Keine Mitgliederversammlung, sondern Video aus der Chefetage

Per Video: Rummenigge verkündet emotionale Weihnachtsbotschaft - samt Ansage für 2021

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wendet sich in einem Video zum Jahresabschluss an die Vereinsmitarbeiter und sagt: „Wir werden auch 2021 Grund zum Feiern finden!“

  • Der FC Bayern geht als Tabellenführer in die Weihnachtspause.
  • Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge, Trainer Hansi Flick und die anderen Verantwortlichen können zufrieden sein. Ersterer beschloss das FCB-Jahr mit einer Videobotschaft.
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München - Emotionale Bilder, ein Jahresrückblick – das ist Standard-Programm auf der Jahreshauptversammlung. Wenn die Aufnahmen des ablaufenden Jahres über die Leinwand flimmern, werden die Mitglieder des FC Bayern stets zurückversetzt zu den großen Triumphen und prägendsten Ereignissen. Heuer hätten die Szenen aus Lissabon für Gänsehaut in der Halle gesorgt, so ein Triple-Jahr erlebt man nicht allzu oft. Aber: Weil die Mitgliederversammlung bekanntlich auf 2020 verschoben wurde, hat sich der FC Bayern einen anderen Verbreitungsweg seines Jahresfazits gesucht. Allen voran: Karl-Heinz Rummenigge.

Die letzten Worte 2020 kamen an der Säbener Straße vom Chef höchstpersönlich. Schon vor der Eroberung der Tabellenführung in Leverkusen erreichte die Videobotschaft aus der Vorstandsetage die rund 1000 Mitarbeiter in München, New York und Shanghai. Knapp fünf Minuten nahm sich jeder Zeit, nicht nur für einen Blick zurück, sondern auch einen nach vorne. Denn Rummenigge hat die Bayern-Familie positiv in die Weihnachtsferien verabschiedet. Man nimmt dem 65-Jährigen seinen Optimismus ab. Vor einem geschmückten Christbaum nimmt der Boss Platz – und sagt: „Der FC Bayern steuert gut durch die Krise, das ist auch Ihr Verdienst.“

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie haben Videobotschaften einen wichtigen Teil der Mitarbeiter-Ansprache aus der Chefetage eingenommen, die letzte des Jahres passt in diese Reihe. Rund eineinhalb Minuten spricht Rummenigge vom „sportlich historischen Jahr“, dem Gewinn von fünf Titeln, der Meisterschaft der Amateure, der Vize-Meisterschaft der Frauen, dem ersten Titel der E-Sportler. Ja, tatsächlich macht es den Anschein, als habe 2020 den FC Bayern sportlich regelrecht beflügelt. Die Arbeit neben dem Platz – also jene für Rummenigge und seine Vorstandskollegen – war da doch um einiges komplizierter.

Setzt in schwierigen Corona-Zeiten auf eine Einigkeit wie zum Beginn der Krise: Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Foto: Arne Dedert/dpa

FC Bayern: Oliver Kahn als Corona-Krisenmanager

Dass auch der FC Bayern die Krise zu spüren bekommt, haben die in der vergangenen Woche veröffentlichten Finanzen der Saison 2019/20 gezeigt. Dennoch ist Rummenigge beim Blick in die Zukunft nicht bange. Natürlich wurden Budgets gekürzt und der prekären Lage angepasst – unter anderem die Allianz Arena muss einige geplante Modernisierungen temporär auf Eis legen. Für die Mitarbeiter aber gibt sich der Verein als sicherer Arbeitgeber. Kurzarbeit konnte bisher vermieden werden, fällt ein Beschäftigungsfeld weg, wird die betroffene Belegschaft anderweitig eingesetzt. Man agiert solidarisch.

Als Corona-Krisenmanager zeichnet Oliver Kahn hauptverantwortlich, für das große Ganze aber steht nach wie vor Rummenigge. Daher ergreift auch er noch mal das Wort, als die Bilder des Jahres – vom Training, dem Tri­ple, den Frauen, aus dem FC Bayern Museum, der Allianz Arena, vom Kids Club – gezeigt wurden. Er beteuert: „Wir werden auch 2021 Grund zum Feiern finden.“ Für ihn persönlich gilt das besonders. Noch 373 Tage, dann endet seine Funktionärskarriere. Emotionale Bilde aus 30 Jahren sind da: garantiert. - Hanna Raif, Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © Arne Dedert

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