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„Eines der besten Saisonspiele“: Heynckes schwärmt nach Freiburg-Sieg

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Von: Jonas Austermann, Manuel Bonke

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So sieht ein Sieger aus: Nicht nur Freiburgs Trainer Christian Streich (r.) brachte Bayern-Coach Jupp Heynckes am Sonntagabend zum Strahlen.
So sieht ein Sieger aus: Nicht nur Freiburgs Trainer Christian Streich (r.) brachte Bayern-Coach Jupp Heynckes am Sonntagabend zum Strahlen. © AFP / THOMAS KIENZLE

Nahezu problemlos hat der FC Bayern in Freiburg den nächsten Dreier eingefahren. Trainer Jupp Heynckes fühlte sich bestens unterhalten.

Freiburg - Eins, zwei, drei, vier im Sauseschritt - mit einem 4:0-Sieg beim SC Freiburg im Gepäck marschieren die Bayern unaufhaltsam zum Meisterschafts-Quickie! Nach dem Auswärtsdreier in Freiburg haben die Münchner nun wieder 20 Punkte Vorsprung in der Tabelle auf den Zweitplatzierten vom FC Schalke 04.

„Wir hatten eine sehr konzentrierte und engagierte Leistung - auch wenn Freiburg in Führung gehen hätte können. Wenn wir 0:1 in Rückstand gehen wird es vielleicht ein anderes Spiel. Wir haben uns gut reingearbeitet und haben verdient gewonnen“, lautete das Fazit von Kapitän Thomas Müller. Und der präsentierte sich auch noch als frisch gebackener „Papa“, wie er nach Spielende bei „Sky“ erzählte. „Ich war ein bisschen angestachelt: Mein erstes Fohlen der Saison ist zur Welt gekommen, ich bin sozusagen frisch Papa geworden und war dementsprechend motiviert“, erklärte der Hobby-Pferdezüchter.

Heynckes „angetan von meiner Mannschaft“

Bayern-Trainer Jupp Heynckes geriet angesichts des souveränen Sieges schon mehr ins Schwärmen: „Wir hatten eine sehr gute Raumaufteilung, haben fußballerisch sehr gut gespielt. Ich war sehr zufrieden und angetan von meiner Mannschaft. Das war eines der besten Spiele der Saison von uns!“

Dabei sah es am Anfang noch ganz danach aus, als ob der SC Freiburg die rote Übermacht wirklich ärgern könnten. Während Bayern in der Anfangsviertelstunde Konzentration und Einsatz vermissen ließ, attackierte Freiburg früh und bissig. Der Lohn? Die erste sehr gute Torchance des Spiels! Zwölf Minuten waren gespielt, als Sven Ulreich mit einer klasse Fußabwehr gegen Lucas Höler einen frühen Rückstand verhinderte, nachdem ein langer Pass die gesamte Münchner Hintermannschaft aushebelte.

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Bernat und Müller agieren auf den Flügeln

Die positionstechnisch fröhlich durchgemischten Münchner - Juan Bernat besetzte den linken, Thomas Müller den rechten Flügel, vorne stürmte Sandro Wagner - drehten nach diesem Weckruf auf und der Widerstand der Freiburger war gebrochen. Erst näherte sich Thiago per Direktabnahme nach einer Dropkick-Ablage von Müller dem Tor von Freiburg-Keeper Alexander Schwolow (21.).

Fünf Minuten später sorgte der Parade-Bayer selbst für die 1:0-Führung. Ein punktgenauer Diagonal-Ball von Mats Hummels erreichte ihn im gegnerischen Strafraum am rechten Pfosten. Und was macht Müller? Müllern eben! Nach einem angedeuteten Hackentrick fummelte der Kapitän das Spielgerät mit Hilfe des Knies von Schwolow irgendwie über die Linie. Nicht schön, aber effektiv.

Tolisso trifft mit Vollspann ins Kreuzeck

Für den Oh-lá-lá-Moment der ersten Hälfte war im Breisgau ein anderer zuständig: Corentin Tolisso. Der Franzose ließ den Ball nach einem Querpass von Thiago mit einem Vollspannschuss im Kreuzeck zum 0:2 einschlagen, aus knapp 30 Metern wohlgemerkt! Spätestens da war klar: Für Freiburg gibt es an diesem Abend nichts, aber auch überhaupt gar nichts zu holen.

Den Eindruck untermauerte Sandro Wagner neun Minuten nach Wiederanpfiff: SC-Verteidiger Pascal Stenzel verschätzte sich bei einer Müller-Hereingabe. So landete der Ball bei Bernat, der kurz auf die einlaufenden Wagner und Müller wartete, ehe er den erwarteten Querpass spielte. „Was der Müller kann, kann ich schon lange“ dachte sich Wintereinkauf Wagner wohl und stocherte den Ball zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung über die Linie. Dass Wagner sich zu 100 Prozent mit dem Mia-san-mia-Gefühlt identifiziert, offenbarte einmal mehr sein Wappen-Klopfer-Torjubel.

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Kimmich und Müller haben kein Mitleid

Mitleid mit den sympathischen Freiburgern? Fehlanzeige! Während sich die Spieler von Freiburg-Coach Christian Streich bei einer Bayern-Ecke noch sortierten, führte Joshua Kimmich bereits blitzschnell und fand am Fünfereck seinen Kapitän, der den Ball mit seiner Innenseite am Netz einschlagen ließ. „Mein zweites Tor war wirklich schön, beim ersten war ein bisschen Glück dabei“, sagte Müller.

Bei so viel Tor-Flow konnte Heynckes auch ohne schlechtes Gewissen durchwechseln: Sebastian Rudy für Thiago (74.), Rafinha für den überragenden Müller (81.) und Niklas Süle für den ebenfalls stark aufspielenden Arturo Vidal (83.). Kurios: Abwehr-Koloss Süle ersetzte den Chilenen eins zu eins auf im zentralen Mittelfeld und kam so zu seinem Sechser-Debüt im Bayern-Dress. Ohne Einsatz blieb hingegen Trainings-Stinkstiefel Robert Lewandowski. Der Pole musste sich 90 Minuten lang mit einem Platz auf der Auswechselbank begnügen.

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Torschützen unter sich: Corentin Tolisso (l.) und Sandro Wagner feiern einen der vier Bayern-Treffer.
Torschützen unter sich: Corentin Tolisso (l.) und Sandro Wagner feiern einen der vier Bayern-Treffer. © dpa / Patrick Seeger

Manuel Bonke, Jonas Austermann

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