Wie regelt er das?

Wackeliger Flick-Frieden: Neuer Trainer und neue Sorgenkinder - fünf Stars dürften unzufrieden sein

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Prominent besetzte Bank: Der neue Bayern-Trainer Hansi Flick (stehend) hat einige harte Personalentscheidungen getroffen.

Ergebnistechnisch hat Hansi Flick den FC Bayern wieder auf Vordermann gebracht. Doch nach zwei Spielen lässt sich auch konstatieren: Es gibt fünf Profis, die mit ihren Rollen hadern dürften.

  • Unter Hansi Flick meldet sich der FC Bayern sehenswert zurück im Meisterschaftsrennen.
  • Mit Thiago, Philippe Coutinho, Corentin Tolisso, Ivan Perisic und Jerome Boateng gibt es aber fünf prominente Bankdrücker.
  • Der neue Trainer kann mögliche Unzufriedenheit nachvollziehen.

München - Friede, Freude, Flick beim FC Bayern. Nach der Münchner Machtdemonstration gegen Borussia Dortmund (4:0) ist das Lächeln zurück an der Säbener Straße. Klub und Spieler gehen mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause. Zumindest fast alle.

FC Bayern unter Trainer Flick: Quintett um Thiago kaum noch gefragt

Denn: Thiago (28), Philippe Coutinho (27), Corentin Tolisso (25), Ivan Perisic (30) und Jerome Boateng (31) müssen sich seit dem Dienstantritt von Hansi Flick Sorgen um ihre Zukunft auf dem Rasen machen.

Flick erklärte vor dem BVB-Spiel: „Ich habe selbst gespielt und war sauer, wenn ich nicht gespielt habe oder nur für wenige Minuten eingewechselt wurde.“ In der ersten Woche nach der Kovac-Entlassung hielten die Bankdrücker noch still. Aber auch Hansi weiß, dass das nicht ewig so weitergeht. Er meinte: „Alle wissen, dass die Situation aktuell für jeden nicht ganz einfach ist. Deswegen nimmt sich jeder ein Stück zurück.“

FC Bayern unter Trainer Flick: Cuisance wegen Verspätung aus Drittliga-Startelf gestrichen

Die große Frage: Wie lange hält der Flick-Frieden? Michael Cuisance (20) tanzte schon am Sonntag aus der Reihe. Der Mittelfeldmann kam zu spät zum Treffpunkt der FCB-Amateure vor dem Spiel gegen Magdeburg (2:1), wurde deshalb aus der Startelf gestrichen. Angeblich hatte Cuisance Probleme dabei gehabt, seine Schuhe aus dem Profitrakt zu holen.

FC Bayern unter Trainer Flick: Thiago muss sich hinter Kimmich anstellen

Gegen den BVB wirbelte im Mittelfeld ein echter Regisseur, verteilte Bälle, grätschte Gegenspieler ab - das Problem aus Thiagos Sicht: Dieser Mann trug blonde Haare und den Schriftzug „Kimmich“ auf dem Trikot. Flick hat den deutschen Nationalspieler wieder dorthin gestellt, wo er in dieser Saison seine besten Partien gemacht hat: ins defensive Mittelfeld. 

Folglich ist für Thiago bisher zwei Mal kein Platz gewesen. Der Spanier kommt unter Flick auf einen Einsatz und magere 18 Minuten. Ein Zustand, den Thiago nicht lange akzeptieren wird.

FC Bayern unter Trainer Flick: Coutinho tanzt nur noch auf die Bank

„Das sieht teilweise aus wie Tanzen mit dem Ball“ - diese Worte über Coutinho fielen Ende September nach dem 3:2-Sieg bei Aufsteiger Paderborn. Gesagt hat sie der inzwischen entlassene Niko Kovac. Mit dem Kroaten ging ein großer Fan der Barça-Leihgabe von Bord. 

Um im Bild zu bleiben: Statt brasilianischer Samba tanzt Coutinho aktuell eher Blues. Denn: Hansi Flick setzt auf Thomas Müller, unter Kovac noch zum Notnagel degradiert. Und Müller zahlte das Vertrauen mit zwei Torvorlagen gegen Dortmund zurück.

Die Vier von der Bayern-Bank: Corentin Tolisso, Thiago, Philippe Coutinho und Ivan Perisic (v. l.) verfolgen das Geschehen auf dem Rasen sitzend.

FC Bayern unter Trainer Flick: Tolisso trotz Dreier-Mittelfeld nicht mehr gefragt

Harte Wochen für den Weltmeister! Flick setzt in seinem 4-3-3-System zwar auf zwei Spieler vor Sechser Joshua Kimmich, bislang hatten aber Thomas Müller und Leon Goretzka die Nase vorn. Gegen Piräus durfte Coco acht Minuten mitmachen, gegen Dortmund musste er 90 Minuten von der Bank aus zuschauen. 

Nach Abpfiff dampfte Tolisso schnurstracks in die Kabine ab. Eine Viertelstunde nach Abpfiff marschierte der Mittelfeldmann wortlos durch die Mixed Zone. Die Länderspiele kommen gerade recht.

FC Bayern unter Trainer Flick: Perisic bei roter Party nur Zuschauer

Ein Blick auf die jubelnde Bayern-Mannschaft reichte am Samstagabend aus, um Aufschlüsse über den Gemütszustand von Perisic zu gewinnen. Als seine Teamkollegen den Sieg ausgelassen vor der Südkurve feierten, war Perisic unschlüssig, ob er sich nun der roten Party anschließen oder lieber zu seiner Familie auf der Westtribüne steuern sollte.

Immerhin: Der 30-jährige Kroate, ausgeliehen von Inter Mailand, nutzte seine 17 Einsatzminuten unter Hansi Flick für beste Eigenwerbung: Gegen Piräus traf er zum 2:0, gegen Dortmund leitete er das Hummels-Eigentor ein.

FC Bayern unter Trainer Flick: Boateng fällt wegen Roter Karte in der Hierarchie

Das Debakel in Frankfurt (1:5) kostete nicht nur Niko Kovac den Job als Bayern-Trainer, sondern auch Boateng die Chance, sich bei Hansi Flick für einen Stammplatz zu empfehlen. Der 31-Jährige sah gegen die Eintracht nach zehn Minuten Rot - und weil Flick gegen Dortmund auf eine eingespielte Viererkette setzen wollte, musste Boateng auch gegen Piräus zuschauen. Ein weiterer Nachtteil für den Weltmeister von 2014: Javi Martinez und David Alaba überzeugten als Innenverteidiger gegen den BVB, sind vorerst gesetzt.

Jonas Austermann

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