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Darf Kimmich bald nicht mehr spielen? Söder fordert 2G für Profis - Arbeitsrechtler klärt auf

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Von: Marius Epp

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Markus Söder möchte, dass Joshua Kimmich sich impfen lässt.
Markus Söder möchte, dass Joshua Kimmich sich impfen lässt. © M.I.S/dpa/Sven Hoppe

Nicht nur Markus Söder fordert eine 2G-Regelung für Profisportler. Für ungeimpfte Spieler wie Joshua Kimmich erhöht sich nun der Druck immens. Wie wahrscheinlich ist ein Ausschluss?

München - Die neuesten Corona-Beschlüsse treffen Bayern wieder einmal härter als den Rest von Deutschland. Ein Paukenschlag jagt im Corona-Herbst den nächsten. Am Freitag hat Ministerpräsident Markus Söder neue Regeln für den Freistaat erlassen. Auch zum Profisport äußerte er sich.

„Es wäre ein Riesensignal“, wenn sich ungeimpfte Fußballprofis für die Spritze entscheiden würden, sagte er. „2G für den Profifußball halte ich für sinnvoll, auch wenn es rechtlich schwer umzusetzen ist.“ Auch die Ministerpräsidentenkonferenz befürwortete das. Doch wie realistisch ist ein Quasi-Berufsverbot für ungeimpfte Profisportler?

FC Bayern: 2G für Joshua Kimmich? Rechtsexperte schätzt Lage ein

Der wohl prominenteste Sportler des Landes, der in diese Kategorie fällt: Joshua Kimmich vom FC Bayern. Setzt die Politik tatsächlich durch, dass nur noch Geimpfte und Genesene Profis ihren Job ausüben können, dürfte Kimmich nicht mehr spielen. In den meisten Stadien Deutschlands gilt bereits die 2G-Regel, vielfach wurde argumentiert: Warum müssen sich Fans daran halten, nicht aber die Spieler auf dem Rasen?

Was man nicht vergessen darf: Auch Fußballspieler üben auf dem Platz ihren Job aus. Und für die Arbeitswelt gilt nach wie vor 3G - mit Ausnahme von beispielsweise Pflegekräften, die in Kontakt mit vulnerablen Gruppen stehen. Ähnlich schätzt Arbeitsrechts-Experte Thomas Schulz die Lage ein. „Eine Impfpflicht ist nicht mit geltendem Recht vereinbar. Rein rechtlich gesehen handelt es sich bei Fußballern um normale Arbeitnehmer. Eine allgemeine 2G-Regelung für Arbeitnehmer gibt es allenfalls in bestimmten Ausnahmegruppen, nicht aber für die Allgemeinheit der Beschäftigten“, sagte er dem SID.

Corona: 2G im Profisport? Diskussion nimmt Fahrt auf

Auch ohne weiteren politischen Druck befindet sich Kimmich schon in einer ungünstigen Lage. Am Freitag wurde er erneut in Quarantäne geschickt, weil er Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. Er verpasst dadurch zwei Spiele.

Im Netz wird heftig über das Thema 2G im Profibereich diskutiert. „Die Politik will an Joshua Kimmich nur ein Exempel statuieren. Das hat mit Infektionsschutz nichts zu tun“, meint ein User auf Twitter. „Ich finde es richtig und konsequent“, schreibt Journalist Pit Gottschalk. (epp)

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