Wie im DFB-Team

Warum Bayern Kimmich als Sechser in Betracht ziehen sollte - es aber trotzdem nicht tun wird

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Joshua Kimmich vom FC Bayern.

Joshua Kimmich hat vor seiner Berufung zum Rechtsverteidiger viele Positionen beim FC Bayern bekleidet. Im DFB-Team hat er nun wieder sein Potenzial auf der Sechs aufblitzen lassen. Trotzdem dürfte in München die Tür für eine Rückkehr in die Zentrale vorerst zu sein - und das hat einen Grund.

München - Der Bundestrainer schwärmte, die Mitspieler lobten - da konnte auch der sonst so selbstkritische Joshua Kimmich nicht anders, als mit seinem DFB-Debüt auf der Sechserposition zufrieden zu sein. Würde sich der 23-Jährige selbst dort häufiger aufstellen? Kimmichs verschmitztes Grinsen auf diese Frage sagte alles.

Wiederholung nicht ausgeschlossen. "Von mir aus sehr, sehr gerne. Ich bin bereit", sagte der Bayern-Profi nach dem 0:0 zum Nations-League-Auftakt gegen Weltmeister Frankreich in München. Dort hatte sich Kimmich in seinem 33. Länderspiel als Mann vor der Abwehr gegen Weltklassespieler wie Paul Pogba, N'Golo Kante, Antoine Griezmann und Blaise Matuidi behauptet. Der 23-Jährige hatte die beste Pass- (94,3 Prozent) und beste Zweikampfquote (77,8) aller Startelfspieler, kam ohne Foul aus. 100 Aktionen am Ball und 88 Pässe belegen, wie präsent Kimmich war. Und das, obwohl er beim DFB seit Jahren als Rechtsverteidiger agiert.

Joshua Kimmich: Auch beim FC Bayern eine Option auf der Sechs?

Das dürfte Bayern-Coach Niko Kovac nicht entgangen sein. Auch beim deutschen Rekordmeister wurde Kimmich seit dem Rücktritt von Philipp Lahm im Sommer 2017 nicht mehr in der Zentrale eingesetzt. Rechts hinten ist der Nationalspieler eine Bank, hat sich ohne Anlaufschwierigkeiten in seine neue Rolle eingefunden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Löw derjenige war, der bei der EM 2016 in Frankreich Kimmich als Rechtsverteidiger zuerst ausprobierte. Den Bayern gefiel, was sie sahen und sie übernahmen die Idee des Bundestrainers. Auch jetzt wieder?

FC Bayern: Zu dünn besetzt auf der Außenverteidigerposition

Fakt ist: Kimmich bietet Kovac in der Zentrale eine zusätzliche Option. Mit Arturo Vidal und Sebastian Rudy hat man im Sommer zwei Mittelfeldspieler abgegeben, die mehr auf der Sechs als auf der Acht zu Hause waren. Mit Rückkehrer Renato Sanches und Leon Goretzka dagegen zwei Neue dazubekommen, auf die eher Letzteres zutrifft.

Da Kovac in allen vier Pflichtspielen bisher nur mit einem Sechser im offensiven 4-3-3 agierte und dieses auch in Zukunft plant, wiegt dieses Ungleichgewicht jedoch nicht so schwer. Zumal Thiago gegen den VfB Stuttgart bewies, dass er neben Javi Martínez ebenfalls eine Option auf dieser Position sein kann.

Trotzdem kann es für einen Coach nichts Schöneres geben, als zu wissen, dass er im Notfall eine zusätzliche Alternative hat. Dass Kimmich dieses Vergnügen in dieser Saison häufiger zuteil werden dürfte, ist dagegen unwahrscheinlich. Denn rechts hinten hat Kovac diesen Luxus eben nicht. Dort steht mit Rafinha nur ein nomineller Backup bereit. Und zwar sowohl für die Rechts - als auch die Linksverteidigerposition.

Löw: „Das ist sicherlich eine gute Lösung“

Für Löw scheint das Experiment dagegen keine einmalige Angelegenheit gewesen zu sein. Kimmich, sagte der 58-Jährige, habe die Rolle "in seiner Jugend schon einige Male gespielt. Wir haben das im Training getestet." Mit Erfolg, wie sich gegen Frankreich zeigte. "Er hat das sehr gut gemacht", lobte Löw: "Er war sehr präsent, sehr zweikampfstark, sehr viel am Ball. Das war eine sehr gute Leistung." Und: "Das ist sicherlich eine gute Lösung." Auch für die Zukunft?

tlm/sid

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