Abtritt der Oldies als Hoffnungsschimmer

Kimmich unzufrieden: „Das ist nicht mein Anspruch“ - Rangnick lockt

München - Joshua Kimmich zählte 2016 zu den Emporkömmlingen beim FC Bayern. Doch mittlerweile darf er nur noch selten mitmischen. Das wurmt den Youngster, der sich zu Wort meldet.

Als Renato Sanches am späten Samstagnachmittag nach 78 Spielminuten den Wink bekam, sich einsatzbereit zu machen, hatte Joshua Kimmich Gewissheit: Für ihn würde beim 3:0 über Eintracht Frankfurt nur eine Zuschauerrolle bleiben. Trainer Carlo Ancelotti zog dem Senkrechtstarter des vergangenen Jahres andere Teamkollegen vor. Nicht zum ersten Mal: Seit seinem 90-Minuten-Einsatz beim 2:1 über Werder Bremen zum Rückrundenstart stand der 22-Jährige exakt 200 von 900 möglichen Minuten auf dem Platz.

Viel zu wenig für Kimmich, der sich 2016 einen Stammplatz in der deutschen Nationalmannschaft erkämpft hatte und beim FC Bayern so richtig angekommen zu sein schien. „Ich bin darüber nicht glücklich, das ist nicht zufriedenstellend und auch nicht mein Anspruch“, grantelte er nach dem erneuten Bankjob im Gespräch mit Sport Bild. Zugleich wies er auf seine Vielseitigkeit hin, die Ancelottis Vorgänger Pep Guardiola so geschätzt hatte: „Der Trainer weiß, dass ich auf der Sechs und rechts hinten spielen kann - und auch in der Innenverteidigung. Von dem her hat er viele Optionen, mich einzusetzen.“

Vollgas im Training: An der Säbener Straße mischt Joshua Kimmich munter mit.

Unter Guardiola sogar in der Innenverteidigung

Unter dem Katalanen durfte Kimmich im vergangenen Frühjahr - vor allem der Verletzungsmisere von Javi Martinez, Jerome Boateng, Holger Badstuber und Medhi Benatia geschuldet - in der defensiven Zentrale ran. Guardiola adelte den Youngster sogar etwas übertrieben als „einen der besten Innenverteidiger der Welt“. Zudem äußerte er öffentliche Liebesbekundungen für Kimmich, der für ihn „wie mein Sohn“ sei.

Nun wird Ancelotti nachgesagt, ein ähnlich herzliches Verhältnis zu seinen Spielern aufzubauen. Zahlreiche Stars wie Cristiano Ronaldo oder Toni Kroos schwärmen noch heute von der Zusammenarbeit mit dem Italiener. Ob sich auch Kimmich künftig in die Phalanx der Ancelotti-Bewunderer einreihen wird?

Bayern schlagen Frankfurt - einmal Note 1, fünfmal die 2

Ancelotti kündigt Rotation an

Die Aussichten sind angesichts der sich anbahnenden vielen englischen Wochen auf der Saison-Zielgeraden gar nicht mal schlecht. Bereits am Samstagabend nannte Bayerns Trainer „die Möglichkeit zu rotieren, weil wir im April viele wichtige Spiele haben“. Darauf hofft auch Kimmich: „In der Bundesliga haben wir jetzt einen guten Vorsprung, vielleicht wird dann rotiert.“

So könnte der Defensiv-Allrounder doch noch die Chance beim Schopf packen, um sich für die etwas fernere Zukunft zu positionieren. Denn im Sommer treten mit Philipp Lahm und Xabi Alonso zwei Stammspieler ab. Entsprechend wären die Positionen des Rechtsverteidigers sowie des Sechsers vakant.

Kann aus dem Vollen schöpfen: Bayern-Trainer Carlo Ancelotti hat vor den entscheidenden Saison-Wochen keine Verletzten zu beklagen.

Rummenigge setzt offenbar auf Kimmich

Mit Sebastian Rudy kommt von 1899 Hoffenheim zwar ein Spieler, der beide Rollen bereits ausgefüllt hat. Doch der noch bis 2020 an die Roten gebundene Kimmich scheint mit Karl-Heinz Rummenigge einen mächtigen Fürsprecher zu besitzen. Der Vorstands-Boss betonte jüngst bei der Frage nach einem Lahm-Nachfolger: „Ich darf daran erinnern, dass der aktuelle Rechtsverteidiger der deutschen Nationalmannschaft bei uns spielt.“ Ein millionenschwerer Zugang als weitere Konkurrenz scheint bei den Bossen also nicht favorisiert zu sein.

Auch Ancelotti hat Kimmich, den er als „sehr intelligenten Fußballer“ lobt, ganz sicher auf dem Zettel. Und Bald-Fußball-Rentner Lahm macht seinem jungen Kollegen Mut: „Er verhält sich absolut professionell und ich glaube auch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er wieder spielt.“

Rangnick würde Kimmich sofort wieder nehmen

Bei Kimmichs Ex-Klub RB Leipzig scheinen die Verantwortlichen die Entwicklung ebenfalls sehr genau zu verfolgen. In der Sport1-Sendung „Doppelpass“ sagte Sportdirektor Ralf Rangnick auf die Frage nach einer Rückholaktion: „Ich will es gar nicht pauschal ausschließen. Mir gefällt die Idee.“

Allerdings merkte er zugleich an, dass es bei einem solchen Deal auch darum gehe, „ob Jo sich sowas überhaupt vorstellen könnte. Und zweitens, ob Bayern so etwas überhaupt machen würde. Das wäre ja die nächste Frage.“ Für die Sachsen hatte Kimmich als Leihspieler des VfB Stuttgart zwischen 2013 und 2015 in 55 Pflichtspielen in der 2. und 3. Liga sowie dem DFB-Pokal drei Treffer erzielt.

mg/Video: snacktv

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Rubriklistenbild: © imago/MIS

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