Stimmen zum Spiel des FC Bayern

„Vielleicht geht die Partie anders aus“: Überraschende Worte von Leipzig-Trainer Marsch nach 1:4-Klatsche

RB Leipzig - FC Bayern München Jesse Marsch und Julian Nagelsmann beim Handschlag.
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Jesse Marsch und Julian Nagelsmann beim Handschlag.

Der FC Bayern war am 4. Spieltag bei RB Leipzig zu Gast. Nicht nur wegen Julian Nagelsmann gab es bei dieser Partie mehr als genug Gesprächsbedarf. Die Stimmen zum Spiel.

München - Wenn der FC Bayern* auf RB Leipzig trifft, dann ist das inzwischen ein absolutes Spitzenspiel. Auch wenn der eine oder andere Fußball-Romantiker das nicht hören mag, die Bullen aus Leipzig haben sich mindestens zur dritten Kraft im deutschen Oberhaus aufgeschwungen.

Vor der Saison kam durch die Wechsel von Trainer Julian Nagelsmann*, Abwehrchef Dayot Upamecano und Kapitän Marcel Sabitzer von RB an die Isar noch einmal mehr Brisanz in die Partie. Bereits vor dem Spiel gab es brisante Themen. Auch nach der Partie gab es die eine oder andere witzige Aussagen von Thomas Müller.

Wir fassen für Sie die Stimmen der Partie zwischen der dem FC Bayern und RB Leipzig zusammen.

Jamal Musiala (Matchwinner, FC Bayern) nach dem Spiel über ...

... die Partie: „Es hat ganz viel Spaß gemacht. Wir hatten aber eine harte Zeit gehabt, aber wir haben durchgehalten. Manchmal hätten wir etwas mehr Ballbesitz haben können. Aber am Ende hat alles gepasst.“

... seinen Treffer: „Es gibt nicht viel Zeit zu denken, solche Situationen trainiert man. Man denkt nicht viel nach. Es war ein super Ball von Phonzie.“

.... das Tor von Sané: „Leroy ist in Superform. Es macht einfach Spaß, sowas zu sehen und ihn als Teamkollege zu haben. Er ist auf dem weg zu einem Top-Niveau.“

Thomas Müller (FC Bayern) nach der Partie über ...

... eine vermeintliche Vorentscheidung in der Meisterschaft: „Das Titel-Rennen ist schon noch lange, aber der Anspruch ist es sicherlich nicht, einen Vorsprung von 7 Punkten gegen einen direkten Konkurrenten noch zu verspielen. Es war auch nicht absehbar, wie die Nationalspieler zurückkommen, das war auch eine sehr intensive Belastung.“

... die Leistung von Jamal Musiala: „Ich bin heute nur der Platzhalter. Er war der Zauberer des Spiels. Das Besondere ist, dass er neben seinem Talent auch einen tollen Charakter hat. Und: Er hat Selbstvertrauen, aber er läuft nicht mit erhobener Nase durch die Kabine. Wenn er so weitermacht, ist er nicht nur eine Ergänzung, sondern eine Verstärkung. Er ist auch wissbegierig. Er fragt mich jetzt nicht, wie man einen Spieler ausspielt. Das frag ich eher ihn.“ (lacht)

... die Champions-League-Partie beim FC Barcelona: „Ich kann Barca noch gar nicht einschätzen. So ohne Messi. Aber vielleicht vermissen sie aber auch nicht. Ich schon, weil es immer Spaß macht, gegen ihn zu spielen. Aber sie sind einen Wundertüte.“

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) nach der Partie über ...

... das Spiel: „Ich hab mich wohlgefühlt hier heute. Wir waren jetzt nicht so viel besser, wie das Ergebnis vermuten lässt. In manchen Szenen war es sehr hektisch. Wir können es natürlich noch besser machen, es war nicht alles optimal.“

... Hernandez und Pavard: „Ich muss sie reinwerfen, so viele Alternativen habe ich ja nicht. Niklas Süle hat dreimal bei der Nationalmannschaft gespielt, deswegen hat er heute eine Pause bekommen. Dann muss ich Benji und Lucas reinwerfen.“

... Jamal Musiala: „Er ist außergewöhnlich, was seine Fähigkeiten und seinen Charakter betrifft. Ihm macht es einfach Spaß, Fußball zu spielen. Er spielt unbekümmert und hilft uns enorm.“

... Gnabry und Lewandowski: „Bei Serge ist es etwas im Rücken, vielleicht ein Hexenschuss. Lewy hat ein bisschen Probleme in den Adduktoren gehabt, die Auswechslung war eine Vorsichtsmaßnahme.“

Kevin Kampl (RB Leipzig) nach der Partie über ...

... sein Handspiel: „Ich habe versucht, noch hinter den Ball zu kommen und zu klären. Es tut mir leid für die Mannschaft.“

... das Spiel: „Die Klarheit fehlt, wir brauchen mehr Durchsetzungsfähigkeit. Im letzten Drittel waren wir nicht konsequent genug. Wir haben alles reingeschmissen, das 4:1 ist ein bisschen hoch am Ende.“

... den schlechten Start in die Saison: „Das Schlimmste, was passieren kann, wäre, jetzt in Panik zu geraten. Wir sind in einem Umbruch, in einer Lernphase. Wir werden den Kopf nicht hängen lassen. Unser Trainer macht einen super Job.“

Jesse Marsch (Trainer RB Leipzig) nach dem Spiel über ...

... den Gegner, der doch etwas mehr Klasse hat: „Ja, die Bayern haben viele Qualitäten und eine super Mannschaft. Gerade im letzten Drittel. Aber wir haben nicht schlecht gespielt,. wir haben viel gegeben. Wir waren mutig und mit etwas mehr Spielglück, geht die Partie vielleicht anders aus.“

... die beiden Handspiele in der Anfangsphase des Spiels: „Also wenn es so knapp ist, dann kann man es in der einen Richtung geben - aber auch in der anderen Seite auch. Kevin hat gesagt, dass der Ball auf dem Platz etwas versprungen ist. Es war sehr unglücklich.“

Konrad Laimer (RB Leipzig) nach der Partie über ...

... das Spiel: „Schlussendlich tun vier Tore schon weh. Die zwei Treffer nach der Halbzeit dürfen wir nicht kassieren, das war zu einfach. Wir wussten, dass es sehr schwer wird. Am Ende war es vielleicht ein bisschen zu wenig, um hier etwas mitzunehmen. Sie haben die Angriffe viel besser zu Ende gespielt als wir.“

... seinen Fauxpas vor dem 0:3: „Als ich vor dem 3:0 den Ball verloren habe, das hat mich so geärgert.“

... das nächste Spiel: „Gegen Manchester City müssen wir unser Maximum bringen. Heute war nicht alles schlecht, aber vieles.“

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) vor der Partie über ...

... die Pfiffe: „Es kam nicht überraschend. Aber das war ein Stück weit normal, das gehört zum Fußball dazu.“

... seine Gefühle bei seiner Rückkehr: „Es ist noch gar nicht so lange her, da bin ich im anderen Bus rein gefahren. Es ist schon ein besonderes Spiel.“

... die FCB-Taktik mit den vielen Sprints: „Wir wollen aggressiv anlaufen, da gehören Sprints dazu. Aber heute brauchen wir auch mal gute Ballbesitzphasen. Wir dürfen nicht nur das Pressing von RB zuspielen.“

... die Position von Leroy Sané: „Wenn er rechts spielt, hat er nur eine Lösung. Wenn er links spielt, hat er viel mehr Tiefe in seinem Spiel, daher liegt im das besser. Das hat er jetzt auch beim DFB-Team gezeigt.“

FC Bayern: Skurrile Szene vor Leipzig-Spiel! Julian Nagelsmann stichelt gegen RB-Boss

Sky-Reporter Michael Leopold fragt Nagelsmann nach den Aussagen von Oliver Mintzlaff, der im Vorfeld erklärte, dass er den 34-Jährigen keine Sekunde vermisse. In diesem Moment läuft der RB-Boss im Rücken von Nagelsmann zum Interview. Beide würdigen sich keines Blickes.

... die Aufstellung ohne Süle: „Wir können variabel eröffnen, mit einer flachen Vier. Oder auch mal nur mit zwei Verteidigern. Natürlich denken wir auch schon an Barcelona. Mit Benji (Pavard, Anm. d. Red.) und Lucas (Hernandez, Anm. d. Red.) haben wie zwei Rückkehrer dabei, mal sehen, ob das für 90 Minuten reicht. Aber heute zählt jetzt erstmal RB Leipzig!“

... die Mintzlaff-Aussage: „Ich vermisse meine alten Arbeitgeber grundsätzlich. Oliver weiß selber, dass er das etwas besser ausdrücken kann. Aber klar, kann er nicht sagen, dass er mich ständig vermisst, weil er mit Jesse Marsch eine neuen, guten Coach hat.“

Julian Nagelsmann vor dem Spiel im Interview bei Sky.

Jesse Marsch (Trainer RB Leipzig) vor der Partie über ...

... den Plan, den FC Bayern zu schlagen: „Es ist das Ziel, den Gegner zu dominieren. Es wird nicht einfach, aber wir müssen einen guten Plan haben und aggressiv spielen.“

... die Wahl für Andre Silva und gegen Poulsen: „Andre wird ein sehr wichtiges Spiel für uns machen. Gegen Wolfsburg waren nicht kompakt genug, da konnten wir nicht pressen. Heute ist Kompaktheit und Aggressivität wichtig.“

... die Taktik: „Wir haben keine Geheimnisse im Spiel und frische Beine auf dem Platz. Aber wir haben auch Power auf der Bank.“

... die Meisterschaft, sollte man die Partie gegen den FC Bayern verlieren: „Ich glaube es wird dann schwer. Klar, Punkte sind wichtig jetzt. Aber auch die Leistung zählt. Für mich ist das alles noch ein Prozess.“

Oliver Mintzlaff (Vorstandsvorsitzender RB Leipzig) über ...

... Julian Nagelsmann: „Julian hat eine fantastische Zeit gehabt. Wir haben eine große Wertschätzung für ihn, aber das ist halt Fußball.“

... die Transfers zum FCB: „Das sind ja Entscheidungen, die wir selbst getroffen haben. Es waren Ausstiegsklauseln.Wenn wir Naby Keita und Timo Werner behalten hätten, hätten wir vielleicht die Champions League gewonnen. Das sind alles hypothetische Fragen.

... den verkorksten Start in die Saison: „Wir sind mit dem Start natürlich nicht zufrieden, aber der Umbruch mit Jesse braucht Zeit und die geben wir ihm. Wir haben eine hochtalentierte und fantastische Mannschaft. Die Mannschaft muss die neue Philosophie erst verinnerlichen.“

.... zu den Plänen, die WM alle zwei Jahre auszutragen: „Wir sind überhaupt kein Fan davon, wir haben zu viele Spiele und zu viele Wettbewerbe. Da steigt das Verletzungsrisiko. Von der Idee halten wir gar nichts.“ (smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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