FCB-Boss mit klaren Worten

„Alles falsch gemacht“: Rummenigge rechnet mit Transfer-Politik ab - und fordert massive Neu-Ausrichtung

Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.
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Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sieht die aktuellen Entwicklungen des Profifußballs mitunter kritisch. In der Branche gehe es um immer größere Summen.

München - Karl-Heinz Rummenigge hat die Entwicklung der Gehälter im Profi-Fußball kritisiert: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir alles falsch gemacht, weil wir immer mehr für Spieler und Berater ausgegeben haben“, sagte der Vorstandschef des FC Bayern im Interview der italienischen Zeitung Corriere della Sera (Dienstag).

FC Bayern München: Rummenigge spricht über Gehaltsobergrenze - und kennt die Probleme

Die Pandemie habe dagegen gezeigt, dass man einen Schritt zurück machen und zu einem rationaleren Modell zurückkehren müsse, erklärte der 65-Jährige weiter. „Ich hoffe, dass es möglich ist, aber es wird nicht einfach.“ Der frühere Stürmer von Inter Mailand forderte, eine europäische Lösung dafür zu finden. „Die Menschen wollen einen rationaleren Fußball“, sagte Rummenigge.

Eine auch als Salary-Cap bekannte Gehaltsobergrenze wäre zwar eine gute Initiative, aber Politiker in Brüssel hatten ihm zufolge bereits 2008 gesagt, dass man damit gegen europäisches Recht verstoße. Jetzt unter dem Eindruck der Corona-Pandemie sei vielleicht ein passender Moment für eine neue Initiative, um das zu korrigieren.

FC Bayern München: Vertrag veröffentlicht - Rummenigge lacht über Lionel Messi

Als Rummenigge von Zahlen aus Lionel Messis hoch dotiertem Vertrag beim FC Barcelona erfahren hatte, habe er gelacht. „Ich kann ihm nur ein Kompliment machen, weil er es geschafft hat, einen so astronomischen Vertrag abzuschließen“, kommentierte er. Vor einigen Wochen berichtete die spanische Zeitung El Mundo Deportivo über den Kontrakt des argentinischen Superstars. Demnach verdiente Messi von 2017 bis 2021 exakt 555.237.619 Euro.

Um diese astronomischen Summen einmal herunterzubrechen, bietet sich folgende Umrechnung an. Messi kassierte offenbar 138.809.405 Euro im Jahr, 11.567.450,40 Euro im Monat, also 380.039,44 Euro am Tag, 15.834,98 Euro in der Stunde, 263,92 Euro in der Minute und 4,40 Euro in der Sekunde.

Karl-Heinz Rummenigge(l) könne Lionel Messi zu dessen lukrativen Vertrag nur beglückwünschen - habe aber auch darüber lachen müssen (Archivfoto von 2007)

FC Bayern München: Rummenigge lobt Flick - „er hat das Licht im Dunkeln angemacht“

Im weiteren Verlauf des Interviews lobte Rummenigge die aktuellen Leistungen des FC Bayern, die mit dem Gewinn der Klubweltmeisterschaft gekrönt worden wären. Der Rekordmeister habe „etwas Außergewöhnliches“ geschafft und dies zu großen Teilen Cheftrainer Hansi Flick zu verdanken: „Er kam im November 2019 und hat das Licht im Dunkeln angemacht, nicht nur taktisch oder im Training, sondern auch in der Empathie und im Umgang mit der Gruppe.“

Angesprochen auf die Probleme vor der Abreise nach Katar, die FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß als „Skandal ohne Ende“ bezeichnete und durch die sich Rummenigge „total verarscht“ gefühlt hatte, entgegnete der Vorstandschef lapidar: „Das hat uns nicht gefallen.“

FC Bayern München: Rummenigge über Kritik an Impf-Vorschlagen - „haben mich falsch verstanden“

Darüber hinaus sprach Rummenigge auch über die (überwiegend in sozialen Medien geäußerte) Kritik nach seinem Vorschlag, Fußballprofis im Sinne der Vorbildfunktion früher gegen das Coronavirus zu impfen. Die Welle der Empörung könne der 65-Jährige nicht nachvollziehen: „Sie (die Kritiker, d. Red.) haben mich missverstanden. Ich habe nicht verlangt, dass die Spieler vor den anderen geimpft werden sollen, vor allem nicht vor älteren Menschen. Ich habe nur gesagt, dass die Impfung ein gutes Beispiel sein könnte, um auch den Teil der Bevölkerung von einer Impfung zu überzeugen, der dies ansonsten nicht tun würde.“ (as/dpa)

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