Trainer von RB Leipzig im Gespräch

Flick-Nachfolger beim FC Bayern? Nagelsmann heiß diskutiert - Zwei Eigenschaften zeichnen ihn aus

Julian Nagelsmann von Leipzig sitzt vor dem Spiel auf der Bank in der Allianz Arena.
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Julian Nagelsmann wird immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht.

Hansi Flicks Zeit beim FC Bayern scheint sich dem Ende zuzuneigen. Julian Nagelsmann könnte ihn beerben - er würde aus mehreren Gründen gut zum FCB passen.

München - Den richtigen Zeitpunkt, um mit Hansi Flick über seine Zukunft als Bayern-Trainer zu sprechen, gibt es wahrscheinlich nicht. Immerhin steht nach dem bitteren Champions-League-Aus bereits am Samstag das schwere Auswärtsspiel beim Tabellendritten aus Wolfsburg an (15.30 Uhr, Sky), und schon am Dienstag erwarten die Münchner Bayer Leverkusen zum Abendspiel.

Sollten die Bayern in diesen Partien Punkte lassen und Verfolger RB Leipzig aus seinen Duellen siegreich hervorgehen, wird der Meisterkampf entgegen aller Erwartungen doch noch mal spannend. Dessen ist sich auch Oliver Kahn bewusst. Und trotzdem will der designierte Vorstandsvorsitzende des FC Bayern dem Vernehmen nach zeitnah das Gespräch mit seinem Cheftrainer suchen.

FC Bayern: Es muss schnellstmöglich für Klarheit in der Causa Flick gesorgt werden

An der Säbener Straße muss schnellstmöglich für Klarheit in der Causa Flick gesorgt werden – vor allem aus Sicht der Bayern-Verantwortlichen. Denn: Bittet Flick um eine vorzeitige Auflösung seines bis 2023 gültigen Vertrags, um die Nachfolge von Joachim Löw als Bundestrainer anzutreten, müssen die Münchner umgehend mit der Suche nach einem neuen Cheftrainer beginnen. Nur wenn sie adäquaten Ersatz finden, werden sie ihren Triple-Trainer ziehen lassen. Der Name von Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann fällt in diesem Zusammenhang immer öfter.

Problem: Der 33-Jährige hat in Leipzig ebenfalls bis 2023 Vertrag. Sollten die Bayern ernsthaft Interesse an diesem Trainer haben, dürfte das komplizierte Verhandlungen mit den RB-Verantwortlichen bedeuten. Nagelsmann selbst ließ sich am Mittwoch zumindest eine kleine Bayern-Hintertür offen. Zwar versicherte er, dass es keine Gespräche mit dem FCB gab und gibt, er sagte aber auch: „Ich habe schon häufig gesagt, dass es oft Entwicklungen im Fußball gibt, die man nicht vorhersehen kann.“ Gleichzeitig bat Nagelsmann um Verständnis für die Übungsleiter, dass man bei Trainer-Themen in der Bundesliga „immer ein bisschen rumeiern“ müsse. Mehr Ehrlichkeit geht in solch einer pikanten Situation nicht. Das ist Nagelsmann hoch anzurechnen.

FC Bayern München: Das Mia-san-mia-Gen schlummert in Julian Nagelsmann

Wie sehr das Mia-san-mia-Gen in Nagelsmann schlummert, ist gut im Buch „Kicken wie die Profis“ beschrieben. „Wer ein Spiel anfängt zu spielen, ganz gleich, was es ist, der spielt, um zu gewinnen. Das gilt für das Gesellschaftsspiel Mensch ärgere dich nicht ebenso wie für Fußball. Wenn ich nicht gewinnen will, dann brauche ich nicht zu spielen“, schreibt Nagelsmann und betont: „Es geht in jedem Spiel darum zu gewinnen. Was stimmt: Man muss akzeptieren, dass es auch Niederlagen gibt. Man muss mit ihnen umgehen können. Aber man muss nicht verlieren können. Wer das Gewinnen nicht liebt, der wird nie ein Siegertyp.“ Dieser Ehrgeiz und dieser Siegeswillen sind schon mal die idealen Grundvoraussetzungen für einen Bayern-Trainer.

Außerdem ist Nagelsmann ein Talente-Entwickler: In seiner Zeit als Cheftrainer bei der TSG Hoffenheim hat er es geschafft, talentierte Kicker wie Niklas Süle (25) oder Serge Gnabry (25) zu gestandenen Bundesliga-Profis mit Bayern-Potenzial zu formen. Abwehr-Juwel Dayot Upamecano (22) wurde unter Nagelmann in Leipzig zum unangefochtenen Abwehrchef. In München wünscht man sich, dass in Zukunft wieder vermehrt Talente aus dem Campus den Sprung zu den Profis schaffen. Auch für dieses Vorhaben wäre Nagelsmann der ideale Mann für Bayern. - Manuel Bonke

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