Bayern hat den kleinsten Kader

Pep, genügen 24 Spieler?

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München - Nach aktuellem Stand verfügt Pep Guardiola für die anstehende Saison einen 24 Spieler umfassenden Kader. Weniger Spieler hat kein anderer Bundesligist zur Verfügung. Doch Trainer Pep Guardiola reicht das.

Seit dem Wochenende herrscht auch beim FC Bayern wieder normaler Trainingsbetrieb. Die WM-Fahrer sind aus dem Urlaub zurück, Pep Guardiola kann das Team endlich nach seinen Vorstellungen auf den Saisonstart vorbereiten. Die Basis dafür hat der Startrainer schon vor Wochen gelegt. Bei der Kaderplanung machte Pep nämlich deutlich: Qualität statt Quantität. Nach dem Abgang von Toni Kroos verzichtete der Spanier auf einen adäquaten Ersatz, wie FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge vergangene Woche verriet: „Wir wären bereit gewesen, noch einen Spieler – wie damals Thiago – zu verpflichten. Aber der Trainer wollte das nicht, er ist hochzufrieden mit dem Kader.“ Dieser ist nun ganz nach den Vorstellungen des als Perfektionist geltenden Katalanen zusammengestellt – umfasst aber nach dem Abgang von Diego Contento nur noch 24 Spieler. Dazu muss Pep noch den längerfristigen Ausfall von Thiago verkraften, der mindestens zwei weitere Monate ausfallen wird. Reicht der kleinste Kader der Liga für die großen Ziele des FC Bayern?

„Ja“, sagt Ex-FCB-Profi Markus Babbel und begründet dies mit der „unglaublich hohen Qualität“ des Münchner Star­ensembles. Um an den großen Triumph aus dem Triplejahr 2013 anzuknüpfen, warten in den kommenden zehn Monaten stattliche 54 Pflichtspiele auf die Münchner. Das erste steht am Mittwoch Abend im DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund (18 Uhr, ZDF) auf dem Programm. Anschließend sind die Roten 34-mal in der Liga gefordert, bis zum DFB-Pokalsieg sind es sechs Spiele, in der Champions League sogar 13. Vor zwei Jahren hatten die Bayern die gleiche Anzahl an Spielen vor der Brust, allerdings standen Jupp Heynckes damals noch 28 Akteure zur Verfügung.

FC Bayern: Team-Präsentation und Show-Training in Bildern

FC Bayern: Team-Präsentation und Show-Training in Bildern

Mit 24 Spielern, darunter drei Torhütern, haben die Münchner den kleinsten Kader der Liga. Peter Stöger, Trainer des 1. FC Köln, kann immerhin auf 25 Mann zurückgreifen – von der Dreifachbelastung des FC Bayern kann man in der Karnevalshochburg allerdings auch nur träumen. Die anderen deutschen CL-Teilnehmer haben sich für die lange Saison deutlich breiter aufgestellt. Dortmunds Kader umfasst 29 Akteure, Schalke-Coach Jens Keller verfügt sogar über 30.

Doch Guardiola ist von seinem kleinen Kader überzeugt. Der Vorteil: Der Coach kann Unruhe vermeiden, bei dem straffen Zeitplan der Bayern bekommt jeder Star genug Einsatzzeit. „Wenn der Kader zu groß ist, besteht die Gefahr, dass es Probleme in der Truppe gibt“, meint Babbel, der selbst schon Trainer in Stuttgart, Berlin und Hoffenheim war. Und Rummenigge erklärte: „Pep will 18 Topspieler und fünf oder sechs Talente.“ Die durften während der Abstinenz der Superstars vorspielen, und einer hat Pep sogar überzeugt. Youngster Gianluca Gaudino wird wohl auch beim Supercup dabei sein.

Doch die dünne Personaldecke birgt auch Gefahren. So viele Verletzte wie in der vergangenen Saison, als Pep erst in der Rückrunde alle Stars zur Verfügung standen, kann sich der FCB nicht erlauben. Deshalb ist nach den Ausfällen von Franck Ribéry (Patellasehnenreizung) und Rafinha (Außenbandriss im Sprunggelenk) schon fast damit zu rechnen, dass der ein oder andere Weltmeister trotz Trainingsrückstand die Roten auf dem Weg nach Dortmund begleiten wird…

sw

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