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Impf-Debatte um Kimmich: Matthäus malt Szenario - „Dann könnten nicht geimpfte Spieler nicht mehr auflaufen“

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Von: Philipp Kuserau

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Joshua Kimmich musste vorzeitig vom DFB-Team abreisen.
Joshua Kimmich musste vorzeitig vom DFB-Team abreisen. © Swen Pförtner/picture alliance/dpa

Die Impf-Debatte um Bayern-Star Joshua Kimmich reißt nicht ab. Nun schaltet sich ein weiteres Sprachrohr des deutschen Fußballs ein und richtet ein Appell an den Nationalspieler.

München – Aktuell schnellen die Inzidenz-Zahlen in Deutschland nur so nach oben. Vergangene Woche meldete das Robert Koch-Institut (RKI) an einem Tag gar über 50.000 an Corona neu infizierten Personen in der Bundesrepublik - der höchste Wert seit Pandemie-Beginn. Logisch also, dass auch die Impf-Debatte um einen der bekanntesten Fußballer im Land weiter Thema ist. Joshua Kimmich offenbarte bekanntlich vor mehreren Wochen in einem Interview seinen Status: ungeimpft. Er begründete seine Entscheidung, sich bisher noch nicht impfen haben zu lassen, damit, „persönlich noch ein paar Bedenken“ zu haben, „was fehlende Langzeitstudien angeht“.

Kimmich muss DFB-Quartier frühzeitig verlassen - Eberl richtet Appell an Mittelfeldspieler

Eine erste Konsequenz bekam Kimmich im Rahmen der Länderspielpause zu spüren, als er nach dem positiven Corona-Befund von Bayern-Kollege Niklas Süle vorzeitig abreisen musste. Die FCB-Stars Serge Gnabry, Jamal Musiala traten ebenfalls die frühzeitige Heimreise an. Nun fällt der Ausfall des 26-Jährigen rein sportlich nicht allzu sehr ins Gewicht, da das DFB-Team das Ticket für die WM 2022 ohnehin bereits in der Tasche hat. Doch die Diskussionen um Kimmich und seinen Impfstatus reißen nicht ab. Zuletzt zeigte sich Nationalmannschafts-Kollege Ilkay Gündogan (31) überzeugt davon, dass sich Kimmich früher oder später doch noch impfen lassen werde.

Mit Max Eberl schaltete sich nun ein weiteres Sprachrohr des deutschen Fußballs in jene Debatte ein. Mit eindringlichen Worten appellierte er gegenüber gladbachlive.de in Richtung Kimmich: „Wir können nicht nur für uns entscheiden, sondern haben eine Strahlkraft zu berücksichtigen. Die Diskussion um Joshua Kimmich ist nicht umsonst in dieser Dynamik vorhanden.“ Sport-Stars wie der Mittelfeldspieler haben in der Gesellschaft eine gewisse Vorbildfunktion, „der wir auch gerecht werden wollen, womöglich sogar müssen. Trotzdem steht es jedem Menschen frei, zu entscheiden, was er für seine Gesundheit tun möchte“, so Eberl.

Impf-Debatte: Eberl sieht Kimmich in der Verantwortung - „Müssen Tribut zollen“

Es heißt, neben Kimmich gäbe es noch vier weitere Spieler beim deutschen Rekordmeister, die noch nicht geimpft seien. Die Lage in Gladbach bei der Borussia ist eine andere. „Wir hier bei Borussia haben noch einen Akteur, der sich bislang nicht hat impfen lassen, dies aber jetzt tun wird. Dann sind wir bei einer Impfquote von einhundert Prozent in unserem Lizenzbereich angekommen“, wird der Fohlen-Manager von gladbachlive.de zitiert.

Eberl spricht von sich selbst als „ein Befürworter des Impfens. Das ist zugleich ein Appell von mir, sich impfen zu lassen, um eben somit auch mehr Normalität für uns alle zu bekommen.“ Der 48-Jährige, der früher ebenfalls die Schuhe für die Bayern schnürte, sieht die Impf-Entscheidung jedem sich selbst überlassen, glaubt jedoch auch, dass man als Person des öffentlichen Lebens gewisse Opfer aufbringen muss. „Dadurch, dass wir in der Fußball-Bundesliga so in der Öffentlichkeit stehen, müssen wir allerdings zugleich einen Tribut zollen. Wir müssen genau abwägen, wie wir mit unserer Vorbildfunktion umgehen.“ Eberl befindet, „dass er nicht nur als Joshua Kimmich entscheidet, sondern als eine der ganz großen Galionsfiguren des deutschen Fußballs“.

Soll Impfstatus über Einladung zu Nationalelf entscheiden? Matthäus mit klarer Meinung

Geimpft oder nicht geimpft – wenn es um die beste Aufstellung der deutschen Nationalmannschaft geht, dann soll weiterhin das Leistungsprinzip gelten. Das meinte jedenfalls Lothar Matthäus gegenüber der Bild am Sonntag. „Hansi Flick sollte die Spieler weiter danach auswählen, ob er sie für den größtmöglichen sportlichen Erfolg braucht, nach Leistungsstärke nominieren - egal ob geimpft oder nicht geimpft“, wird der Ex-Nationalspieler zitiert. Matthäus betonte aber auch: „Wenn Hansi Flick irgendwann den Entschluss fassen würde, nur noch geimpfte Spieler einzuladen, müssten das alle akzeptieren. Dann könnten nicht geimpfte Spieler vorerst nicht mehr für die Nationalmannschaft auflaufen.“

Soll der Impfstatus über die Einladung zur Nationalmannschaft entscheiden? Karl-Heinz Rummenigge jedenfalls hofft, dass sich dieses Thema bereits bei der nächsten Länderspielpause erledigt hat. „Die nächsten Länderspiele finden im März 2022 statt. Ich bin optimistisch, dass in der Zwischenzeit alle Nationalspieler geimpft sind.“ (kus)

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