Quartett nicht unumstritten

FC Bayern: Wackel-Kandidaten! Flick-Liebling schon bald wieder weg?

Bayern-Trainer Hansi Flick (l) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic
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Wohin geht die Reise? Die Zukunft von vier Bayern-Profis ist aktuell noch unklar. Trainer Hansi Flick (l) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic müssen sich Gedanken um den Kader machen.

Nicht bei allen Spielern des FC Bayern ist die Zukunft klar. Bei welchen Profis stehen die Zeichen auf Abschied und wie geht der FCB mit Flick-Liebling Dantas um?

München - Der FC Bayern hat in der aktuellen Bundesligasaison insgesamt 26 Spieler eingesetzt. Das entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt aller Vereine. Der SC Freiburg schickte mit 22 Akteuren die wenigsten aufs Feld, Krisenklub Schalke mit 33 die meisten. Bei den Münchnern kommen zudem noch sieben Profis hinzu, die in Champions League und DFB-Pokal ran durften, sodass Trainer Hansi Flick bisher 33 Spielern das Vertrauen schenkte.

FC Bayern München: Vier Profis wackeln - wie sieht ihre Zukunft aus?

Dauerbrenner im Kader der Roten sind Manuel Neuer, David Alaba, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Leroy Sané. Das Quintett kam in der Saison 2020/21 mindestens 30-mal zum Einsatz (siehe Infografik). Gleichzeitig gibt es allerdings auch Spieler, die bisher weniger oft zum Zug kamen und dementsprechend nicht unumstritten sind. Da der FC Bayern im Sommer vor allem in die Breite des Kaders investiert hat, wackeln einige Profis. Ein Überblick über die Spieler, die um ihre Zukunft kämpfen müssen.

Spieler Einsätze in der Saison 2020/21 (Stand: 27. Februar 2021)
Manuel Neuer34
David Alaba32
Robert Lewandowski32
Thomas Müller32
Leroy Sané30
Serge Gnabry29
Niklas Süle27
Jamal Musiala26
Jerome Boateng26
Lucas Hernandez26
Joshua Kimmich26
Kingsley Coman26

Eric Maxim Choupo-Moting (Vertrag bis 2021)

Eric Maxim Choupo-Moting kam im Sommer als Back-up für Robert Lewandowski. Der Angreifer, der zuvor bei Paris Saint-Germain in ähnlicher Rolle agiert hatte, sollte den Polen entlasten. Insgesamt bringt es der 31-Jährige auf 20 Einsätze für den FC Bayern, sieben davon in der Startelf. Die Statistik von vier Toren sowie einer Vorlage ist dabei jedoch noch ausbaufähig, weswegen der FCB wohl Probleme bekäme, wenn Lewandowski länger ausfallen würde.

Nichtsdestotrotz hat der 54-fache kamerunische Nationalspieler gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung, zumindest um ein Jahr. Grund hierfür scheint der Charakter des gebürtigen Hamburgers zu sein, den kurz nach dem Wechsel nach München auch Ex-Teamkollege Julian Draxler gegenüber der tz in den Vordergrund stellte: „Choupo ist jemand, der sich mit seiner Rolle sehr gut anfreunden kann. Bayern kann sich auf einen super Typen in der Kabine freuen.“

In der Tat ist Choupo-Moting bisher nicht als „Stinkstiefel“ aufgefallen. Der 1,91-Meter-Mann scheint seine Rolle gut einschätzen zu wissen. Für eine Verlängerung spricht zudem, dass solch ein Verhalten gut bei den Bossen ankommt, Choupo-Moting ohnehin nicht zu den kostspieligsten Profis im Kader gehören sollte und er nicht nur als Stürmer einsetzbar ist (zuletzt agierte er auf der Zehn oder den Flügeln).

Douglas Costa (Leihe bis 2021)

Bei Douglas Costa stehen die Zeichen hingegen auf Abschied. Der Brasilianer, der für ein Jahr von Juventus Turin ausgeliehen ist, konnte seit seiner Rückkehr nicht an alte Bayern-Zeiten anknüpfen. Von 2015 bis 2017 steuerte der Flügelspieler 41 Torbeteiligungen in 75 Spielen bei (14 Treffer, 27 Vorlagen), in bislang 22 Einsätzen sind es magere vier (ein Treffer, vier Vorlagen). Aktuell fällt Costa wegen eines Haarrisses im Fuß verletzungsbedingt aus.

Der 30-Jährige konnte in dieser Spielzeit also nicht wirklich auf sich aufmerksam machen. Da der FC Bayern nach einem Bericht der Bild keine Kaufoption für Costa habe, wird er die Münchner aller Voraussicht nach im Sommer verlassen. Dafür spricht auch, dass er sich vor Kurzem öffentlich zu einer Rückkehr nach Turin geäußert hat. „Juventus ist in meinem Herzen, ich würde gerne nach Italien zurückkehren“, sagte er dem italienischen Transfer-Experten Gianluca Di Marzio.

Häufig nicht die erste Wahl: Douglas Costa stand seit seiner Rückkehr gerade einmal sechsmal in der Startelf

Bouna Sarr (Vertrag bis 2024)

Bouna Sarr wechselte am Deadline Day von Olympique Marseille an die Isar. Sportvorstand Hasan Salihamidzic beschrieb den Franzosen in einer Pressemitteilung als einen „dynamischer Rechtsverteidiger, der sehr gut zu unserer Spielauffassung passt.“ Nach einem halben Jahr in München und nur elf Einsätzen (vier davon in der Bundesliga) konnte der 29-Jährige diese Erwartungen allerdings nicht erfüllen. Von einigen Fans wird der Abwehrspieler gar schon als „Transfer-Flop“ beschrieben.

Sarr wurde als Back-Up für die Rechtsverteidigerposition geholt, spielt mittlerweile aber nicht einmal mehr, wenn der etatmäßige Benjamin Pavard ausfällt. Zuletzt setzte Flick auf Niklas Süle. Ob sich Sarr noch langfristig an der Säbener Straße durchsetzen kann, ist nach aktuellem Stand fraglich - ebenso wie die Frage, ob die Münchner einen Abnehmer für den Franzosen finden. Sein langfrsitiger Vertrag könnte also womöglich noch zum Problem für Salihamidzic & Co. werden.

Tiago Dantas (Leihe bis 2021)

Ein großes Fragezeichen steht derweil auch hinter der Zukunft von Tiago Dantas. Der Portugiese ist bis Juli 2021 von Benfica Lissabon ausgeliehen, aber erst seit dem Jahr 2021 für alle Wettbewerbe spielberechtigt. Dantas trainierte in der ersten Saisonhälfte bei der ersten Mannschaft mit, kam aber nur für die U23 zum Einsatz (sieben Spiele). Gegen Köln feierte der spielstarke zentrale Mittelfeldspieler nun sein Bundesligadebüt.

Anders als bei Costa besitzen die Münchner für Dantas eine Kaufoption. Sie soll bei 7,5 Millionen Euro liegen. Ob die Roten diese Option jedoch ziehen, ist aktuell noch unklar. Die Bild berichtet, dass sich Hasan Salihamidzic gegen ein langfristiges Engagement des technisch versierten, aber körperlich schwachen Mittelfeldspielers ausgesprochen haben soll. Nach tz-Informationen genießt Dantas allerdings bei Flick hohen Kredit.

Mit dem Chefcoach hat der 19-Jährige einen prominenten Fürsprecher im Klub. Flick ist großer Fan des jungen Portugiesen und beobachtete ihn schon seit Jahren. Immer wieder setzt sich der Trainer für seinen Schützling ein. Erst vor Kurzem lobte er den Trainingsfleiß des Juniorennationalspielers: „Der Junge gibt jeden Tag sein Bestes und versucht, besser zu werden.“ Ob Flick die Münchner Chefetage letztlich von einem langfristigen Transfer des Mittelfeldspielers überzeugen kann, ist aktuell nicht absehbar.

FC Bayern München: Nicht alle Neuzugänge überzeugten bisher

Die aufgeführten Spieler wechselten allesamt erst im Oktober nach München. Daher scheint es eigentlich zu früh, sie schon jetzt abzuschreiben. Fest steht allerdings, dass es keinesfalls unumstritten ist. Die besten Chancen auf eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus scheint Choupo-Moting zu haben, die schlechtesten Costa. Ihn zieht es zurück nach Turin. Spannend bleibt, wie mit Sarr und allen voran Dantas umgegangen wird. (as)

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