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Quasi-Neuzugang auf Problem-Position? Bayern-Star schlüpft in komplett andere Rolle

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Von: Florian Schimak

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Kingsley Coman (M.) freut sich mit Robert Lewandowski und Alphonso Davies.
Kingsley Coman (M.) überzeugte für Frankreich auf ungewohnter Position. © IMAGO / Sammy Minkoff

Beim FC Bayern drückt gefühlt schon seit Jahren der Schuh auf einer bestimmten Position. Nun könnte ein Offensivspieler die Lösung für das Problem sein.

München/Paris - Was waren das für Zeiten beim FC Bayern, als Willy Sagnol mit seinen Halbfeldflanken fast Legenden-Status bei den Anhängern des Rekordmeisters erreichte. Seitdem haben die Münchner viele Rechtsverteidiger verpflichtet, wirklich glücklich wurde man - außer bei Eigengewächs Philipp Lahm - eigentlich nie.

Mit Benjamin Pavard hat das Team von Julian Nagelsmann zwar einen Spieler, der auf dieser Position Weltmeister wurde. Allerdings sieht sich der 25-Jährige langfristig eher im Abwehrzentrum. Nun könnte allerdings ausgerechnet Didier Deschamps dem FCB-Coach einen großen Gefallen getan haben.

Denn beim 8:0-Kantersieg der Franzosen in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan überzeugte plötzlich ein Star als Rechtsverteidiger, der normalweise eher seine Qualitäten im letzten Spieldrittel hat: Kingsley Coman! Der Flügelflitzer gab im 3-5-2 des Weltmeisters den offensiven Außenverteidiger - und überzeugte nicht nur Nationaltrainer Deschamps.

FC Bayern: Quasi-Neuzugang auf Problem-Position? FCB-Star schlüpft in komplett neue Rolle

So schrieb L‘Equipe fast überschwänglich, Coman habe „die Position revolutioniert“. Auch France TV stellte anerkennend fest, dass sich Deschamps Entscheidung, den eigentlichen Flügelstürmer als offensiven Rechtsverteidiger aufzustellen, „gelohnt habe“. Und was sagt Coman selbst?

„Ich habe ihm (Trainer Didier Deschamps, Anm. d. Red.) gesagt, dass ich es kann“, so der FCB-Star bei Telefoot: „Im Klub habe ich mich mit Ball ein wenig in der gleichen Position entwickelt.“ Allerdings merkte Coman auch an, dass es für ihn „nicht die beste Position“ sei. „Für das erste Mal hat es gut geklappt. Defensiv bin ich nicht der Stärkste, für einen Offensivspieler verteidige ich so gut ich kann“, zog er aber ein für sich zufriedenstellendes Fazit.

Video: Deschamps - Pavard hat „keine euphorische Phase“

Auch Comans Teamkollegen zeigten sich begeistert von seinem Auftritt in neuer Rolle. „Ich habe mich mit Kingsley sehr wohl gefühlt. Er weiß, wie er überall auf dem Spielfeld den Unterschied ausmachen kann“, sagte Innenverteidiger Jules Koundé. Coman als Rechtsverteidiger, wäre das auch eine Option beim FC Bayern?

In der jüngsten Vergangenheit hat Nagelsmann sein Team häufiger in einem hybriden 3-6-1-System auflaufen lassen. Erst am vergangenen Bundesliga-Spieltag gegen den SC Freiburg lief Coman auf dem rechten Flügel neben einer Dreierkette auf. Ganz so neu ist die „Erfindung“ also gar nicht.

Auch Serge Gnabry hatte diese Rolle bereits inne. Nagelsmann hatte diese Positionsspiele schon im Sommer öffentlich geäußert. Für Pavard bedeutet dies, dass er sich strecken muss. Oder aber, dass er seinem Wunsch von der Innenverteidigerposition ein Stück näher kommt. Mit Niklas Süle, Dayot Upamecano, Lucas Hernandez und Tanguy Nianzou stehen allerdings auch vier zentrale Verteidiger unter Vertrag. (smk)

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