„Erstes Mal vergisst man nicht“

Knallt es nach erster Bayern-Pleite jetzt in der Kabine? Nagelsmann nach Fehlern: „Dann machen wir es intern“

Julian Nagelsmann will nach der ersten Niederlage mit dem FC Bayern an den Schwachstellen arbeiten. Doch dem Trainer sind die Hände gebunden.

München - Irgendwann ist immer das erste Mal: Im elften Pflichtspiel unter Trainer Julian Nagelsmann* kassierte der FC Bayern* beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt die erste Niederlage der Saison - nach zuvor neun Siegen am Stück.

„Das erste Mal vergisst man ja bekanntlich nicht“, jubelte Frankfurts Coach Oliver Glasner über seinen ersten Bundesliga-Sieg mit der Eintracht und dem ersten persönlichen Erfolg in München. Für Nagelsmann war die erste Pleite dagegen richtig bitter.

„Niederlagen schmerzen immer. Normalerweise schlafe ich nach Spielen nicht gut, das ist aber auch nach Siegen so“, sagte der 34-Jährige, der ein ganz neues Gefühl als Bayern-Trainer erfahren musste. Der Zeitpunkt für Niederlagen ist nie günstig, in diesem Fall kommt sie für Nagelsmann aber gänzlich ungelegen. Der Übungsleiter kann nicht wie sonst im Training an den Problemstellen schrauben. Er ist zum Zuschauen verdammt.

FC Bayern: Nagelsmann im Wartestand - 18 Profis fehlen wegen Länderspielen

Ausgerechnet, wie es im Fußball oft so schön heißt, steht nach der ersten Bayern-Pleite die Länderspielpause an. Blöd für Nagelsmann: 18 Spieler verabschieden sich aus München und reisen zu ihren Nationalteams. Es wird ruhig an der Säbener Straße*. „Ich würde morgen gerne Analysen machen, wir haben aber drei Spieler, die hierbleiben“, sagte der fleißige Landsberger.

„Grundsätzlich bewege ich mich gerne aktiv nach Niederlagen. Da komme ich auf ganz gute Ideen, die das wieder in die richtige Richtung lenken“, verriet Nagelsmann.

Der Coach betonte, dass es „sich abgezeichnet“ habe, es schon in den vergangenen Wochen „ähnliche Dinge“ gegeben habe, die von den Gegnern (noch) nicht ausgenutzt worden seien. Diesmal aber wurde der FCB bestraft. Nagelsmann hat nun ausreichend Zeit zum Nachdenken, um die passenden Lösungen zu finden. In zwei Wochen (Sonntag, 17. Oktober) ist der Tabellenführer beim punktgleichen Verfolger Leverkusen zu Gast.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hat in der Länderspielpause viel Zeit zum Nachdenken.

FC Bayern: Nagelsmann droht Nationalspielern - Einzelkritik nach Rückkehr

Die Bayern ließen gegen Frankfurt zahlreiche Chancen liegen und verzweifelten immer wieder an Eintracht-Torwart Kevin Trapp. „Ich fand das Spiel nicht sehr anders als die in den letzten Wochen, wir haben aber nur ein Tor aus vielen Chancen gemacht. Ansonsten war das Spiel ähnlich. Ob es verdient ist oder nicht, ist aber scheißegal. Am Ende haben wir verloren“, konstatierte Nagelsmann.

Wenn man die Dinger vorne nicht macht, muss man eben den Laden hinten dicht halten. So lautet eine einfache aber erfolgsversprechende Fußballformel. Doch die Bayern offenbarten in der Hintermannschaft längst überwunden geglaubte, eklatante Mängel. Abwehr-Boss Dayot Upamecano wirkte sehr unsicher*, ließ sich ein ums andere Mal von Siegtorschütze Filip Kostic abschütteln. Lucas Hernandez leistete sich wie die Kollegen viele Unkonzentriertheiten, die zu Abspielfehlern führten.

„Ins Detail, da geht es dann Richtung Einzelspieler, das müssen wir hier nicht machen, das machen wir dann intern“, sagte Nagelsmann auf die Abwehrarbeit angesprochen. „Der Gegner hatte vor seiner Kette extrem viel Umschaltraum. Wie hingen oft zu tief, mit viel zu vielen Spielern im Aufbau. Und wir machen die letzten Schritte nicht. Auch von Spielern, die frisch drin waren, fehlte der defensive Anschluss.“ Nagelsmann verzichtete gegen Frankfurt auf personelle Änderungen, das könnte sich gegen Leverkusen ändern. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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