Zukunfts-Gespräche stehen an

Wie bitte? Rummenigge verrät Details zum Bayern-Drama - Aussage über Flick wirft sofort neue Fragen auf

Hansi Flick und der FC Bayern München werden wohl getrennte Wege gehen. Nun ergriff Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge das Wort.

München - Hansi mag nicht mehr: Der FC Bayern München* verliert in Kürze einen Trainer, mit dem man eigentlich noch ganz lange zusammenarbeiten wollte. Letztlich waren die Vorstellungen von Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic wohl zu weit auseinander - weshalb der Erfolgscoach seinen Abschiedswunsch hinterlegte.

Den Bayern-Bossen gefiel Flicks Alleingang nach dem Wolfsburg-Spiel überhaupt nicht. Denn eigentlich hatte man intern vereinbart, sich nach dem Spiel in Mainz nochmal für Gespräche zu treffen. Nun ist jene Partie bei den Nullfünfern gespielt, allerdings wurde sie überraschend verloren. Für die Diskussionen um die Flick-Zukunft dürfte die Pleite aber kaum eine entscheidende Rolle spielen.

FC Bayern München: Wie geht es mit Hansi Flick weiter? Gespräche stehen an

Karl-Heinz Rummenigge* wurde nun im Interview mit der Bild am Sonntag gefragt, ob Flick die Bayern auch verlässt, wenn der DFB keine Ablöse für ihn bezahlt. Die Antwort des Vorstandsvorsitzenden: „Es ist Fakt, dass uns Hansi Flick mitgeteilt hat, uns nach der Saison verlassen zu wollen. Wir haben vereinbart, dass wir uns nach dem Spiel in Mainz zusammensetzen. Eines muss klar sein: Wenn wir Hansis Wunsch entsprechen sollen, müssen alle Parteien gemeinsam eine Lösung finden, mit der auch der FC Bayern zufrieden ist. Wir sprechen hier immerhin von einem Trainer, der mit uns Historisches erreicht hat und mit dessen Arbeit wir sehr glücklich sind.“

Der springende Punkt dieser Aussage: Es soll eine Lösung gefunden werden, „mit der auch der FC Bayern zufrieden ist“. Der DFB, wo Flick als Top-Kandidat auf die Löw-Nachfolge gilt, beteuerte immer wieder, für einen neuen Bundestrainer keine Ablöse bezahlen zu wollen. Spätestens hier wird es also kompliziert - wie löst man dieses Dilemma?

Eine Antwort darauf fällt in den kommenden zwei Wochen. Das nächste Bundesliga-Spiel der Bayern* ist wegen der Halbfinale im DFB-Pokal erst am 8. Mai - es ist also viel Zeit, wie auch Rummenigge weiß. Für diese Phase sind dann die Flick-Gespräche anberaumt.

Hansi Flick: Bayern-Trainer war laut Rummenigge bei Transfers eingebunden

Der Bayern-Boss lieferte außerdem neue Details zum Machtkampf. Er sagte im Bild-Interview: „Ich muss in der ganzen Situation aber auch einmal etwas Grundsätzliches anmerken, das ist uns allen wichtig: Momentan zielt die Öffentlichkeit auf Hasan Salihamidzic* ab. Aber alle Entscheidungen, selbstverständlich auch Transfers und Kaderfragen, treffen wir beim FC Bayern gemeinsam mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat - und der Trainer ist dabei genauso eingebunden. Daher finde ich es nicht fair, wie die Öffentlichkeit aktuell mit Hasan umgeht.“

Immer wieder hatte es geheißen, dass Flick mit den Brazzo-Transfers nicht einverstanden gewesen sei und sich andere Spieler - unter anderem Benjamin Henrichs als Rechtsverteidiger statt Bouna Sarr - gewünscht haben soll. Der Trainer sagte sogar öffentlich, dass der Kader der vergangenen Saison besser gewesen sei als der aktuelle. Geht es nach Rummenigges Aussagen, war Flick aber eben doch bei der Kaderplanung „eingebunden“. Ist der Erfolgstrainer also auch selbst dafür verantwortlich, dass der Kader an manch einer Stelle eine Lücke aufwies? Wurde seine Meinung bei Wunschspielern einfach von den anderen Entscheidungsträgern überstimmt? „Kaderfragen“ dürfte sicher auch die Vertragsverlängerungen bei Spielern wie Jerome Boateng oder David Alaba betreffen, die Flick sehr schätzt - warum stehen dann, wenn der Trainer involviert war, nun doch beide vor einem Abschied? Wie ist es zu erklären, dass sich ein Trainer mehr Einfluss wünscht, wenn er ihn ja offenbar sogar hatte?

Die neuen Aussagen werfen jedenfalls neue Fragen auf. Möglicherweise wird es auch darauf in den kommenden Tagen eine Antwort geben, wenn an der Säbener Straße über die Zukunft von Hans-Dieter Flick* gesprochen wird. (akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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