FCB mit Mühe in Moskau

Bayern-Star Joshua Kimmich schimpft: Schwachstellen gnadenlos aufgedeckt

Bayern-Spieler Joshua Kimmich geht mit einem Moskauer Spieler ins Laufduell
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Joshua Kimmich (rechts) und der FC Bayern siegten im Champions-League-Duell mit Moskau knapp.

Der 2:1-Sieg des FC Bayern in der Champions League gegen Lokomotive Moskau hat die größte Schwäche der Münchner offenbart - sehr zum Ärgernis von Joshua Kimmich.

  • Der FC Bayern München gewinnt in der Champions League durch einen Treffer von Joshua Kimmich knapp mit 2:1 gegen Lokomotive Moskau (Hier geht‘s zur Ticker-Nachlese).
  • Das Spiel deckt allerdings ein entscheidendes Problem im System des FC Bayern und von Trainer Hansi Flick auf.
  • Bayern-Siegtorschütze Kimmich kritisiert das Defensiv-Verhalten: „Es hat mich ein bisschen an Hoffenheim erinnert, dass der Gegner mit einfachen Mitteln und langen Bällen zu klaren Torchancen kommt.“
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Moskau - Es lief die 70. Spielminute, als Lokomotive Moskaus Flügelflitzer Ze Luis im Rücken der hoch aufgerückten Bayern-Abwehr entwischte, wodurch er das 1:1 von Anton Miranchuk mustergültig vorbereitete - und die einzige Schwachstelle im Spiel des FC Bayern gnadenlos offenbarte. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick bleibt durch ihr hohes Pressing enorm anfällig bei langen Bällen hinter die Viererkette.

Das blieb auch dem Münchner Chefanweiser während des Champions-League-Auftritts seiner Mannschaft nicht verborgen: „Moskau hat es sehr gut gemacht. Sie sind tief gestanden und haben dann immer mal wieder mit langen Bällen operiert. Damit haben sie uns schon das eine oder andere Mal weh getan, weil wir auch unnötige Meter laufen mussten. Konkret auf das Gegentor angesprochen analysierte Flick, dass sein Team in diesem Moment die Linie nicht so gehalten hätte „wie wir das normal machen. Da war ein Spieler den Tick zu weit hinten drin und hat das Abseits aufgehoben. Das sind Dinge, die wir besser machen müssen“.

Niklas Süle hebt beim Gegentor des FC Bayern das Abseits auf

Einen Spielern-Namen nannte der Triple-Trainer freilich nicht, beim Studieren der TV-Bilder wird aber deutlich, dass Niklas Süle in besagter Situation das Abseits aufhob und sich nicht auf gleicher Höhe mit dem wechselwilligen David Alaba befand. Die Münchner Hintermannschaft wackelte aber nicht nur in dieser Szene, sondern ließ auf diese Art und Weise einige Torchancen der Moskauer zu.

„Man kann diese Situationen nicht immer verteidigen. Grundsätzlich ist es unsere Spielweise, dass wir hoch stehen und den Gegner weiter vorne attackieren. Lange Bälle in die Tiefe sind natürlich auch unangenehm. Ich kann nicht jeden Ball ablaufen und wir können auch nicht alles verteidigen in der Innenverteidigung“, befand Kapitän Neuer. Man habe auch gegen schnelle Spieler gespielt, da sei es dann auch ganz normal, dass dann was passieren könne.

Bayern-Siegtorschütze Joshua Kimmich legt den Finger in die Wunde

Siegtorschütze Joshua Kimmich legte den Finger da schon mehr in die Wunde und zog Parallelen zur bisher einzigen Saisonniederlage: „Es hat mich ein bisschen an Hoffenheim erinnert, dass der Gegner mit einfachen Mitteln und langen Bällen zu klaren Torchancen kommt. Das darf uns auf dem Niveau und in der Häufigkeit nicht passieren!“ Auffällig: Lokomotive Moskau spielte seine Angriffe meist gezielt über die linke Seite, weil Lucas Hernandez für einen Außenverteidiger nicht die Geschwindigkeit mitbringt, wie es der verletzte Alphonso Davies normalerweise tut. Diese Taktik hätte beinahe zu einem Moskauer Punktgewinn geführt.

Allerdings: Bereits in der Triple-Saison schafften es die Gegner regelmäßig, die Bayern-Abwehr mit langen Bällen hinter die Kette zu überspielen. Doch in zahlreichen Situationen klärte dann besagter Davies im letztem Moment mit einem beherzten Tackling oder einer erfolgreichen Grätsche.

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