Ist er fit genug für Barcelona?

Javi: "Ich denke, ich kann dem Team helfen"

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Javi Martinez (r.) war gegen Leverkusen wieder am Ball.

München - Die Generalprobe für das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Barcelona ging daneben, doch es gab auch gute Nachrichten. Etwa von Javi Martinez.

Bastian Schweinsteiger schlurfte kommentarlos Richtung Mannschaftsbus. Dem DFB-Kapitän hatte es nach der verpatzten Europacup-Generalprobe von Bayern München offenbar die Sprache verschlagen. „Hauptsache keiner verletzt“, lautete dagegen vier Tage vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Barcelona (Mittwoch, 20.45 Uhr/ZDF und Sky) unisono das übereinstimmende Fazit der beiden Weltmeister Philipp Lahm und Manuel Neuer nach der 0:2 (0:0)-Pleite bei Bayer Leverkusen.

Eine Woche nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft auf der Couch und vier Tage nach dem Pokal-K.o. gegen Borussia Dortmund hinterließ die dritte Saisonniederlage einen faden Beigeschmack. Matthias Sammer war angesichts der schwierigen Situation sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht: „Man kann über alles diskutieren, aber nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Wir werden uns nichts kaputtreden lassen. Diese Saison ist bisher großartig. Der Trainer und die Spieler haben eher ein Kompliment verdient, als irgendwelche Kritik.“

Bayerns Sportvorstand war vor allem bemüht, seinen Coach Pep Guardiola vor dessen Rückkehr nach Barcelona aus der Schusslinie zu nehmen: „Pep hat mit Bayern fünf Titel geholt und die zwei Jahre sind noch nicht um. Er darf sich nun vor den Duell mit seinem Ex-Klub nicht zu sehr unter Druck setzten. Ich rate ihm zu etwas mehr Gelassenheit.“

Der Bayern-Chefcoach nahm die Niederlage in der BayArena billigend in Kauf. Auch wenn der Spanier die Liga bereits abgehakt hat, was man angesichts der Einsätze der Viertligaspieler Rico Strieder und Lukas Görtler auch als Wettbewerbsverzerrung auslegen kann, war der über weite Strecken kümmerliche Auftritt des deutschen Vorzeigevereins mit Blick auf Mittwoch beängstigend. Zwar verwiesen Sammer, Guardiola und Lahm auf die drei Großchancen der Bayern, aber keiner sprach an, dass WM-Held Mario Götze zweimal kläglich versagte und auch Lewandowski-Ersatz Claudio Pizarro alte Klasse vermissen ließ.

Dass sich Barcelona seinerseits mit einer 8:0-Gala - im Übrigen in Bestbesetzung angetreten - beim FC Cordoba auf Mittwoch einschoss, dürfte den Bayern noch mehr Schweißperlen auf die Stirn treiben. „Bei allem Respekt, das Ergebnis hat Barcelona gegen den Tabellenletzten erzielt. Wir haben mit zwei Nachwuchskräften bei einem Champions-League-Teilnehmer gespielt. Das ist ein Unterschied. Wir haben vor Barcelona und seinen vielen Weltklassespielern den nötigen Respekt, aber wir haben auch einige Weltmeister in unseren Reihen, deshalb werden wir uns nicht klein machen“, sagte aber Sammer, der sich immerhin über das Comeback von Javi Martinez freuen konnte. Der Spanier hatte achteinhalb Monate nach seinem Kreuzbandriss 62 Minuten durchgehalten, dabei aber genauso viel Schatten wie Licht gezeigt.

„Heute war ein Test, um zu sehen, wie ich mich fühle“, sagte der Baske nach dem Abpfiff mit Blick auf das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch beim FC Barcelona.

„Ich werde versuchen, bereit zu sein. Ich denke, ich kann der Mannschaft helfen“, sagte der 40-Millionen-Mann nach seinem Testlauf für Barcelona.

Gegen Leverkusen konnte Martinez bereits wieder andeuten, warum die Bayern 2012 40 Millionen Euro für ihn an Athletic Bilbao überwiesen haben. Gegen die pfeilschnellen Karim Bellarabi und Calhanoglu wurde in einigen Szenen aber auch deutlich, dass es für ihn noch reichlich Luft nach oben gibt. Die Duelle gegen Messi, Suarez, Neymar und Co. vom FC Barcelona dürften im Augenblick für den Rückkehrer noch etwas zu früh kommen.

Nach wie vor ungewiss ist auch der Einsatz von Robert Lewandowski im Camp Nou. „Kein Spieler der Welt kann so wichtig sein, dass man dafür dessen Gesundheit aufs Spiel setzt“, sagte Sammer, der nicht ganz so optimistisch ist wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Der glaubt nach wie vor, dass der Torjäger trotz seines Oberkiefer- und Nasenbeinbruchs mit einer Spezialmaske an Mittwoch auflaufen kann. Lewandowski selbst veröffentliche am Sonntagmittag über die sozialen Netzwerke aber bereits ein Bild von sich mit dem angepassten Gesichtsschutz. „Bereit für die nächste Herausforderung!“, ließ er dazu relativ optimistisch verlauten und streckte dabei beide Daumen als Zeichen der Zuversicht in die Höhe.

sid

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