Lustiger Moment bei Pressekonferenz

"Ist da der Uli?" Pep sorgt für Schnappatmung

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Pep Guardiola bei der Pressekonferenz.

München - Mit den Worten "Ist da der Uli?" hat Pep Guardiola bei der Pressekonferenz am Dienstag für größere Schnappatmung bei Journalisten gesorgt.

Für einen ganz kurzen Moment herrschte an der Säbener Straße gestern Nachmittag Stillstand. „Ist da der Uli?“ fragte Pep Guardiola, als der Übersetzer seine soeben getätigte Aussage für die russischsprachigen Medienvertreter übersetzte und der Bayern-Coach gerade Zeit hatte, sich ein wenig im Raum umzusehen. Guardiola zeigte dabei nach links, in Richtung der Tür zur Mitarbeiter-Kantine, die kurz zuvor einen kleinen Spalt aufgegangen war. Aber: Er meinte nicht den Durchgang, sondern das Bild an der Wand daneben, auf dem der junge Uli Hoeneß im Endspiel des Europapokals der Landesmeister im Jahr 1974 zu sehen ist. Die kurze Schnappatmung der Journalisten war umsonst.

Tatsächlich hätte es gut gepasst, wenn gerade vor diesem unbedeutenden abschließenden Gruppenspiel in der Champions League-Gruppenphase gegen ZSKA Moskau (heute, 20.45 Uhr) etwas derart Aufregendes wie die Rückkehr des ehemaligen Präsidenten für Schlagzeilen gesorgt hätte. Aber so bleibt es, wie es ist: Pep Guardiola ist redlich bemüht, den Fokus trotz der bereits seit dem vierten Spieltag feststehenden Qualifikation für das Achtelfinale auf dem Feld zu halten. „Wir wollen gewinnen. Ganz einfach, weil es unser Beruf ist“, sagte der Spanier.

Ein guter Jahresabschluss ist die Motivation, die diese sportlich so wertlose Partie irgendwie in die Köpfe der ohnehin schon müden Spieler bringen soll. „Dann hätten wir noch drei Punkte mehr, das wäre gut für unser Selbstvertrauen“, sagte Guardiola. Eine Gruppenphase ohne Niederlage hat der Rekordmeister zwar schon beim 2:3 bei Manchester City verspielt. Bei einem Sieg könnte man aber immerhin die bisherige Klub-Bestmarke von 15 Punkten aus sechs Vorrundenspielen einstellen. Ein Erfolg mit vier Treffern Differenz würde diese Marke aufgrund des Torverhältnisses sogar zu einem vereinseigenen Rekord veredeln.

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Es ist bereits das vierte Spiel, das die Bayern in den letzten 15 Monaten gegen den russischen Meister bestreiten – bisher stehen drei Siege zubuche. Von einer „Mannschaft mit Herz“ sprach Guardiola zwar, Rafinha warnte zudem, dass „wir uns voll konzentrieren müssen“. So richtig traut dem mit ManCity und dem AS Rom punktgleichen ZSKA aber wohl kaum jemand zu, gegen die Bayern zu gewinnen und in die Runde der letzten 16 einzuziehen.

Jerome Boateng kündigte schon an, „nicht lockerer zu spielen als sonst“, und der Weltmeister gehört immerhin einer Abwehr an, die in der gesamten Bundesliga-Saison erst drei Gegentore zuließ. Viel rotieren kann Guardiola in der Hintermannschaft aufgrund der zahlreichen Verletzten und der Rotsperre von Medhi Benatia ohnehin nicht. Zumindest in der Offensive aber wird er wohl punktuell darauf reagieren, dass „einige Spieler ein bisschen platt sind“. Sebastian Rode dürfte zu seiner Chance kommen, auch Bastian Schweinsteiger ist nach vier Kurzeinsätzen wieder ein Kandidat für die Startelf. Den Fehler, zu viel zu wechseln, will Guardiola nicht machen. Denn er habe Klubboss Karl-Heinz Rummenigge zwar nicht direkt versprochen, die FIFA-Prämie von einer Million Euro zu holen: „Aber Kalle weiß, dass wir immer gewinnen wollen.“

Dass das am Samstag anstehende Topspiel beim FC Augsburg dennoch schon in den Köpfen spukt, kann Guardiola nicht verhindern. Mit Blick auf die danach im Dreitagesrhythmus anstehenden Liga-Spiele legte er sein Gesicht sogar kurzzeitig in Sorgenfalten. Der Endspurt 2014 hat es in sich – zumindest terminlich. Die großen Spiele, die, bei denen man sich verewigen kann wie Uli Hoeneß auf diesem Bild von 1974, kommen aber erst 2015.

Hanna Schmalenbach

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