Unruhe betrifft auch die Mannschaft

Zwist beim FC Bayern: Flick und Salihamidzic im Stile einer Doku-Soap - Jetzt schreitet der Sonnyboy ein

Früher schrieb der FC Bayern häufiger Schlagzeilen als FC Hollywood. Heute reicht es nur noch für einen Zwist im Stile einer Doku-Soap. Wird der nun auch einfach beigelegt?

München - Krach gibt es in den besten Beziehungen. Die Frage ist nur: Lassen sich die Differenzen überwinden oder nicht? Was arg nach Teenietipp von Dr. Sommer klingt, trifft das Binnenklima an der Säbener Straße aktuell ziemlich gut. Dort steht nämlich das Verhältnis von Cheftrainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic auf dem Prüfstand.

Beide, so gab es der Coach nun offiziell am Rande des Achtelfinalrückspiels in der Champions League gegen Lazio Rom zu, seien sich in den vergangenen Wochen nicht allzu wohlgesonnen gewesen. Streit gab es. Dem Vernehmen nach über die Kaderplanung. Zum Wohle des Vereins habe man sich laut Flick aber ausgesprochen, die Kontroverse beigelegt. Die Frage ist nur: Was ist dieser Handschlag wert?

Flick und Salihamidzic: FC Bayern bietet Anschauungsmaterial für Doku-Soap

Schenkt man Flicks Worten Glauben, dann viel. „Wir sind beide aufeinander zugegangen und haben das aus der Welt geschafft“, meinte der 56-Jährige vor Anpfiff bei „Sky“. Ganz im Stile einer Doku-Soap, wo sich ein Disput zunächst über Episoden zieht, um dann in einer sachlich knappen Konversation zwischen den Protagonisten ausgeräumt zu werden. Flick weiter: „Das war ein kurzes Gespräch und wir sind beide sehr optimistisch für die Zukunft.“

Wie denn auch nicht, schließlich ist hier von Bayern München, dem aktuellen Champion aller Wettbewerbe und Dominator des Weltfußballs, die Rede. Der Punkt ist nur: Die Nebendarsteller, in diesem Falle die Spieler, die ja eigentlich Hauptdarsteller des FC Hollywood sein sollten, wollen es auch bleiben.

Zwischen ihnen soll es kriseln: Bayern-Trainer Hansi Flick (l.) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic klatschen nach Siegen regelmäßig ab, sind aber wohl nicht immer einer Meinung.

Flick und Salihamidzic: Sonnyboy Kimmich findet deutliche Worte

Und da man sich in München eines mündigen Vereins erfreut, zögerten besagte Kicker auch nicht, ihren Unmut über den Zwist in der Chefetage kundzutun. Als Sprachrohr fungierte Joshua Kimmich. Man bekomme natürlich mit, „was geschrieben und diskutiert wird“, erklärte der Mittelfeld-Antreiber. Zugleich mahnte er aber an: „Am Ende des Tages wäre es bei dem Erfolg, der gerade da ist, schöner, wenn Ruhe einkehrt und man nicht internen Zündstoff nach außen trägt.“ Rumms!

Nur wenige Minuten nach Kimmichs Ansage nach Schlusspfiff trat Flick dann aufs Podium in der Allianz Arena, um dort erneut über Salihamidzic zu sprechen. Beide seien „sehr erleichtert“, führte er aus, schließlich gehe es „da­rum, dass wir Erfolg haben“. Es handelt sich dabei vielleicht um die einzige Konstante des FCB 2021.

„Uns als Mannschaft belastet das nicht großartig. Auf dem Feld merkt man nicht, dass von außen Unruhe da ist“, unterstrich Kimmich, wenn man so will der Sonnyboy des Rekordmeisters. Auch diese Figur ist ein Klassiker der modernen Doku-Soap. Während sich der Rest zofft, zieht er sein Ding durch. Und triumphiert. (lop)

Rubriklistenbild: © Stefan Matzke/sampics

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