Münchner wollen Nagelsmann-Geld wieder reinholen

Turbulente Tage beim FC Bayern: Nagelsmann-Deal perfekt - muss Flick seinen DFB-Wechsel selbst bezahlen?

Julian Nagelsmann wird neuer Trainer des FC Bayern. Hansi Flick zieht es zum DFB - es könnte sein, dass er für seinen Bundestrainer-Traum aber selbst bezahlen muss.

  • Der FC Bayern hat Julian Nagelsmann verpflichtet.
  • Der Klub und der Trainer haben sich auf eine Zusammenarbeit ab Sommer 2021 verständigt.
  • Der DFB will Hansi Flick indes als Nachfolger des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw installieren, es gibt aber ein Problem.

Update vom 27. April, 10.56 Uhr: Julian Nagelsmann wird neuer Trainer des FC Bayern München. Das gaben die Vereine am Dienstagvormittag bekannt.

Turbulente Tage beim FC Bayern: Nagelsmann-Deal perfekt - muss Flick seinen DFB-Wechsel selbst bezahlen?

Erstmeldung vom 26. April: München - Julian Nagelsmann ist (fast) ein Roter! Der 33-Jährige steht unmittelbar vor einem Wechsel zum FC Bayern. Am Montag hat der Trainer von RB Leipzig seinen Klub um die Freigabe gebeten. Die Sachsen wollen Nagelsmann aber nur vorzeitig aus dem noch bis 2023 laufenden Vertrag lassen, wenn sie eine Ablösesumme erhalten. Über die Höhe dieser Zahlung verhandeln nun die beiden Klubs, gestern ließ eine Einigung noch auf sich warten.

Klar ist nach tz-Infos aber bereits, dass sich Klub und Trainer auf eine Zusammenarbeit ab Sommer verständigt haben. Nagelsmann soll in München jährlich acht Millionen Euro verdienen. Gefeilscht wird nur noch darum, wie hoch die Münchner Entschädigungszahlung gen Osten ausfällt. Die Ablösesumme für Nagelsmann dürfte sich letztendlich im Bereich zwischen 20 und 25 Millionen Euro bewegen. Damit würde der gebürtige Landsberger zum teuersten Coach der Welt werden. Bislang lag der Rekord für einen Trainer-Wechsel bei 15 Millionen, die fällig wurden, als André Villas-Boas vor zehn Jahren vom FC Porto zum FC Chelsea wechselte.

Julian Nagelsmann zum FC Bayern: Verhandlungen nehmen Fahrt auf

Nun also Nagelsmann. In der vergangenen Woche hatten die Bayern-Bosse Kontakt zu ihren Leipziger Kollegen aufgenommen, um die Möglichkeit einer Nagelsmann-Verpflichtung auszuloten. Am Wochenende nahmen die Verhandlungen richtig Fahrt auf. Der Trainer selbst hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn die Aufgabe in München früher oder später reizen würde. Ende 2020 erklärte Nagelsmann etwa im tz-Interview: „Grundsätzlich ist der FC Bayern ein Riesen-Verein und der erfolgreichste Klub Deutschlands. Wenn dein Name da genannt wird – auch wenn es nur medial ist –, ist es ja besser, als wenn dein Name nicht genannt wird.“ Die Gerüchte nannte der 33-Jährige damals „abstrakt“, jetzt wurden sie schneller konkret als gedacht.

Offen ist bisher noch, ob der FC Bayern wenigstens einen Teil der Ablösesumme für Nagelsmann durch den vorzeitigen Abschied von Hansi Flick (56) wieder reinholen kann. Der Münchner Erfolgstrainer hatte der Vereinsführung nach dem Scheitern im Champions-League-Viertelfinale vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass er im Sommer vorzeitig aus seinem bis 2023 datierten Vertrag rauswill. Flick sieht u.a. durch andauernde Unstimmigkeiten mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) keine Basis mehr für eine weitere erfolgreiche Arbeit an der Säbener Straße. Zudem lockt Flick die Aussicht, nach der Europameisterschaft den Bundestrainer-Posten von Joachim Löw zu übernehmen.

FCB-Trainer Hansi Flick (l.) und RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann (Archivbild)

FC Bayern München: DFB will für den Jogi-Ersatz kein Geld in die Hand nehmen

Ablösefrei wollen die Münchner ihren Coach nicht ziehen lassen. Der DFB erklärte in Person von Vizepräsident Rainer Koch aber jüngst noch mal, dass der Verband keinen Trainer mit einem bestehenden Vertrag verpflichten werde. Ergo will der DFB für den Jogi-Ersatz auch kein Geld in die Hand nehmen. „Der DFB wird keine Ablösesummen zahlen, weil er noch nie Ablösesummen gezahlt hat und weil er als gemeinnütziger Verband im Übrigen sich schwertut, dies zu tun“, sagte Koch in der BR-Sendung Blickpunkt Sport.

Dadurch, dass mit Nagelsmann bereits ein kostspieliger Nachfolger für Flick bereitsteht, hat sich die Verhandlungsposition der Münchner nicht verbessert. Zur Erinnerung: Flick war mit seinem Wunsch nach Vertragsauflösung nach dem Sieg in Wolfsburg am 17. April an die Öffentlichkeit gegangen. Für die Klubführung kam dieser Schritt überraschend, sie „missbilligte die einseitige Kommunikation“.

Gut möglich, dass Flick nun selbst für seinen Bundestrainer-Traum zahlen muss – zum Beispiel in Form eines Gehaltsverzichts.

Rubriklistenbild: © sampics

Auch interessant

Kommentare