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Nagelsmann kontert Magath-Kritik mit voller Breitseite: „Wenn er es braucht, soll er...“

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Von: Christoph Klaucke

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Bayern-Trainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Freiburg-Spiel.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Freiburg-Spiel. © Youtube/FC Bayern

Julian Nagelsmann ist nach Corona-Erkrankung bei der Pressekonferenz des FC Bayern vor Ort. Der Trainer vermeldet einen Ausfall. Die PK im Ticker zum Nachlesen.

Update vom 5. November, 14.15 Uhr: Die PK ist beendet. Julian Nagelsmann zeigte sich auf seiner ersten Medienrunde an der Säbener Straße nach überstandener Corona-Erkrankung bestens gelaunt. Besonders eine Anekdote über ein Kabinengespräch mit dem Freiburger Trainer Christian Streich überraschte. Zudem bestätigte der FCB-Coach den Ausfall von Ersatzspieler Marcel Sabitzer.

Wir haben für Sie die Aussagen von Nagelsmann auf der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Freiburg (Sa., 15.30 Uhr bei tz.de im Live-Ticker) zusammengefasst:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) über...

... die Zukunft von Niklas Süle: „Ich glaube nicht, dass er es ganz allein entscheidet, es gibt auch noch einen Verein. Er fühlt sich sehr wohl, hat viel mehr Spielzeit als letztes Jahr. Er macht einen guten Job. Ich kann mir gut vorstellen, dass er verlängert. Ich lege mich aber nicht fest. Ich arbeite sehr gerne mit ihm, kann es aber nicht entscheiden.“

... das Training für Offensive und Defensive: „Es ist eher eine 55-45-Verteilung pro Defensive. Ich trainiere in jeder Einheit immer alles. Mein Offensivspiel hat großen Einfluss auf das Defensivspiel, insofern ist das eine ganz enge Verzahnung. Im letzten Drittel, bei unserer Qualität, gibst du nicht alles vor. In der Defensive ist es schon eher an Regeln gehalten mit klaren Abläufen und mehr geplanten Situationen.“

... verschmerzbare Gegentore, wenn die Offensive liefert: „Ich liebe das Jubeln, das macht Spaß. Wenn man selbst den Ball hat, kann der Gegner keine Tore machen. Ich liebe das Offensivspiel, aber immer mit einer guten Verbindung von hinten. Die Absicherung muss stimmen. Wir haben erst einen Kontertorschuss gegen uns, haben uns in allen Statistiken verbessert.“

... Benjamin Pavard, der zwischen Bank und Startelf pendelt: „Wir spielen nicht immer mit zwei klassischen Außenverteidigern. Dann haben wir vier, fünf Offensive in überragender Form. Benji hat bisschen gebraucht um reinzukommen und war dann verletzt. Er muss seine Qualitäten auf den Platz bringen. Er spielt lieber innen, das hat er jetzt paar mal gemacht in der Dreierkette.“

... die Schere zwischen der überragenden Offensive und der anfälligen Defensive: „Wir brauchen Balance. Die defensive Stabilität haben wir gut hingekriegt, zuletzt war es etwas schwächer. Das ist ein Gesamtthema der gesamten Mannschaft. Wir müssen uns da alle finden und stabiler werden. Ein 5:2 ist schön für die Zuschauer, aber ein 5:0 oder 3:0 wäre schöner. Wir müssen schauen, mal wieder zu null zu spielen.“

... die leeren Sitzplätze in der Allianz Arena: „Ich glaube, dass die Dauerkarten ab diesem Wochenende wieder gelten, deshalb glaube ich, dass das Spiel gegen Freiburg ausverkauft sein wird. Ich beklage mich nicht, als Fußballer freut man sich natürlich, wenn das Stadion voll ist. Corona ist sicher ein Grund. Ich freue mich über das, was wir haben. Die Stimmung wird großartig sein.“

... den Konkurrenzkampf unter den Flügelspielern in der Offensive: „Das ist natürlich schwer. Wir sind grundsätzlich froh, dass alle fit sind. Es hängt auch von der Tagesform und dem Abschlusstraining ab. Thomas Müller hatte vor Benfica fast jedes Spiel gemacht, Leroy Sané hat gegen Hoffenheim nicht gespielt, Serge Gnabry hat zuletzt auch nicht immer gespielt. Es sind aber unterschiedliche Spielertypen, die Leistung ist gerade sehr gleich. Da gibt es nicht immer eine bestimmte Begründung, wenn alle auf so einem hohen Niveau sind. Jeder soll auf eine ähnliche Spielzeit kommen. Morgen wird es wieder einen treffen, ich weiß noch nicht genau wen, der leistungsmäßig völlig unverdient nicht beginnt. Wir haben eh schon viele Offensivspieler auf dem Feld, es können aber nur elf spielen. Du musst diese Entscheidung treffen, auch wenn diese aktuell schwer zu bewerten ist.“

... die Kritik von Felix Magath („Bayern München ist eine Abart vom Fußball“): „Ich glaube, Felix äußert sich immer wieder mal, auch zu mir, ohne mit mir ein Wort gesprochen zu haben. Ich weiß nicht, was er meint, dass sich nichts entwickelt hätte. Offensichtlich hat sich eine herausragende Fußballmannschaft entwickelt, die alles gewonnen hat - ohne Investor. Wir haben eine große Fanbase, ein tolles Stadion. Wir haben eine Mannschaft mit einer großen Identifikation für den Verein, wie man in der Doku gesehen hat. Ich weiß nicht was er meint. Er spricht aber nicht mit mir. Wenn er es braucht, soll er es sagen, wir kommen damit klar.“

... Streich als Trainer eines Spitzenteams: „Er hat unglaubliche Erfahrung im Nachwuchs und bei den Profis. Es sind mit die anspruchsvollsten Spiele gegen Freiburg, weil sie verschiedene Grundordnungen beherrschen. Ich bin mir sicher, dass Christian jeden anderen Verein in Europa trainieren könnte. Er kann die Spieler überzeugen, das kriegt er seit Jahren hin. Das ist eine große Leistung über eine so lange Zeit bei einem Verein.“

... die Konkurrenz in der Bundesliga: „Am Ende liegt es an uns, wie viel man zulässt. Wir haben aber Konkurrenz mit Dortmund und Freiburg. Wir sind Tabellenführer, unser Ziel ist Meister zu werden. Die Konkurrenz, die mit den Hufen schart, wollen wir im Zaum halten. Freiburg macht es sehr gut. Sie äußern nicht, dass sie Meister werden wollen, aber jeder will Meister werden. Es ist ein Spitzenspiel.“

... sein Verhältnis zu Freiburg-Trainer Streich: „Es gibt Trainerkollegen, die sind sehr angespannt vor dem Spiel. Christian nimmt sich vor dem Spiel immer Zeit zu sprechen, nicht nur über Fußball. In meiner Anfangszeit in Hoffenheim, das Verhältnis war nicht immer so prickelnd mit Freiburg... Er hat mir vor dem Spiel gesagt, er hat gerade bei Sky gesagt, dass er etwas später zum Interview kommt, weil er noch mein Interview in der FAZ fertig lesen will. Und das hat er tatsächlich gemacht. Wir saßen in der Kabine und haben darüber gesprochen. Er ist nicht so engstirnig. Er hat auch die menschliche Seite im Blick. Ich kann mich als jüngerer Trainer gut mit ihm austauschen, er hat eine Meinung. Wir verstehen uns gut, deswegen freue ich mich, dass wir uns morgen wiedersehen.“

... einen Einsatz von Marcel Sabitzer: „Der Kader sieht grundsätzlich gut aus. Sabi ist noch nicht dabei, der durfte heute nur 15 Minuten bisschen laufen. Er ist, was seinen Magen-Darm-Trakt angeht, nicht mehr ansteckend für die Mannschaft, das ist schon mal gut. Er hat heute früh eine Schale Müsli gegessen und die letzten drei Tage nur eine halbe Breze, das ist nicht so üppig um im Leistungssport präsent zu sein. Ansonsten sind alle Spieler gesund und fit.

... die Entwicklung von Kingsley Coman: „Er macht es sehr gut. Wir sind froh, dass er 100 Prozent geben kann. Das Wichtigste ist, dass er gesund bleibt, weil er sehr schnellkräftig spielt. Er hat Stärken im eins-gegen-eins, auch mit dem Rücken zum Tor mit seiner Technik. Sein Torabschluss, heute im Training hat er wieder wie gegen Union hoch ins Eck getroffen. Er ist unter den Top-4-Flügelstürmern in Europa. Dazu ist er noch ein sehr herzlicher Mensch mit einem Lächeln. Er hat eine große Bedeutung als Bindeglied für die Franzosen, weil er auch sehr gut Deutsch spricht.“

... den Gegner Freiburg und dessen Trainer Christian Streich: „Ein sehr sympathischer Verein, den ich auch schon viele Jahre relativ nahe miterlebe, weil wir auch im Nachwuchs gegen sie gespielt haben. Einer meiner Co-Trainer Xaver Zembrod hat viele Jahre dort gearbeitet und hat Infos aus erster Hand. Es ist eine unglaublich gefestigte Mannschaft, inklusive dem Trainer. Er ist ein extrem positiver Charakterkopf, den ich sehr schätze. Er hat tolle Ansichten und Meinungen, die er oft auch sehr blumig ausführt, man kann ihm sehr gut zuhören. Er ist ein intelligenter Mann und herausragender Trainer. Dass Freiburg so gut dasteht, ist auch sein Verdienst. Sie haben die stabilste Defensive. Sie schalten mit sehr viel Tempo um, mit ihrer Disziplin.“

Update vom 5. November, 13.20 Uhr: Aufatmen beim FC Bayern, die personelle Lage in der Abwehr scheint sich zu entspannen. Julian Nagelsmann für das Spitzenspiel gegen den Tabellendritten SC Freiburg mit den Abwehrspielern Lucas Hernández und Niklas Süle planen. Das Duo nahm am Freitag am nicht-öffentlichen Abschlusstraining teil, wie der Tabellenführer berichtete. Die beiden Innenverteidiger hatten am vergangenen Dienstag beim 5:2 in der Champions League gegen Benfica Lissabon angeschlagen pausiert.

Positive Nachrichten gab es auch von Eric Maxim Choupo-Moting. Der 32 Jahre alte Angreifer konnte nach einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel erstmals wieder Teile des Teamtrainings absolvieren. Gleich startet hier die Pressekonferenz mit Julian Nagelsmann, wir sind im Live-Ticker für Sie mit dabei.

FC Bayern: PK mit Nagelsmann im Live-Ticker - Süle und Lucas Hernandez im Abschlusstraining

Vorbericht: München - Der FC Bayern ist pünktlich vor dem Spitzenspiel in der Bundesliga gegen den SC Freiburg am Samstagnachmittag wieder im Siegesrausch. Der 0:5-Schmach im DFB-Pokal in Mönchengladbach ließen die Bayern zwei 5:2-Siege folgen, einmal in der Liga bei Union Berlin und am Dienstag in der Champions League gegen Benfica Lissabon.

Gegen die Portugiesen saß Julian Nagelsmann wieder auf der Bank beim FC Bayern. Der Trainer hatte wegen seiner Corona-Erkrankung vier Spiele verpasst. Am heutigen Freitag (5. November) um 13.30 Uhr wird Nagelsmann nun auch erstmals wieder an der Spieltags-Pressekonferenz an der Säbener Straße teilnehmen - Redebedarf gibt es genug um den Bundesliga-Riesen.

FC Bayern: PK mit Nagelsmann im Live-Ticker - FCB-Trainer mit Abwehr-Sorgen

Nagelsmann muss endlich der Abwehr Beine machen. Die Bayern kassierten in den letzten drei Spielen unfassbare neun Gegentore - das sind genauso viele wie in den ersten 14 Spielen zusammen. Zuletzt gegen Benfica fehlten der Defensive allerdings zwei Stammspieler verletzt. Für Niklas Süle, der offenbar mit einem Wechsel kokettiert, und Lucas Hernandez verteidigten der unerfahrene Tanguy Nianzou (19 Jahre), der sich ein Lob von Nagelsmann verdiente, und der nach seiner Form suchende Dayot Upamecano in der Innenverteidigung.

Dieses Duo könnte nun auch gegen das bis dato ungeschlagene Freiburg, das nur drei Punkte hinter den Bayern auf Rang drei lauert, gefragt sein. Während Süle muskuläre Probleme am Hüftbeuger hat, plagt sich Hernandez mit einer Fußverletzung herum, die er sich vor knapp einer Woche beim Auswärtsspiel bei Union Berlin zugezogen hat. Ein Einsatz der Beiden entscheidet sich wohl erst nach dem Abschlusstraining am Freitag.

FC Bayern: Nagelsmann-PK im Live-Ticker - Vertragsgeheimnisse gelüftet

Nagelsmann dürfte in der Presserunde ab 13.30 Uhr die Personalfragen aufklären und womöglich auch seinen Plan verraten, wie er den SC Freiburg, die beste Abwehr der Liga, knacken will. In der neuen Amazon-Doku „FC Bayern - Behind the Legend“ kamen in dieser Woche zudem pikante Details aus seinen Vertragsverhandlungen ans Licht. Verfolgen Sie die FCB-PK mit Nagelsmann hier im Live-Ticker. (ck)

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