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Impfchaos beim FC Bayern München - In der Mannschaft haben sich längst zwei Lager gebildet

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Von: José Carlos Menzel López

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Ihre Fälle belasten den FC Bayern: Kimmich und Kollegen, die ebenfalls in Quarantäne sind.
Ihre Fälle belasten den FC Bayern: Kimmich und Kollegen, die ebenfalls in Quarantäne sind. © Stefan Matzke/sampics

Das Verhalten der Impfskeptiker beim FCB spielt der Konkurrenz in die Karten und könnte für den Weltclub aus München in die größte Krise seit Jahren führen.

München – Das Wort Krise wird im Zusammenhang mit einem erfolgsverwöhnten Verein wie dem FC Bayern schnell verwendet. Trifft Robert Lewandowski in zwei aufeinanderfolgenden Spielen nicht, befindet er sich in einer Torkrise. Lässt die Mannschaft in mehreren Spielen in Folge Punkte liegen, dann macht sie eine Formkrise durch. So sind die Mechanismen des Geschäfts.

Umso höher die Messlatte, umso höher der Anspruch.

FC Bayern: Der Münchner Vorzeigeclub erlebt die erste handfeste Krise seit Jahren

Das, was dem FC Bayern dieser Tage widerfährt, ist jedoch viel mehr als eines dieser raren Leistungstiefs, das vom medialen Umfeld des schillernden Weltclubs dementsprechend hochstilisiert wird. Gut möglich, dass der Münchner Vorzeigeclub im Herbst 2021 die erste handfeste Krise seit Jahren durchmacht. Eine, die seine DNA, das Mia san mia, auf die Probe stellt wie selten zuvor. Sportliche Fehltritte wie das 1:2 in Augsburg sind hier nur die direkte Konsequenz einer internen Debatte um fehlende Solidarität, Egoismus und Gesundheit. Und mittendrin im Sturm, der über der Säbener Straße tobt: Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala, Michael Cuisance und Eric Maxim Choupo-Moting.

Ersterer befand sich als Ungeimpfter – wie auch die positiven Niklas Süle und Josip Stanisic – bereits in Quarantäne, die anderen vier Spieler gesellten sich am Sonntag als direkte Kontakte einer positiv getesteten Person dazu. Sie alle fallen folgerichtig für die Partie bei Dynamo Kiew aus. Zerreißt das Impfchaos den FC Bayern?

Im Video: Vier weitere Bayern-Stars in Quarantäne

Ziemlich genau einen Monat ist es nun her, dass Kimmich seine Impfskepsis publik machte. Seitdem ist eine Menge geschehen. Die Causa wurde politisiert, danach ging es für Kimmich zweimal in Quarantäne, am Sonntag nun für die vier Gleichgesinnten ebenso.

Impfchaos beim FC Bayern erreicht neue Eskalationsstufe

Und nun wurde die vorerst letzte Eskalationsstufe erreicht. Laut „BamS“ macht der FC Bayern jetzt von seinem Recht Gebrauch, das Gehalt von Kimmich & Co. als ungeimpfte und sich in Quarantäne befindende Arbeitnehmer zu kürzen. So sieht es die bayerische Gesetzgebung vor. Bei Kimmich bedeutet das bei einem geschätzten Jahresgehalt von 20 Millionen inzwischen rund 768.000 Euro weniger. Karl-Heinz Rummenigge, Ex-Vorstandsvorsitzender des Clubs, kann die Maßnahme seiner Nachfolger in der Chefetage nachvollziehen. Bei Sky90 sagte er: „Alle haben versucht, das Thema Nicht-Impfen zu bereinigen und eine Lösung zu finden. Das ist nicht geglückt. Vielleicht gelingt es ja jetzt.“

Im FCB-Kader haben sich zwei Lager gebildet: Geimpfte gegen Ungeimpfte

Dass der FC Bayern Kimmich & Co. ans Geld will, ist als letztes Mittel gegen den drohenden Zusammenbruch zu werten. Es ist kein Geheimnis, dass sich im Kader des FC Bayern zwei Lager gebildet haben: Geimpfte gegen Ungeimpfte. Erstere können nicht nachvollziehen, warum die Kollegen nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch den sportlichen Erfolg der gesamten Mannschaft aufs Spiel setzen. Oder wie Sportvorstand Hasan Salihamidzic stellvertretend unterstrich: „Die Haltung des Clubs und meine persönliche ist, dass wir uns alle impfen lassen sollten, weil es der einzige Weg raus aus der Pandemie ist. Ich habe es ja auch gemacht.“

Fünf Spieler nicht. Sie spielen damit nicht nur dem Virus in die Karten, sondern auch allen Gegnern des FC Bayern, die gerne dabei zusehen, wie sich der Verein selbst zerstört.

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