Eins möchte der Trainer nicht sehen

Erster Nagelsmann-Gewinner? Mit einem Bayern-Talent sprach der neue Coach besonders lange

Taktik-Fuchs: Julian Nagelsmann bringt ganz konkrete Vorstellungen zum FC Bayern mit.
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Taktik-Fuchs: Julian Nagelsmann bringt ganz konkrete Vorstellungen zum FC Bayern mit.

Julian Nagelsmann weiß, was er will. Der neue Bayern-Trainer instruierte seine kleine Übungsgruppe anhand einer Taktik-Tafel ganz genau. Auch spricht er lange mit einem Top-Talent.

München - Das wichtigste Werkzeug von Julian Nagelsmann* (33) kommt recht schlicht daher, ist für die Arbeit des neuen Bayern*-Trainers aber von enormer Bedeutung: Die Taktik-Tafel von Top-Coach. Kostenpunkt: 149,00 Euro. Mit der weißen Tafel und den blauen und roten Magneten erklärt Nagelsmann seiner Mannschaft taktische Formationen, Spielzüge und Anlaufverhalten. Vor der ersten Spielform am ersten Trainingstag am Mittwoch versammelte Nagelsmann die Spieler davor, damit sie seine Philosophie von der ersten Minute an verinnerlichen.

Die erste Aufstellung unter dem neuen Bayern-Trainer las sich wie folgt: Sven Ulreich – Bouna Sarr, Tanguy Nianzou, Dayot Upamecano, Omar Richards – Adrian Fein, Marc Roca, Michael Cuisance – Malik Tillman, Joshua Zirkzee*, Armindo Sieb. Diese Elf sollte im klassischen 4-3-3-System den Spielaufbau üben. „Verlagerungen müssen schnell gehen. Ich will, dass das schnell geht“, gibt Nagelsmann entsprechende Anweisungen. Um mehr Tempo in die Seitenverlagerungen zu bekommen, sollen die Außenverteidiger extrem nach innen rücken, damit die Abstände zwischen den Spielern geringer sind.

Nagelsmann möchte nicht, dass seine Sechser im Mittelfeldzentrum quer angespielt werden

Die Sieben-Mann-Truppe mit Ron-Thorben Hoffmann*, Jamie Lawrence, Taylor Booth, Torben Rhein, Josip Stanisic und Christopher Scott soll dabei Druck auf Nagelsmanns Premieren-Elf ausüben. Trotzdem fordert der Fußballlehrer im Spielaufbau ein vertikales Passspiel. „Nach vorne, nach vorne“, weist er Mittelfeldspieler Adrian Fein an. Hintergrund: Nagelsmann möchte nicht, dass seine Sechser im Mittelfeldzentrum quer angespielt werden, weil bei einem möglichen Ballverlust gleich zwei Leute überspielt sind.

Am gestrigen Donnerstag standen dann zwei Einheiten für die Bayern-Stars auf dem Programm – sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag. Da durfte die Taktik-Tafel nicht fehlen. Ebenfalls auffällig: An beiden Tagen sucht Nagelsmann häufig das Gespräch mit Defensiv-Talent Nianzou* (19).

Nagelsmann lobt Nianzou: „Der wird dieses Jahr die nötigen Schritte gehen“

„Ich kenne ihn schon sehr lange. Ich hatte ihn schon lange auf meiner Liste als Trainer, dass ich gerne einmal mit ihm zusammenarbeiten möchte. Jetzt ist es so weit“, sagte er kürzlich über den Youngster und verriet seine Pläne mit ihm: „Er hatte natürlich kein gutes erstes Jahr und körperlich ein paar Probleme gehabt. Da versuchen wir ihn rauszuholen. Er ist ein herausragendes Talent und ein sehr guter Charakter. Der wird dieses Jahr die nötigen Schritte gehen, um eine bessere Saison zu spielen als letztes Jahr.“

Diese Worte freuen auch Vorstandsboss Oliver Kahn. Der „Titan“ meldete sich gestern noch einmal zu Wort, um den einen oder anderen Gedanken zur Verpflichtung von Nagelsmann zu ergänzen – vor allem die Jugendarbeit beim FC Bayern betreffend: „Julian identifiziert sich voll mit dem FC Bayern und wird unserem Verein viele neue Impulse geben. Seine Vorstellung von attraktivem Fußball, kombiniert mit der Fähigkeit, junge Spieler weiterzuentwickeln und in den Profikader zu integrieren, hat uns von Anfang an überzeugt. Mit ihm haben wir nun eine Konstante auf der Trainerposition, die unserem Verein und jedem einzelnen Spieler eine klare Perspektive bietet.“ Und dabei hilft Nagelsmann auch die Taktik-Tafel. Manuel Bonke, Jonas Austermann - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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