Einst kickte er beim TSV 1860

Ex-Löwe wettert gegen den FC Bayern und die Bundesliga: Sind das die Gründe für den Transferstau?

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Spielten 2010 gemeinsam für die Löwen (v. l.): José Holebas, Emanuel Biancucchi und Benny Lauth.

Beim FC Bayern hofft man weiterhin auf einen großen Transfercoup. Ein ehemaliger Spieler des TSV 1860 äußerte sich jetzt zu diesem Thema - und übte Kritik.

Zell am See - Die Liste der Spieler, die beim TSV 1860 München ausgebildet wurden und danach gestandene Erstliga-Profis wurden, ist lang. Die Bender-Zwillinge, Kevin Volland, Julian Weigl, Marius Wolf, Florian Neuhaus oder Julian Baumgartlinger sind nur einige Namen.

Ein weiterer ist José Holebas. Der gebürtige Aschaffenburger spielt mittlerweile für den FC Watford in der Premier League, nach seinem Abgang von den Löwen lief er noch für Olympiakos Piräus und die AS Rom auf. Der griechische Nationalspieler kennt Europas Top-Ligen - und übte nun in einem Interview Kritik an der Bundesliga.

José Holebas: Ex-Löwe ist Stammspieler beim FC Watford

Holebas sprach am Rande des Watford-Trainingslagers im österreichischen Zell am See über den Status der englischen Elite-Liga: „Es ist eine viel größere Herausforderung als anderswo. Die Vereine in der Premier League kannst du nicht mit anderen in Europa vergleichen. In der Premier League hat jeder Verein Geld – da geht ein gescheiter Spieler auch mal nicht gleich zu einem Top-Verein, um richtig Geld zu verdienen.“ In Deutschland oder Spanien, so der ehemalige Löwe gegenüber dem Sportbuzzer weiter, sei das dagegen vielleicht schon der Fall.

Der Außenverteidiger ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte über die Wechselabsichten vieler Spieler: „So wie ich das mitbekomme, will einfach keiner mehr nach Deutschland. Wen hast du denn da noch großartig?“

José Holebas übt Kritik an der Bundesliga

Eine Aussage die man an der Säbener Straße wohl eher ungern hört - schließlich zählt man sich dort nach wie vor zu den Topklubs auf dem Kontinent. Spricht Holebas vielleicht sogar über Leroy Sané oder Callum Hudson-Odoi und gibt so eine Einschätzung zum Transfer ab? Das bleibt unklar. Er fügt jedoch an: „Klar gibt es Vereine wie Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder den FC Schalke“, führt Holebas weiter aus. Aber: „Du hast in Deutschland nur vier, fünf gute Vereine, danach kommt nichts mehr.“

Irgendwann will der ehemalige Münchner aber doch in die Bundesrepublik zurückkehren. Sieht man ihn dann doch noch in der Bundesliga? Keine Chance: „Ich gehe sicher nach Deutschland zurück – aber für den Fußball auf gar keinen Fall. Mal gucken, wie lange ich noch als Fußballer durchhalte. Ich bin immer noch fit und dann ist es mir egal, ob ich 38, 39 oder 40 Jahre alt bin. Und das ist halt auch wieder so eine Sache in Deutschland.“

José Holebas: „Es gibt kein Alter mehr im Fußball“

Holebas kritisiert in diesem Zusammenhang weiter: Hierzulande würden einen die Leute ab einem Alter von 31 Jahren schon abstempeln. „Das spielt bei den Leuten in Deutschland immer zu sehr im Kopf mit. Das ist einfach nicht mehr so – es gibt kein Alter mehr im Fußball. Es gibt so viele Spieler, die mit 34 oder 35 noch Top-Leistungen bringen.“ So wie er selbst. Holebas kam in den vergangenen drei Jahren auf 89 Premier-League-Einsätze und zählt beim FC Watford mit 35 Jahren zu den absoluten Stammspielern. Beim FC Bayern bekamen die Altstars Arjen Robben und Franck Ribéry zuletzt keine neuen Verträge mehr. Seitdem ist man auf der Suche nach Ersatz. Aktuell bereiten sich die Münchner in den USA auf die neue Saison vor.

Und wie sehen die Pläne nach der Karriere aus? Sieht man den Holebas vielleicht eines Tages auf Funktionärs-Ebene? „Nein, ich bin danach komplett weg vom Fußball“, macht er klar. „Ich schaue mir noch ein bisschen die Spiele des Sohns meiner Cousine an, der spielt bei Kickers Offenbach in der Jugend. Und das reicht mir dann auch.“

akl

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