Campus-Macher hat schon viel bewegt

NLZ-Boss Sauer: Der beste Transfer des FC Bayern der letzten Jahre?

Bis 2023 wurde der Vertrag von Jochen Sauer verlängert. Was hat der NLZ-Chef bisher bei den Münchnern erreicht?
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Jochen Sauer (r.) wird noch mindestens drei Jahre die Faden im NLZ des FC Bayern ziehen. 

Erst letzte Woche verlängerte der FC Bayern München mit seinem NLZ-Chef Jochen Sauer den Vertrag bis Juni 2023. Die bisherigen Erfolge des 47-Jährigen sprechen für sich.

  • Ende April verlängerte der FC Bayern München den Vertrag mit Jochen Sauer, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, bis 2023.
  • Der 47-Jährige kam 2017 mit dem Ziel, junge Nachwuchsspieler an die erste Mannschaft heranzuführen.
  • Die Bilanz des NLZ-Leiters kann sich bisher sehen lassen.

Seit Juli 2017 ist Jochen Sauer der Chef des Nachwuchsleistungszentrums desFC Bayern München. Letzte Woche gab der Rekordmeister bekannt, dass der Vertrag bis Juni 2023 verlängert wurde, Gerüchte um eine Ausdehnung des Arbeitsverhältnis gab es schon länger. 

FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic lobte den leitenden Angestellten der Nachwuchsabteilung nach dessen Unterschrift: „Dass Jochen Sauer sich 2017 für den FC Bayern entschieden hat, ist für den FC Bayern, aber auch für Jochen ein Glücksfall gewesen“. 

Was hat der NLZ-Chef beim deutschen Branchenprimus bisher bewegt? 

Sauer entdeckte in Salzburg bereits kommende Stars

Vor seiner Zeit an der Isar war Jochen Sauer für RB Salzburg, den VfL Wolfsburg undHertha BSCtätig. Vor allem in der Mozartstadt machte sich Sauer einen Namen. Dort war er anfangs Geschäftsführer und übernahm dann gemeinsam mit Christoph Freund die Stelle als Sportdirektor. Beim österreichischen Spitzenklub hatte der 47-Jährige großen Anteil an der sportlichen Neuausrichtung des Klubs und an den drei nationalenDouble-Erfolgen in Serie. Außerdem mischte er bei der Entdeckung von Talenten wie Naby Keita, Dayot Upamecano oder Sadio Mane mit.

FC Bayern: Jochen Sauer soll den neuen David Alaba finden

Genau aus diesem Grund lockten die Münchner Sauer 2017 an die Isar. Er soll mithelfen, dass endlich wieder Stars wie Thomas Müller, David Alaba, Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm an der Säbener Straße aufgebaut werden. Uli Hoeneß kündigte  unlängst an, dass die Roten vermehrt auf den Nachwuchs bauen möchten und „die Stars selber ausbilden, statt sie überteuert zu kaufen“

Der Nachwuchs ist auf dem richtigen Weg

Mit Alphonso Davies hat sich in dieser Saison ein junges Talent bei der ersten Mannschaft der Münchner etabliert. Der Coup wird eher aber eher Sportdirektor Hasan Salihamidzic gut geschrieben. Dennoch hat auch der NLZ-Leiter mit seinem Team ein gutes Auge bewiesen. Mit Chris Richards, Leon Dajaku und Sarprett Singh wurden unter Sauers Regie einige verheißungsvolle Talente verpflichtet und in der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters eingebaut. 

Alle drei gehören in ihrem ersten Jahr in München bereits zum erweiterten Kader der Profis. Auch bei SturmhoffnungJoshua Zirkzee hat der 47-Jährige einen guten Riecher bewiesen. Der junge Holländer gilt mittlerweile als Backup Nummer eins von Torjäger Robert Lewandowski.  

Die Transfercoups Klose und Demichelis 

Bei den Trainerpersonalien bewies Sauer ebenfalls Weitsicht. Mit Miroslav Klose und Martin Demichelis lotste der NLZ-Bosszwei verdiente Spieler zurück zu den Münchnern. DFB- und WM-Rekord-Torjäger Klose ist eiin Idol seiner Spieler. In seiner ersten Saison als Bayern-Trainer sicherte er mit der U17 im vergangenen Jahr die Staffelmeisterschaft in der Bundesliga Süd/Südwest

Ex-Abwehrstar Demichelis genießt nach wenigen Monaten bereits hohes Ansehen. Der Argentinier steht gemeinsam mit Trainer-Kollege Danny Schwarz an der Tabellenspitze der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest

FC Bayern: U23 endlich wieder in der 3. Liga 

Doch nicht nur in der U17 und U19 zeigt der Trend nach oben. Die U23entwickelt sich gut und daran hat auch der NLZ-Leiter seinen Anteil. Die zweite Mannschaft des Rekordmeisters konnte nicht nur letzte Saison aufsteigen, sondern überzeugt auch diese Saison auf ganzer Linie. 

Nach der Winter- bis zur Coronapause musste sich die Elf von Sebastian Hoeneß nur einmal gegen Chemnitz geschlagen geben. Die Kombination aus erfahrenen Spielern wie Maxi Welzmüller, Otschi Wriedt und Timo Kern kombiniert mit jungen Spielern wie Christian Früchtl oder Lars Lukas Mai haben das Team auf einen starken 7. Platz in der 3. Liga gespült. 

Fazit: Sauer konnte bei den Bayern bisher überzeugen

Sauer holt aus den Bedingungen viel heraus, die ihm und seinen Mitarbeitern im NLZ geboten werden. Der 70-Millionen-Euro teure Campus wirft bereits erste Früchte ab. 

Sauer, der  „immer wieder Spieler aus der Nachwuchsabteilung zu den Profis“ bringen möchte, wird seine Arbeit weiterhin vorantreiben. Der Trend ist positiv, denn nach dem ohnehin für die Profis verpflichteten Davies kämpfen inzwischen weitere Talente wie Zirkzee oder Dajaku um Plätze und Einsatzzeiten im Starensemble. Im Zuge der Vertragsverlängerung erhält Sauer weitere Kompetenzen. Bei Transfers bis zu einer gewissen Größenordnung hat er jetzt freie Hand und muss sich nicht mit Salihamidzic abstimmen. 

Text: Florentin Reif 

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