Vertrag läuft noch bis 2023

Was macht er nach dem FC Bayern? Flick-Biograf legt sich fest - Erste Option ist schon vom Tisch

Die Zukunft von Hansi Flick ist nach seinem angekündigten Abschied noch ungeklärt. Eine Option für den Bayern-Trainer ist laut Merkur-Sportchef aber schon vom Tisch.

München - Hansi Flick* hat es tatsächlich getan. Was seit geraumer Zeit befürchtet worden war, ist seit einer Woche Realität. Der Trainer schmeißt hin, will den FC Bayern* im Sommer verlassen. Zuvor hatte er dem Vorstand seinen Abschiedswunsch mitgeteilt. Doch wie geht es mit Flick nun nach der Saison weiter, lassen die Bayern ihren Erfolgscoach so einfach ziehen?

Flick hat in München noch einen laufenden Vertrag bis 2023. Das macht die Sache kompliziert. Im Sommer wird der Posten des Bundestrainers frei, Jogi Löw hat bereits seinen Rücktritt nach der EM angekündigt. Logisch, dass Flick diese Aufgabe reizt. Schließlich kommt solch eine Chance nicht alle paar Jahre, zudem hat er gute Erinnerungen an seine Zeit beim DFB. Zwischen 2006 und 2014 war Flick Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft und wurde Weltmeister, danach war er bis Anfang 2017 Sportdirektor.

Hansi Flick zu europäischem Topklub? Merkur-Sportchef Günter Klein legt sich fest

Flick gewann mit dem FC Bayern innerhalb eines Jahres sechs Titel, steht kurz vor der zweiten Meisterschaft. In Deutschland hat der 56-Jährige alles erreicht, die nächste Stufe wäre also der Job des Bundestrainers. Doch auch ausländische Vereine sollen sich um die Dienste des Fußballlehrers bemühen. Neben Interesse von Klubs aus der Premier League hat demnach vor allem Juventus Turin ein Auge auf Flick geworfen. Günter Klein, Sportchef des Münchner Merkur, ist auf diesem Fachgebiet ein wahrer Experte. Jüngst hat er eine Biografie über den Bayern-Trainer veröffentlicht und war dafür monatelang in das engste Umfeld Flicks eingetaucht. Er glaubt indes nicht an einen Wechsel zu einem europäischen Topklub.

„Ein Verein im Ausland würde nicht zu seiner Art zu leben passen. Die Gelegenheit dazu hatte er bereits zwischen seinem Ende in Hoffenheim und seinem Start beim FC Bayern. Er hat sie nicht angenommen, obwohl ihm etliche Jobs, darunter exotische, angeboten wurden“, sagte Klein im Sport1-Podcast „Meine Bayern-Woche“. Flick wurde zu Beginn der Saison 2017/18 Geschäftsführer Sport bei der TSG Hoffenheim, nach acht Monaten beendete er die Zusammenarbeit aber schon wieder. Danach war er eineinhalb Jahre ohne Job. Flick gilt als bodenständig und heimatverbunden, der Familienmensch hat sogar schon zwei Enkelkinder.

Bayern-Dilemma: Flick will Bundestrainer werden

Alles deutet also auf eine Rückkehr zum DFB hin. Das glaubt auch Klein, der in einem NOZ-Interview sagte: „Ich glaube, Flick wird Bundestrainer.“ Bereits nach dem Aus in der Champions League in Paris reagierte Flick emotional auf Nachfragen zu seiner Zukunft. Erstmals nahm er dabei das Wort DFB in Bezug auf seine Person in den Mund. „Ob ich dann beim DFB bin vielleicht, dort vielleicht einen anderen Rhythmus hätte – das ist denen vollkommen egal“, sagte er in Richtung seiner Familie, die ihn, egal wie seine Entscheidung ausfalle, definitiv unterstützen werde.

Der FC Bayern hatte angekündigt, erst nach dem Spiel in Mainz mit Flick über seine Zukunft reden zu wollen. Der DFB müsste für Flick wohl eine Ablöse auf den Tisch legen, der deutsche Rekordmeister könnte schließlich für einen geeigneten Nachfolger ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Julian Nagelsmann von RB Leipzig ist im Gespräch. Doch die Situation ist vertrackt. Der DFB hat wiederholt klargestellt, keine Ablöse bezahlen zu wollen.* Möglicherweise finden die Parteien einen Kompromiss. Wenn nicht, könnte Flick im Sommer 2022 eine Ausstiegsklausel ziehen. Die nächsten Tage und Wochen dürften Aufschluss über seine Zukunftsplanung geben. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jan Woitas

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