Gegen Köln wieder in der Startelf?

Plötzlich Senkrechtstarter beim FC Bayern: Nagelsmann wollte ihn sich eigentlich nur mal ansehen

Trainer des FC Bayern: Julian Nagelsmann.
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Trainer des FC Bayern: Julian Nagelsmann.

Der Kader des FC Bayern München könnte in der Breite noch besser aufgestellt sein. In der Vorbereitung hat sich aber eine echte Alternative ins Rampenlicht gespielt.

München - Vom 26. Juni bis zum 2. Juli bereitete sich Josip Stanisic (21) mit den Amateuren des FC Bayern im Allgäu auf die Regionalliga-Spielzeit vor. Kurios: Sein Arbeitspapier endete ursprünglich zum 30. Juni. Erst im Trainingslager an der österreichischen Grenze unterschrieb er einen Profi-Vertrag bis 2023. Nach tz-Informationen setzte sich vor allem Campus-Leiter Jochen Sauer (49) dafür ein, er gilt als Förderer von Stanisic. (Mit unserem brandneuen, kostenlosen FCB-Newsletter sind Sie stets top informiert.)

Doch darauf, dass der Abwehrspieler in den ersten beiden Saison-Spielen unter Trainer Julian Nagelsmann (34) gesetzt sein würde, hätte wohl nicht mal der Talente-Experte, der zwischen 2012 und 2017 Geschäftsführer bei Red Bull Salzburg war, gewettet…

Stanisic startet beim FC Bayern durch: Nagelsmann-Team wollte ihn sich nur mal anschauen

Stanisic ist die größte Überraschung der noch jungen neuen Bayern-Spielzeit. Als er quasi direkt vom Amateur-Trainingslager in die Vorbereitung der Profis einstieg, wollte ihn sich das Trainer-Team nur mal persönlich ansehen. Bei Bayern II ging man davon aus, ihn schnell wieder zurückzubekommen. Doch Stanisic überzeugte bei den Großen.

Weil Benjamin Pavard (25) aufgrund einer Bänderverletzung im Sprunggelenk nicht einsatzbereit ist und Bouna Sarr (29) in der Vorbereitung nicht überzeugt hat, setzt Nagelsmann rechts in der Viererkette auf den Deutsch-Kroaten. Stanisic zahlte ihm das Vertrauen mit soliden Leistungen beim Bundesliga-Auftakt in Mönchengladbach (1:1) und beim Supercup-Triumph in Dortmund (3:1) zurück. „Er ist ein verlässlicher Spieler“, lobte ihn Nagelsmann kürzlich.

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Stanisic startet beim FC Bayern durch: Ehemaliger Fürstenfeldbrucker flexibel einsetzbar

Stanisic wechselte 2017 von Fürstenfeldbruck nach München. Seitdem hat er eine stetige Entwicklung genommen. Er schlägt gute Flanken, ist kopfballstark, hat ein gutes Spielverständnis. Er ist defensiv vielseitig einsetzbar, kann sowohl als Innen-, Außenverteidiger und auf der Sechs spielen. Offensiv könnte er sich aber noch mehr zutrauen.

Stanisic ist ein zurückhaltender Typ, im Vergleich zu manch anderen Jung-Profis sind ihm Protz-Anfälle fremd. Er ist klar im Kopf. Statt im Urlaub auf der faulen Haut zu liegen, hat er Extra-Einheiten geschoben, seinen Fitness-Trainer selbst bezahlt. Hat sich gelohnt…

Die große Frage: Wird sich Stanisic dauerhaft bei den FCB-Profis durchsetzen? Offen. Im Sommer hätte er in die 2. Bundesliga wechseln können, blieb aber bei seinem Herzensklub FC Bayern. Geklärt hingegen ist seine Nationalmannschafts-Zukunft. 2019 machte er zwei Länderspiele für die deutsche U 19. Künftig wird er für den kroatischen Verband, der sich sehr um ihn bemühte, spielen. Demnächst stehen U21-Spiele an. (Philipp Kessler)

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