Der FC Bayern in der Identitätskrise?

Mull, Schweini und Co.: Wäre das mit Hoeneß auch passiert?

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Uli Hoeneß hat(te) stets ein wachsames Auge auf seine Spieler.

München - Nach dem Weggang von Bastian Schweinsteiger sind viele Fans der Meinung, der FC Bayern habe sein Gesicht verloren. Einige Anhänger glauben gar: Wäre Uli Hoeneß noch am Ruder, dann wäre das nie und nimmer passiert.

Seit mehr als fünf Jahren gehört der FC Bayern nun zu den Vereinen der europäischen Spitzenklasse. Man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster wenn man behauptet, dass Uli Hoeneß einen sehr großen Anteil an den jüngsten Erfolgen, gekrönt vom historischen Triple 2013, hatte. Doch seitdem hat sich viel geändert: Die Gesichter, die noch vor zwei Jahren den Verein prägten, sind gegangen. Viele Anhänger der Roten würden es noch drastischer ausdrücken: Sie wurden gegangen. Viele Fans des FCB stellen sich nun auch wegen der jüngsten Entwicklungen um den Abschied von Bastian Schweinsteiger und Claudio Pizarro die Frage: Wäre dies alles auch mit Uli Hoeneß am Ruder passiert?

Befindet sich der FC Bayern in der Identitätskrise

Hätte der Patriarch des FC Bayern zugelassen, dass lebende Vereins-Ikonen wie Schweinsteiger oder Fan-Lieblinge wie Pizarro oder auch Weltmeister und Weltklassespieler wie Toni Kroos den Verein verlassen? Und das sogar ohne ordentlichen Abschied vor ausverkauftem Haus in der Allianz Arena? Und auch die Trennung von Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt stand unter keinem positiven Stern.

Die Sozialpsychologin Mira Mühlenhof glaubt an eine ernsthafte Krise beim FC Bayern: "Das Konstrukt FC Bayern wankt. Schweinsteigers Heimatverein hat sich mit dem Ausscheiden von Uli Hoeneß als Präsident und der kühlen Führung von Pep Guardiola in eine Richtung entwickelt, die nicht mit Schweinsteigers Werten vereinbar ist."

Klar ist: Das Gesicht des FC Bayern München hat sich in den vergangenen zwei Jahren verändert. Viele Fans führen dies auf die wachsende Machtposition von Pep Guardiola zurück: Seit der Spanier die Bayern trainiert, haben viele Spieler, die entweder Stützen des Teams waren, den Klub verlassen - wie Mario Mandzukic, später Toni Kroos und nun der Fußballgott persönlich - oder solche in der Zukunft sein sollten: Wie beispielsweise Xherdan Shaqiri der eigentlich in die Fußstapfen von Franck Ribéry oder Arjen Robben treten sollte.

Auch unter Hoeneß verließen Legenden den Klub

Allesamt Transfers, bei denen sich bei einigen Bayern-Anhängern zumindest ein säuerlicher Geschmack im Mund breit macht. Nach ihrer Meinung wären solche Wechsel unter der Ägide Hoeneß entweder gar nicht zustande gekommen, oder aber nicht so abgelaufen.

Jedoch kann man diesen Unmutsäußerungen Folgendes entgegen stellen: Auch unter Uli Hoeneß verließen verdiente Spieler die Bayern: Man denke nur an Stefan Effenberg, Michael Ballack, Lucio oder Zé Roberto. Allesamt waren bei den Fans für unterschiedliche Eigenschaften beliebt und geliebt. Keinem dieser Spieler wurden aber Steine in den Weg gelegt, als diese den Verein verlassen wollten.  

Der Unmut begann bei vielen Bayern-Fans aber eigentlich eh schon deutlich früher: Noch während der sehr erfolgreichen Amtszeit von Jupp Heynckes wurde im Januar 2013 bekannt, dass Pep Guardiola ab dem Sommer übernehmen würde. Dies wurde gespalten aufgenommen: Einerseits freute sich die Anhängerschaft über die Verpflichtung des Star-Trainers, hatte sich der FCB doch gegen viele andere namhafte europäische Konkurrenten durchgesetzt. Andererseits wurde der damals schon beschlossene Abschied von "Don Jupp" als unwürdig empfunden. Doch sei hier drauf hingewiesen: Die Verpflichtung von Pep Guardiola wurde von Uli Hoeneß persönlich eingefädelt und durchgezogen. 

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