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Experte über Kimmich-Lunge: „Folge nach Infiltration bei zu früher Belastung bis hin zu Herzmuskelentzündung“

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Von: Marc Dimitriu

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Joshua Kimmich kämpft mit den Folgen der Corona-Erkrankung.
Joshua Kimmich kämpft mit den Folgen der Corona-Erkrankung. © IMAGO / MIS

Josuha Kimmich hat nach seiner Corona-Erkrankung mit Lungenproblemen zu kämpfen. Ein Experte erklärt die Folgen für den Bayern-Spieler.

München - Nachdem bekannt wurde, dass Joshua Kimmich nach seiner Covid-Erkrankung dieses Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen wird, sind die Sorgen um den Nationalspieler groß. Der Bayern-Star hat offenbar Lungen-Probleme. Es ist von „leichten Infiltrationen in der Lunge“ die Rede.

Kimmich nach Corona-Infektion: Leichten Infiltration der Lunge verhindert schnelles Comeback

Deswegen kann er auch noch nicht voll trainieren. Unter einer leichten Infiltration der Lunge verstehen Intensivmediziner, dass die Bronchien oder die Lungenbläschen von dem Virus betroffen seien, aber die Einschränkungen der Lungenfunktion eher geringer ausfallen.

Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärte gegenüber der Bild, was das für Kimmich genau bedeutet: „Die Bayern haben ‚eine leichte Infiltration’ bekannt gegeben, um nicht genau sagen zu müssen, was exakt dahintersteckt. Es gibt eine Reihe von Corona-Folgen, oft eine Lungenentzündung, die dann eine Infiltration zur Folge hat. In der Regel handelt es sich um Flüssigkeit, in knapp 80 Prozent der Fälle als Reaktion auf entzündliche Prozesse - hier nach der Immunreaktion in Folge von Covid-19.“

Kimmich: Entzündung des Herzmuskels droht - Experte warnt Bayern-Star vor frühem Training

Die Gefahren, die für die Betroffenen nun bestehen, beschreibt Froböse so: „Die Folge der Infiltration ist, dass das Lungenvolumen nicht mehr maximal zur Verfügung steht. Der Körper reagiert auf die Infiltration, also ist eine Entzündung zu erwarten. Das kann bei zu früher Belastung zu massiven Folgen führen – bis hin zur Entzündung des Herzmuskels.“

Laut Prof. Dr. Ingo Froböse wüsste die Wissenschaft, dass Sportler ein erhöhtes Risiko haben, Herzmuskelentzündungen zu bekommen. „Weil sie häufig viel zu früh beginnen und Infekte nicht richtig auskurieren, und weil sie schneller an ihre Belastungsgrenze gehen und ihre Organe schneller belasten. Das ist das Wichtigste: Infekte müssen auskuriert werden! Deshalb ist die Pause für Kimmich jetzt absolut richtig. Andere Organe müssen geschont werden, vor allem, um das wichtige Herz nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.“

Experte sicher: Corona-Impfung hätte Lage bei Kimmich entschärft

Es drohe die Gefahr, dass die Lungenfunktion nachhaltig und langfristig gestört wird. „Kimmich könnte an Gelenken Probleme kriegen – das wäre das kleinere Übel. Das große Übel wären andere Organe – und da Herz und Lunge so eng zusammenhängen, weil die Lunge das Herz versorgt, ist die Gefahr für eine Herzmuskelentzündung deutlich größer. Das ist für einen Sportler eine gravierende Folge, die ihn meist mindestens ein halbes Jahr aus dem Verkehr ziehen würde.“

Wäre der Mittelfeldspieler allerdings geimpft gewesen, hätte die Situation anders ausgesehen, wie Froböse gegenüber der Bild sagte: „Ja! Ich habe das auch vor vier Wochen schon gesagt: ja! Das hat Kimmich leider versemmelt. Durch eine Impfung hätte man solche Folgen vermeiden können.“

Lauterbach wünscht Kimmich gute Genesung - Nagelsmann macht sich keine Sorgen

Auch der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach äußerte sich zu Kimmichs Situation. „So ein Fall zeigt natürlich, wie gefährlich die Infektion ist“, erklärte er Bild-TV. Dies gelte auch, wenn man kerngesund und voll durchtrainiert sei. „Und trotzdem ist das kein Pappenstiel, wenn jemand wie Joshua Kimmich erkrankt.“ Er hätte sich gewünscht, Kimmich hätte sich impfen lassen, dieser habe sich anders entschieden. „Ich glaube, dass es falsch ist, hier Vorwürfe zu machen. Ich hoffe, dass er wieder vollständig gesund wird und im Nationalteam wirklich die Leistung wieder abrufen kann, die er immer abrufen konnte.“

Derweil steht schon der Comeback-Plan für Joshua Kimmich, Sorgen hegt Trainer Julian Nagelsmann bei der angestrebten Rückkehr zu alter Stärke keineswegs. „Es ist nicht so dramatisch, dass man irgendwelche Folgeschäden erwarten kann“, sagte der Bayern-Trainer bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Mainz. „Ich freue mich, wenn er wieder da ist und wieder eingreifen kann. Grundsätzlich ist er psychisch stabil, ihn ärgert es natürlich.“ (md mit dpa)

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