Minimale Chancen auf Platz eins

Champions League in Belgien: Bayern schauen nach Paris

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Tore, sie brauchen Tore: Bei einigen Bayern lebt der Traum vom Gruppensieg vor Paris St. Germain noch.

Alles andere als ein Sieg des FC Bayern beim RSC Anderlecht wäre eine große Überraschung. Doch am Tag vor dem Spiel dreht sich vieles auch um eine ganz andere Partie.

Brüssel - Jupp Heynckes nutzt die günstige Chance zur großen Rotation - an seinem Siegeszug mit dem FC Bayern soll sich aber auch in Belgien nichts ändern. „Das ist ein Champions-League-Spiel. Und es ist ganz klar, dass ich nicht meine Gewohnheiten ändere und dem Team sagen werde: 'Spielt mal mit 50 Prozent Einsatz!“ Nein. „Ich bin so ehrgeizig, unsere Serie ausbauen zu wollen“, verkündete Heynckes am Dienstagabend im kleinen Presseraum des Stadions des RSC Anderlecht.

Seit der Rückkehr aus dem Ruhestand hat Heynckes jeden seiner acht Fußball-Aufträge erfolgreich gelöst. In der Königsklasse aber könnte selbst der 72 Jahre alte Alles-Gewinner vorerst an seine Grenzen stoßen. Nach dem vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale bezeichnete Heynckes angesichts der Stabilität der Multi-Millionen-Truppe von Konkurrent Paris St. Germain den Gruppensieg vor dem Spiel am Mittwochabend (20.45 Uhr/hier im Live-Ticker) beim punkt- und torlosen (!) Tabellenletzten RSC Anderlecht als „Wunschdenken“. Zu dominant agiert das von Sieg zu Sieg eilende PSG-Ensemble um Weltstar Neymar, das die Gruppe B mit zwölf Punkten und 17:0 Toren vor den Bayern (9) anführt.

Bilder aus Belgien: Profis trainieren und Heynckes trifft Ex-Bayern-Star

Rummenigge glaubt nicht an PSG-Ausrutscher

„Paris hat bisher alles in der Champions League weggeputzt, inklusive dem 3:0 gegen uns“, betonte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. „Nein, ich rechne damit nicht“, antwortete er auf die Frage nach einem möglichen Ausrutscher von PSG gegen Celtic Glasgow. Dieser könnte den Bayern doch noch ein echtes Endspiel um Platz eins am 5. Dezember in München bescheren. „Die werden auch gegen Glasgow punkten“, wiegelte Rummenigge jedoch ab.

Die Altlast der krachenden Niederlage im direkten Duell mit Paris unter Heynckes' anschließend geschasstem Vorgänger Carlo Ancelotti erscheint zu groß. „Paris Saint Germain hat durch den 3:0-Heimsieg einen Riesenvorteil. Der direkte Vergleich zählt, deswegen wird es schwierig, noch auf Platz eins zu kommen“, erläuterte Heynckes.

Heynckes fordert: „Von der ersten Minute an Gas geben“

Trotzdem soll gegen Anderlecht die Mini-Chance auf den insgesamt 15. Gruppensieg in der Königsklasse nicht fahrlässig verschenkt werden. „Der erste Platz ist schwierig. Trotzdem müssen wir ein seriöses Spiel abliefern, von der ersten Minute an Gas geben und ein gutes Ergebnis holen. Vielleicht haben wir dann eine kleine Chance am letzten Spieltag - man weiß nie“, erklärte Arjen Robben, der in Abwesenheit von Torwart Manuel Neuer und Angreifer Thomas Müller (Trainingsrückstand) das Münchner Team als Kapitän anführt.

Die Mini-Chance auf Platz eins stellt im kleinen Constant Vanden Stock Stadion nicht den Hauptanreiz dar. „Wir haben eine Serie von acht Siegen hingelegt. Man muss einfach in diesem Flow bleiben, wie es so schön heißt“, erklärte Vorstandschef Rummenigge.

Boateng und Rudy beginnen

Heynckes gab sich ausnahmsweise bei der Aufstellung auskunftsfreudig. Er wird die Startelf im Vergleich zum 3:0 in der Bundesliga gegen den FC Augsburg umfangreich umbauen. Jérôme Boateng, Sebastian Rudy und Corentin Tolisso werden neu ins Team kommen, wie er ankündigte. Auch Kingsley Coman sei nach einer Blessur am Fuß für die Startformation eingeplant. Ein Härtetest beim Abschlusstraining sollte entscheiden.

Neben Weltmeister Müller reisten die leicht angeschlagenen David Alaba und Rafinha nicht mit nach Brüssel. Nach dem Spiel geht es am Donnerstag nicht zurück nach München, sondern mit dem Mannschaftsbus direkt weiter an den Niederrhein, um sich dort optimal auf das Bundesliga-Topspiel bei Borussia Mönchengladbach vorbereiten zu können. „Es ist sinnvoll, die Regeneration zu nutzen mit wenig Reisen hin und her“, sagte Torwart Sven Ulreich zu dieser Heynckes-Aktion.

dpa

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