Nationalspieler vor Duell Juve - FCB

Khedira: "Wer ist zu 100 Prozent da?"

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Sami Khedira.

Turin - Nationalspieler Sami Khedira sieht den FC Bayern vor dem Champions-League-Duell mit seinem Arbeitgeber Juventus Turin nicht in der Favoritenrolle.

Dieser FC Bayern, sagte Sami Khedira respektvoll, ja, dieser FC Bayern sei tatsächlich „eine der besten Mannschaften auf diesem Planeten, das ist kein Geheimnis.“ Aber Sorge? Gar Angst vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) mit Juventus Turin gegen den deutschen Fußball-Rekordmeister? Keineswegs! „Wir sind auch eine Mannschaft, die für solche Spiele gemacht ist“, sagte Khedira der Bild am Sonntag.

„In Spielen wie gegen Bayern geht es darum: Wer will es mehr? Wer ist zu 100 Prozent da? Wenn du in einer Situation mal nur zu 95 Prozent da bist, kann das schon das entscheidende Gegentor bedeuten“, sagte Khedira.

Der Respekt vor Thomas Müller, Robert Lewandowski und Co. ist groß beim Vorjahresfinalisten der Königsklasse. Doch die alte Dame aus Turin strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Daran änderte auch das 0:0 am Freitag bei Aufsteiger FC Bologna nichts, mit dem Unentschieden gingen die unglaublichen Serien von 13 Pflichtspielsiegen und 15 Erfolgen in der Serie A hintereinander zu Ende. „Das Hinspiel“, versprach Stürmer Alvaro Morata in Sport Bild, „wird für die Bayern sehr schwierig. Weil das die Hölle ist in unserem Stadion.“

Im Juventus Stadium warten fast 40.000 heißblütige Tifosi auf die Bayern - und eine Klassemannschaft, die sich nach schwachem Saisonstart gefangen und den Verlust der Topstars Andrea Pirlo, Arturo Vidal sowie Carlos Tevez längst kompensiert hat. Auch, weil Khedira, der im Sommer von Real Madrid kam, gleich eine feste Größe geworden ist.

„Ich halte Sami für einen ganz großen Spieler“, sagte Massimiliano Allegri der Süddeutschen Zeitung, „er ist umsichtig, er versteht es großartig, das Spiel zu lesen und zu animieren.“ Khedira mag langsam wirken, ergänzte der Juve-Coach, aber das sei bei Pirlo früher genauso gewesen. Ein Vergleich, der einem Ritterschlag gleichkommt.

Auch Turins Jungstar Paul Pogba (22) spart nicht mit Lob für seinen Mittelfeldkollegen, den er „unverzichtbar“ nennt. Das war in Bologna zu sehen, wo Juves Torhüter-Legende Gianluigi Buffon zwar zum neunten Mal in Serie zu null spielte, ohne den geschonten Antreiber Khedira aber der Schwung nach vorne fehlte. „Er organisiert viel im Hintergrund, verleiht der Mannschaft Struktur“, sagte Pogba bei Sky: „Ich sage immer: Der Kerl hat fünf Lungen, er läuft für alle mit. Und wenn Sami in der Offensive den Ball fordert, wird es oft gefährlich.“

Gegen die Bayern ist Khedira wieder dabei. Auch der ehemalige Münchner Mario Mandzukic hat seine Oberschenkelverletzung rechtzeitig auskuriert - er wird zumindest auf der Bank sitzen. Keine gute Nachricht für die improvisierte Bayern-Abwehr, die es außerdem mit Morata und „Juwel“ Paulo Dybala zu tun bekommen wird. Defensiv hat Juventus aber ebenfalls Sorgen. In Georgio Chiellini fällt einer der altgedienten „Senatoren“ aus, zudem fehlt Allegri mit Martin Caceres eine weitere Alternative fürs Zentrum.

Und das gegen Müller, gegen Lewandowski. „Müller ist unfassbar effektiv“, sagte Pogba bewundernd, „manchmal fällt er gar nicht so auf, aber dann ist er plötzlich gefährlich. Er ist immer da und macht den Unterschied.“ Allegri fordert von seiner Hintermannschaft „größte Aufmerksamkeit“. Denn diesen Lewandowski, ja, den fürchte er wirklich. Na wenigstens.

dpa/sid

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