Ein Prinzip von Nagelsmann fruchtete schon

Kopf hoch, Julian! - Beim 1:1 in Gladbach war viel Positives zu erkennen

Der neue Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (l.) erlebte gleich ein emotionales Fußball-Spektakel.
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Der neue Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (l.) erlebte gleich ein emotionales Fußball-Spektakel.

Der FC Bayern hat in Gladbach nicht gerade ein Feuerwerk abgebrannt, aber nicht alles war schlecht. Einige von Nagelsmanns Ideen waren bereits erkennbar.

München - Endlich wieder Bundesliga! Zum Auftakt der Saison startete der FC Bayern am Freitagabend mit einem 1:1 bei der Borussia in Mönchengladbach. Ein Spiel, das Lust auf mehr machte. Weil es hin und her ging. Und weil es auch in Sachen Emotionen abwechslungsreich war. Auch für Trainer Julian Nagelsmann (34). Mal war der leidenschaftliche Landsberger zufrieden, zeigte den Daumen nach oben und ballte beim Ausgleichstreffer durch Robert Lewandowski (32) die rechte Faust. Mal schrie Nagelsmann, mal pfiff er mithilfe der Finger und gab seinen Stars lautstark Anweisungen. Ab und an musste er sich aber auch ärgern, legte seine Hände in den Nacken, an die Wangen oder rieb sich die Augen.

„Insgesamt war es recht wild, recht zerfahren. Für Zuschauer interessant, für Trainer viel zu analysieren“, meinte Nagelsmann nach der unterhaltsamen Partie, in die die Bayern seiner Meinung nach „sehr schlecht“ gestartet sind. Der deutsche Rekordmeister hatte gegen Gladbach, das anfangs ordentlich Druck machte, viele Ballverluste in der Spieleröffnung. Generell muss die Defensive noch stabiler werden.

FC Bayern: Nagelsmanns Prinzip der „minimalen Breite“ war erkennbar

„Dass wir uns da verbessern wollen, ist völlig klar. Wir haben letztes Jahr zu viele Gegentore bekommen und die Anfangsphase hat auch gezeigt, dass Gladbach zu viele Chancen hatte“, betonte Nagelsmann. „Das hat aber auch viel mit dem Spiel mit Ball zu tun.“ Das Einhalten gewisser Positionen sei nach Ansicht des Trainers wichtig, um bei Ballverlust eine gute Restverteidigung zu haben und nicht zu viel „kreuz und quer“ zu laufen, weil es schwierig sei, Räume zu schließen, die ein Mitspieler aufmache. „Diese Struktur zu haben, ist ein wichtiger Baustein, um im Gegenpressing effizienter zu sein“, machte Nagelsmann deutlich. „Das wird schon eine Aufgabe, aber jeder Spieler ist bereit dazu. Die haben auch keine Lust, Gegentore zu kriegen.“

Fakt ist: Dass zum Saison-Auftakt noch nicht alles rundläuft, ist angesichts der schwierigen Vorbereitung mit Verletzungen und der späten Rückkehr der EM-Fahrer nur logisch. Fakt ist aber auch: Einiges funktionierte gegen Gladbach schon ganz gut. Vor allem Nagelsmanns Prinzip „der minimalen Breite“ war erkennbar. Das bedeutet: Die Flügelspieler kleben nicht an der Außenlinie, sondern rücken ein Stück in die Mitte. Das trichterte er seinen Profis vor dem Pflichtspiel-Start regelmäßig ein – mit Erfolg.

FC Bayern: Alphonso Davies war bester Zweikämpfer auf dem Platz

Die Außenverteidiger Alphonso Davies (20), der mit 21 gewonnenen Duellen der beste Zweikämpfer auf dem Platz war, und Josip Stanisic (21), der für den verletzten Benjamin Pavard (25/Sprunggelenk) in die Startelf rückte, setzten dies gut um. Sie kreierten Chancen und wurden selbst gefährlich. Generell spielte sich Bayern mit Steilpässen viele Tormöglichkeiten heraus, was auch positiv zu erwähnen ist. Ebenfalls auffällig: Joshua Kimmich (26) ließ sich oft fallen, rückte zwischen die Innenverteidiger, verteilte so die Bälle im Spielaufbau.

Für die Bayern geht es jetzt Schlag auf Schlag. Durch den Supercup am Dienstag in Dortmund und das Nachholspiel (25.8.) im DFB-Pokal beim Bremer SV bleibt weniger Zeit zum Trainieren. „Wir werden uns auch über die Spiele entwickeln müssen“, sagte ein dennoch optimistischer Nagelsmann. Philipp Kessler

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