Remis gegen Ajax Amsterdam

Bayern-Fans beleidigen Nagelsmann: Neuer Trainer kontert sofort

In der Allianz Arena trat der FC Bayern gegen Ajax Amsterdam erstmals daheim unter Coach Julian Nagelsmann an: Die Premiere wurde sportlich sehenswert, Fan-Pöbeleien sorgten aber für böses Blut.

München – Der Auftakt des Audi Football Summit war zugleich auch das erste Spiel von Julian Nagelsmann* (34) als Trainer des FC Bayern* in der Allianz Arena. Die mit vielen Talenten aufgestockte Mannschaft spielte beim Heim-Debüt des Landsbergers am Samstag 2:2 (1:1) gegen Ajax Amsterdam. Die Tore erzielten Eric Maxim Coupo-Moting (32) und Tanguy Nianzou (19).

Ein Ergebnis, das angesichts der fehlenden Superstars und des fast vollständigen Kaders des Holland-Topklubs mehr als ordentlich war. Trotzdem gab es aber auch Grund zur Aufregung …

FC Bayern: Bei Nagelsmanns Heim-Debüt Trainer von Fans beleidigt

Fan-Pöbelei: Gleich nach Anpfiff trauten die meisten Stadion-Besucher ihren Ohren kaum. Rund 20 Bayern-Anhänger aus der Südkurve plärrten hinter dem Fanklub-Banner „Munich’s Red Pride“ (auf Deutsch: Münchens roter Stolz) und einem 1860-Löwen im Fadenkreuz lauthals: „Nagelsmann, du Sau, zurück zum TSV.“ In der 29. und 46. Minute wiederholten die Fans ihre Beleidigungen. Die schmutzigen Worte waren bei den 8500 Zuschauern in der 75 000 Personen fassenden Allianz Arena leider gut zu hören.

Rund 20 Bayern-Anhänger aus der Südkurve sorgten mit ihrer Beleidigung Julian Nagelmanns für Unverständnis.

„Ich bin kein großer Freund von Rivalitäten, stehe für Toleranz“, sagte Nagelsmann zu den Anfeindungen. „Es muss nicht jeder Applaus klatschen, dass ich vom Stadtrivalen komme. Nur wie man das äußert, muss jeder mit seinem Gewissen vereinbaren können.“

Grund für die üblen Beleidigungen: Nagelsmann war zwischen 2002 und 2010 als Spieler (U17, U19, 2. Mannschaft) und als U17-Co-Trainer beim TSV 1860 München. Fakt ist aber auch: Der Bayer ist seit jeher Fan des FC Bayern, schlief als Kind sogar in der Bettwäsche des deutschen Rekordmeisters.

FC Bayern: Blackout von Zirkzee mit weitreichenden Folgen

Zirkzee-Ärger: In der 44. Minute hatte Sturm-Juwel Joshua Zirkzee* (20) das 2:1 auf dem Fuß. Der Holländer lief alleine auf das leere Tor zu – und ließ die Riesenchance ungenutzt. Im letzten Moment grätschte Ajax-Verteidiger Perr Schuurs (21) den Ball von der Linie. Zu lässig von Zirkzee, der in der vergangenen Saison an Parma ausgeliehen war und dem immer wieder mangelnde Einstellung vorgeworfen wird. „Ich hoffe, dass er in einem Pflichtspiel die nötige Seriosität an den Tag legt. Das hat er nicht mit Absicht gemacht“, sagte Nagelsmann. Traurig: Zirkzee wurde nach seinem Blackout ausgepfiffen und im Internet beschimpft. Daraufhin löschte der Stürmer alle Bilder auf seinem Instagram-Profil. So haben vermeintliche Fans keine Plattform für weitere Kommentare.

Nagelsmann hatte am Samstag aber auch Grund zum Schmunzeln

Zehen-Lacher: Thomas Müller* (31) hatte am Freitag ein Foto veröffentlicht, das seine Fußballer-Füße zeigt – die Nägel abgebrochen und verwachsen. Dazu schrieb der Spaßvogel: „Ich muss wohl dringend zum Nagelsmann …“ Darauf angesprochen, reagierte der Trainer mit einem lockeren Spruch: „Eine meiner Schwächen ist das Zehennägel-Schneiden. Aber wir haben ja eine fähige Fußpflegerin im Verein. Es wäre geschickter, wenn sie das macht.“

Müller kehrt wie Neuer und Kimmich am 30. Juli aus dem Urlaub zurück. Lewandowski, Coman, Tolisso, Pavard, Musiala, Sané, Goretzka und Süle starten heute mit der Leistungsdiagnostik. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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