Triple-Held ausgezeichnet

Ärger um Philipp Lahm - Bayern-Trainer Hansi Flick wird fuchsteufelswild: „Ich habe es nie verstanden“

Hansi Flick (l.) und Philipp Lahm bei einer Pressekonferenz des DFB.
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Legenden beim DFB und beim FC Bayern: Hansi Flick (l.) und Philipp Lahm.

Hansi Flick hat den FC Bayern München zum Triple geführt. Nun wurde er zum Trainer des Jahres gewählt - in einem Interview blickt er zurück.

  • Hansi Flick hat mit dem FC Bayern München die Meisterschaft, den Pokal und die Champions League gewonnen.
  • Jetzt wurde er zum Trainer des Jahres gewählt.
  • In einem Interview ließ er die vergangenen Monate nun Revue passieren.

München - In zehn Monaten von Null auf Drei - Bayern-Trainer Hansi Flick hat mit seiner Mannschaft das Triple geholt. Das hätte ihm zu Beginn seiner Amtszeit im November 2019 kein Mensch zugetraut. Die Münchner waren am Boden, spielten verunsichert, hatten keinen Biss. Schon fast unglaublich, dass man über diese Über-Bayern vor nicht all zu langer Zeit solche Worte schrieb.

Im Spätsommer 2020 ist man natürlich schlauer. Nachdem die Bayern ihre Saison mit der Champions League krönten, räumte der Rekordmeister noch zwei weitere Titel ab: Robert Lewandowski wurde zum Fußballer des Jahres gewählt. Flick wurde als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Klar - wer auch sonst? Wobei Bundestrainer Joachim Löw noch einen anderen Bayern-Star sieht, der in diesem Jahr noch eine Trophäe verdient hätte.

FC Bayern München: Hansi Flick ist Trainer des Jahres - Triple-Held wie Jupp Heynckes

Der Kicker kürt den Fußballer und Trainer des Jahres. Flick blickte nun in einem Interview mit dem Fachmagazin auf die vergangenen Monate zurück. Dabei wird schnell klar, warum die Bayern in diesem Jahr doch noch so erfolgreich waren. Der Nachfolger von Niko Kovac ist unglaublich ehrgeizig, will sich immer verbessern und ganz wichtig: Er sieht das große Ganze. Die Entscheidungen, das machte er im Kicker-Interview klar, die trifft der Cheftrainer. Aber: Zuvor müssen alle Meinungen gehört werden. Ein Grundstein für den Bayern-Erfolg 2020.

Flick erinnert in seiner Art an den letzten Triple-Trainer von der Säbener Straße. „Klar“, sagt Flick. „Mit Jupp Heynckes verbindet mich sehr viel. Er war mein Trainer, es ist immer schön, sich mit ihm über Fußball auszutauschen. Er hat eine so große Expertise.“ Flick geht mit seinem Lob sogar noch weiter: „Ich weiß, dass er es nicht lesen möchte, dass wir uns austauschen, aber er ist einfach ein toller Mensch für mich und ein so großartiger Experte mit einer beeindruckenden Erfahrung in diesem Business. Es ist eine große Sache, sein Nachfolger zu sein.“

Hansi Flick: Bayern-Trainer ausgezeichnet - Kritik wegen Philipp Lahm

Genau diese Demut, diese Dankbarkeit, wirken zu dürfen - Flick scheint sie auf seine Spieler übertragen zu haben. In einem Punkt wird er im Kicker-Gespräch dann aber doch fuchsteufelswild. „Ich habe es nie verstanden, dass Philipp Lahm oder Xavi, die über Jahre Topleistungen brachten, nie Weltfußballer wurden. Dafür habe ich kein Verständnis, weil einer, der 2013 das Triple und 2014 die WM gewonnen hat, die Chance hätte haben müssen, nach ganz oben zu kommen. Lahm hat selten einen Fehler im Spiel gemacht, spielte immer auf Topniveau, genauso Xavi oder Iniesta.“ In beiden Jahren durfte sich Cristiano Ronaldo über die Einzelauszeichnungen freuen.

Flick hakt aber auch das ab. Er macht sich nicht zu viele Gedanken um seine Zukunft, lässt die Vergangenheit ruhen. Letzteres bezieht er auch auf folgenden Gedanken: Was wäre gewesen, wenn Flick früher Cheftrainer eines Topklubs geworden wäre? „Ich habe bei vielen Trainern hospitiert“, erklärte er dem Kicker. „Arsene Wenger sagte viele sehr kluge Sätze, einer lautete sinngemäß so: Lass die Vergangenheit ruhen, hole sie nur dann raus, wenn du aktuell oder künftig etwas besser machen möchtest! Das heißt für mich: Die gemachten Erfahrungen musst du immer wieder reflektieren und das Beste daraus machen.“ Das hat Flick in den vergangenen zehn Monaten geschafft. Sein Vorgänger Niko Kovac sprach kürzlich über seinen Anteil am Triple-Sieg und die Entlassung beim FCB. Auf die FCB-Fans könnten angesichts des Supercups in Budapest des böse Neuigkeiten zukommen.(akl)

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