3. Liga als Sprungbrett ins Star-Ensemble?

U23-Trainer Hoeneß: Werden sehen, wer das Potenzial für die Profis hat

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Für Sebastian Hoeneß sind die FC Bayern Amateure die erste Station im Profifußball.

Mit dem neuen Trainer Sebastian Hoeneß gehen die FC Bayern Amateure die Mission 3. Liga an. Der 37-Jährige spricht über seine neue Aufgabe. 

Nur knapp drei Wochen nach dem furiosen Sieg in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg haben die Spieler der FC Bayern Amateure die Vorbereitung auf die erste Drittligasaison seit acht Jahren aufgenommen. Das Kommando hat inzwischen Sebastian Hoeneß übernommen. Der 37-Jährige rückt von der U19 auf und ersetzt Aufstiegs-Trainer Holger Seitz, der auf eigenen Wunsch in die Führungsetage des Campus wechselt.

Hoeneß Eindruck von der Mannschaft nach dem ersten Training am Montag war „sehr gut“. Angesprochen auf Unterschiede zur U19 sagte der Sohn von Ex-Nationalspieler Dieter Hoeneß: „Es ist schon anders. Die Spieler sind reifer und wirken deshalb bisher ein Stückchen zuverlässiger und professioneller.“

Von der letztjährigen U19-Mannschaft, mit der Hoeneß in der Bundesliga Süd/Südwest einen enttäuschenden vierten Rang belegte, rücken sieben Spieler auf. Neben Josip Stanisic, Chris Richards, Daniels Ontuzans, Can Karatas und Marcel Zylla, die bereits seit längerem feststanden, wurden auch Oliver Batista Meier und Thomas Rausch zu den Amateuren befördert. Mit dem Kader ist Hoeneß „im Großen und Ganzen zufrieden. Die jungen Spieler wie Olli und Marcel haben schon gezeigt, dass sie Tore machen können.“ 

Trotzdem fordert Hoeneß noch einen Stürmer: „Wir wollen noch einen Spieler, der uns in der 3. Liga Tore garantiert.“ Einen Namen wollte er nicht nennen. Ein Kandidat könnte Blaz Kramer vom Relegationsgegner VfL Wolfsburg II sein. Der 23-Jährige soll sogar schon kurz vor einem Wechsel zu den Amateuren stehen. Der Slowene überzeugte insbesondere im Hinspiel und bekam deshalb sogar ein Sonderlob von FCB-Präsident Uli Hoeneß. Bei Toptorjäger Kwasie Okyere Wriedt hingegen ist Hoeneß sicher: „Otschie bleibt“.

Sebastian Hoeneß: „Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Mannschaft“

Trotz des Aufstiegs in die 3. Liga rechnet der Neffe von Uli Hoeneß auch mit Abgängen: „Es wird mit Sicherheit noch etwas passieren.“ Er kündigte aber auch an, dass „der Kern zusammenbleiben wird“. Wooyeong Jeong hat sich bereits verabschiedet und wechselt zum SC Freiburg

Weitere heiße Wechselkandidaten sind Lars Lukas Mai und Christian Früchtl. Mai steht insbesondere beim 1. FC Nürnberg hoch im Kurs und Christian Früchtl liebäugelt mit einem Wechsel in die Bundesliga. Auch Timothy Tillman schien nach seiner Rückkehr vom 1. FC Nürnberg ein Kandidat für eine Leihe zu sein. Diese Option ist aber wohl erstmal vom Tisch. „Abgänge sind nicht meine Thematik. Aber ich habe klar kommuniziert, dass es in meinem Interesse ist, wenn sie bleiben. Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Mannschaft“, kommentierte Hoeneß die Gerüchte. 

Franck Evina, der vorzeitig von seiner Leihe von Holstein Kiel zurückkehrt, und Meritan Shabani, an dem ebenfalls mehre Vereine Interesse zeigen, hatten zu Saisonbeginn noch Sonderurlaub. Jan-Fiete Arp und Alphonso Davies, die beide fest bei den Profis eingeplant sind, könnten aber auch bei den Amateuren zum Einsatz kommen: „Das ist eine Option und wird mit Sicherheit mal vorkommen.“ Gleichzeitig hofft Hoeneß, aber, dass „sie sich oben durchsetzen.“

Sebastian Hoeneß: 3. Liga „wird Erkenntnisse für die Profis liefern“

Die Rückkehr der Reserve in die 3. Liga sieht der 37-Jährige für sich und auch für die Mannschaft als „große Herausforderung“, gleichzeitig aber auch als Chance für den einen oder anderen Spieler, das nach vielen Jahren wieder den Sprung zu den Profis schafft: „Wir werden sehen, wer von den Talenten das Potenzial hat, sich auf Drittliganiveau durchzusetzen. Das wird uns mehr Erkenntnisse für die Profis liefern“. Deshalb hofft Hoeneß, „dass sich dieses Jahr etwas ändert. Ich habe es mir selbst als Ziel gesetzt, dass wieder Spieler von uns in die erste Mannschaft kommen. Es ist Aufgabe des Nachwuchses, Spieler für die Profis zu entwickeln.“ Wer seiner Meinung nach das Potenzial für die Profis hat, will der 37-Jährige nicht verraten: „Ich nennen zu diesem Zeitpunkt noch keine Namen, besonders, weil es in der Jugend meistens eh anders kommt.“

Die 3. Liga ist für Hoeneß eine große Umstellung zur Regionalliga: „Es wird viele Derbys und mehr Zuschauer und Emotionen geben.“ Auch spielerisch wird sich in der 3. Liga einiges verändern: „Die Gegner werden robuster und auch abgezockter sein. Deswegen wird es nicht wie in der Regionalliga reichen, dass wir nur 80 Prozent geben. Wir müssen uns in jeden Zweikampf mit 100 Prozent reinwerfen“. Trotz der vielen Nachwuchshoffnungen im Kader „wollen wir in der Liga bleiben, beziehungsweise den Abstieg vermeiden. Obwohl wir die jüngste und unerfahrenste Mannschaft sind, wollen wir in jedem Spiel mutig und forsch auftreten.“ Deshalb kann es auch mal vorkommen, „dass wir ins offene Messer laufen und Lehrgeld bezahlen“. Das sieht Hoeneß gleichzeitig aber auch als „Lernprozess“. 

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