Pflichtspiel-Start in Bremen abgesagt

Nach Stolper-Start setzt Nagelsmann sich selbst unter Druck: „Wenn ich hier nichts gewinne ...“

Julian Nagelsmann sollte am Freitag sein erstes Pflichtspiel mit den Bayern bestreiten - doch die Partie in Bremen wurde abgesagt.
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Julian Nagelsmann sollte am Freitag sein erstes Pflichtspiel mit den Bayern bestreiten - doch die Partie in Bremen wurde abgesagt.

Der neue Trainer Julian Nagelsmann muss weiter auf seinen ersten Bayern-Sieg warten. Der Pflichtspielauftakt in Bremen wurde abgesagt. Nagelsmann brennt auf Erfolge - auch am Spieletisch.

München - Die Bayern-Stars waren gerade zu Aufnahmen am sogenannten Media Day in der Allianz Arena, da teilte der Deutsche Fußball-Bund am Dienstagnachmittag mit: Die für Freitag geplante Erstrundenpartie im DFB-Pokal beim Bremer SV muss wegen positiven Corona-PCR-Tests und damit verbundenen Infektionen innerhalb des gesamten Spieler-kaders des Fünftliga-Klubs verschoben werden.

„Die Gesundheit unserer sowie der Spieler unseres Gegners stehen an höchster Stelle, sodass wir die Anordnung des Gesundheitsamtes, unsere Mannschaft in Quarantäne zu schicken, als richtig und notwendig betrachten“, erläutert Dr. Peter Warnecke, 1. Vorsitzender sowie Hygienebeauftragter des Bremer SV.

FC Bayern im DFB-Pokal beim Bremer SV - bald soll die Neuansetzung kommen

Über die Neuansetzung der Partie wird der DFB in Abstimmung mit beiden Vereinen schnellstmöglich entscheiden. Darüber hinaus muss auch die Auslosung der 2. Hauptrunde aufgrund der Zuordnung beider Vereine in verschiedene Lostöpfe verschoben werden. Damit ist klar: Der Bundesliga-Start am 13. August bei Borussia Mönchengladbach wird das Pflichtspiel-Debüt für Julian Nagelsmann (34) als Trainer des FC Bayern sein. Der Auftakt einer Saison, in der der Landsberger seine ersten Titel als Profi-Coach feiern will.

„Mit Hoffenheim und Leipzig war ich nah dran, Titel zu holen, beim FC Bayern muss man allerdings auch wirklich Titel holen. Wenn ich hier nichts gewinne, liegt es an mir“, betont Nagelsmann in der aktuellen Ausgabe des Bayern-Magazins 51. „Ich spiele jedes Spiel, um es zu gewinnen, ganz egal, welches. Denn ich hasse es, wenn man etwas mit der Gleichgültigkeit spielt, ob man gewinnt oder verliert.“

FC Bayern: Nagelsmann kann nicht gut verlieren - selbst beim „Mensch ärgere dich nicht“

Er sei zwar glücklich, jetzt in München zu sein, meint Nagelsmann (Vertrag bis 2026), der schon als Kind Fan des deutschen Rekordmeisters war, „aber wohlig und warm wird es erst, wenn ich Titel gewinne. Erst dann bin ich wirklich beim FC Bayern angekommen. Bis es so weit ist, ist es ein unvollendetes Gefühl.“

Seine Familie wollte ihm immer beibringen, dass man beim „Mensch ärgere dich nicht“ auch mal verlieren können muss. Kein Thema für den ehrgeizigen Trainer. Er könne Pleiten zwar akzeptieren. „Aber wenn ich anfange, verlieren zu können, bin ich kein Gewinner mehr“, stellt Nagelsmann klar. „Solange ich Einfluss auf etwas habe, will ich es auch gestalten - und in meinem Sinn zu Ende bringen.“

Sieg oder Niederlage - für den Umgang damit beherzigt Nagelsmann folgenden Satz: „Teile Siege - aber teile niemals Niederlagen.“ Wenn etwas schieflaufe, „musst du als Trainer aber erst recht das Licht auf dich ziehen, um zu zeigen, dass du alles unter Kontrolle hast und weißt, was zu tun ist“, so Nagelsmann. Bei Siegen hingegen nehme er sich als Trainer bewusst immer zurück, „weil jeder Spieler einen Teil des Lichtstrahls verdient hat.“ Philipp Kessler

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