für den FC Bayern! "Khedira passt in jede Mannschaft. Der würde da sogar sehr gut reinpassen. Diese Sechser-Position spielt er unglaublich stark. Entweder mit Schweinsteiger oder Lahm zusammen. Das wäre perfekt", sagte Beckenbauer der "Sport-Bild". Und wenn der Kaiser das sagt, wer mag da widersprechen ...

Gegen einen Khedira-Transfer zum FC Bayern spricht:

- Der Weggang von Toni Kroos: Für Khedira ist die Zeit bei Real Madrid nicht nur wegen der gescheiterten Vertragsverhandlungen abgelaufen. Auch der Transfer von Toni Kroos hat die Position des Ex-Stuttgarters in Madrid geschwächt. Mit Xabi Alonso, Luka Modric, Kroos, Asier Illaramendi, Isco und Khedira herrscht ein Überangebot in der Zentrale der Madrilenen. Doch einen Spieler zu verpflichten, den Real ausgerechnet nach dem Kauf von Bayern-Star Toni Kroos abgeben möchte, entspricht nicht so ganz dem "Mia san mia"-Selbstverständnis des FC Bayern.

- Sein Spielstil: Khedira ist nicht unbedingt der Spielertyp, auf den Pep Guardiola steht. Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder auch Toni Kroos sind eher die Art Fußballer, die der Spanier favorisiert. Khedira hat im Vergleich zu den Kollegen ein schwächeres Passspiel, ist dafür aber körperlich stärker.

- Gerüchte aus der Nationalmannschaft: Wie die "Sport Bild" berichtet, gibt es Gerüchte, wonach Khedira während der WM in Brasilien gegen die Aufstellung von Philipp Lahm im Mittelfeld rebelliert haben soll, da der Kapitän so einen der beiden Plätze im defensiven Mittelfeld blockierte. Für Pep Guardiola ist der Rechtsverteidiger Philipp Lahm eigentlich Geschichte, deshalb stünde Khedira beim FC Bayern vor dem selben Problem. Und ein Spieler, der möglicherweise Unruhe schürt, den wird Pep nicht besonders gerne in den eigenen Reihen haben.

Qualität und Quantität: Sollte der FC Bayern Khedira verpflichten, würde der Kader mit Sicherheit qualitativ und quantitativ verstärkt. Darin liegt aber auch die Krux. Wenn erst mal alle Spieler im Mittelfeld wieder fit sind, dann wird es schwierig, mit einer dermaßen hohen Anzahl an Topspielern auszukommen. Härtefälle wären da vorprogrammiert. Die Verpflichtung eines jüngeren und noch nicht "fertigen" Mittelfeldspielers, den Pep Guardiola noch formen könnte und der mit der Rolle als Ergänzungsspielers klarkäme, könnte den Bayern grundsätzlich mehr gelegen kommen.

Fazit: In der Chefetage des FC Bayern an der Säbener Straße dürften derzeit die Köpfe qualmen. Zum einen die Verhandlungen mit einem als sicher geltenden Neuzugang für die Abwehr, dann die Planspiele mit der Verpflichtung eines neuen Mittelfeldspielers. Sollten die Bayern sich entscheiden, noch einen Mittelfeldspieler zu verpflichten, wird der Name Sami Khedira mit Sicherheit diskutiert werden. Ob es darüber hinaus zu einer Kontaktaufnahme kommen würde, ist die große Frage.

Khedira selbst dürfte keine Schwierigkeiten haben, ein finanziell und sportlich attraktives Angebot zu bekommen. Der Spieler soll bei den Top-Vereinen der englischen Premier League ebenfalls ein Kandidat sein.

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