Nach scharfer Kritik

Wegen Corona und Katar: Bayern-Boss Rummenigge kontert Vorwürfe - „Wir sind überhaupt nicht arrogant“

Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.
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Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.

Angebliche Corona-Privilegien, Fußballer als Impf-Vorbilder, Kritik an der Partnerschaft mit Katar: Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nimmt im Aktuellen Sportstudio im ZDF zu allen Themen Stellung.

München/Mainz - Er habe seine „Vorbildfunktion verfehlt“. Die Kritik einer Ultragruppierung an Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsboss des FC Bayern, war zuletzt harsch.

Die Katar-Reise zur Klub-WM des Bundesliga-Giganten hatte für Aufregung gesorgt, ebenso vermeintliche Corona-Privilegien für das hoch bezahlte fußballerische Personal. Manifestiert am Beispiel Thomas Müller. Rummenigge hat nun im Aktuellen Sportstudio des ZDF zu allen polarisierenden Themen rund um den deutschen Rekordmeister Stellung bezogen.

FC Bayern München: Karl-Heinz Rummenigge spricht im ZDF über Corona-Privilegien der Fußballer

„Wir sind überhaupt nicht arrogant, wir verlangen überhaupt keine Sonderrolle“, sagte der 65-Jährige und meinte: „Der Fußball hat nach wie vor Demut.“ Eben jene Demut rund um den Profi-Fußball war zuletzt - unabhängig vom FC Bayern - von Politikern und Vertretern aus der Fanszene in Frage gestellt worden.

Ein Kritikpunkt lautet: Fußballer dürfen ihrer Arbeit, einem Kontaktsport, nachgehen, während andere Branchen seit Monaten im Corona-Lockdown sind.

Wir verlangen überhaupt keine Sonderrolle.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge über die Corona-Krise

„Wir sind alle in unserem Land angespannt“, sagte Rummenigge weiter: „Es ist nicht so einfach, auch für den Fußball.“ Der Münchner Boss hatte zuletzt vorgeschlagen, dass die Fußballer des FC Bayern als Impf-Vorbilder dienen könnten - was reichlich gesellschaftliche Kritik nach sich zog.

Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern relativiert Aussagen zu Corona-Impfungen

„Wir wollen uns in keinster Weise vordrängeln“, erklärte er und relativierte, nur dann, „wenn es genügend Impfstoff gibt. Dann wäre es am Fußball, ein Vorbild zu sein – und dann eben seine Spieler impfen zu lassen, um den Bürgern zu zeigen, dass Impfen keine Schädigung mit sich bringt“.

Man dürfe dem deutschen Fußball auch keine Vorwürfe wegen der Auslandsreisen im Europapokal machen. „Das sind keine Entscheidungen der Klubs, das ist eine Entscheidung der Uefa. Die Alternative wäre, nicht mehr an der Champions League teilzunehmen“, sagte er und verteidigte seine Branche vehement: „Mir wird es ein bisschen zu sehr in die Richtung interpretiert, die sind privilegiert, die dürfen spielen, die Spieler verdienen unglaublich hohe Gehälter.“

FC Bayern München: Karl-Heinz Rummenigge wirbt für Dialog mit Katar

Und Katar? Die Bayern waren jüngst zur Klub-WM in dem Emirat, und Weltmeister Thomas Müller kehrte mit einer Corona-Infektion zurück. Katar wird indes wegen angeblicher Missachtung von Menschenrechten von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) kritisiert. Und das seit Jahren.

Katar sei „schon ein ganzes Stück nach vorn gekommen“, meinte Rummenigge jetzt im ZDF: „Wir beim FC Bayern sind der Meinung, dass man in einem Dialog viel mehr erreicht als in einer permanent kritischen Haltung.“ (pm)

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