Interview

Auch Augenthaler verteidigt Kovac: „Ulis Worte sind nicht nur Luft“

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Der ehemalige Fußball-Nationalspieler und Fußballtrainer Klaus Augenthaler.

Am Mittwoch schaute Klaus Augenthaler beim Training der Bayern vorbei. Im Interview sprach er dann über die aktuelle Trainer-Diskussion.

München - Parade-Bayer Klaus Augenthaler war zwischen 2005 und 2007 Trainer des VfL Wolfsburg. Am Mittwoch schaute er beim Bayern-Training vorbei. Wie er Niko Kovac dabei erlebte und was er zu den aktuellen Trainer-Diskussionen sagt, verrät er im tz-Interview.

Herr Augenthaler, wie kam’s zu Ihrem Besuch des Bayern-Trainings?

Augenthaler: Ich hatte an dem Tag einen Termin an der Säbener, war also nicht zur Trainingsbeobachtung da (lacht).

Niko Kovac hat sich also keine Krisen-Tipps von Ihnen geholt?

Augenthaler (lacht): Nein. Deswegen habe ich auch nie Co-Kommentator gemacht. Weil es immer einfach ist, nach Spielbetrachtungen auf dem Laptop die Spieler hin und her zu schieben. Das Spiel ist so schnell geworden, das hat man auch beim Training am Mittwoch gesehen: Als Spieler hast du nicht mal mehr Zeit, zu überlegen: Nehme ich den Ball an? Spiele ich einen kurzen Pass oder doch lieber einen langen?

Ihr Eindruck von Niko Kovac?

Augenthaler: In der Einheit war eine Energie, ein Tempo drin. Man merkt: Niko ist voller Tatendrang und fährt mit einem großen Siegeswillen nach Wolfsburg. Auch wenn er weiß, dass es nicht einfach wird.

Kann Bruno Labbadia die Bayern noch tiefer in die Krise stürzen?

Augenthaler: Die Mannschaft ist so schlecht nicht, unter Bruno zu einer Einheit geworden - und hat schon gegen starke Gegner gute Resultate geholt! Sie sind dementsprechend motiviert Zu meiner Zeit als Trainer dort hat man gegen Bayern immer null Punkte einkalkuliert - auch wenn wir damals daheim 1:0 gegen Bayern gewonnen haben (lacht).

Schwindet der Respekt vor dem FCB?

Augenthaler: Verbal macht es ganz den Anschein. Als Trainer versucht man natürlich die Ergebnisse der Bayern mit reinzunehmen, um zu zeigen, dass die Bayern auch verwundbar sind. Aber auf dem Platz ist der Respekt vor dem FC Bayern noch absolut vorhanden.

Warum?

Augenthaler: Der Kader hat sich ja nicht verändert im Vergleich zur Vorsaison. Die Qualität ist nach wie vor da, das hat man bei den ersten Spielen ja gesehen.

Kovac steht in der Kritik, Korkut wurde in Stuttgart bereits entlassen. Wie wirkt das auf Sie?

Augenthaler: Ich glaube schon, dass die Vereine es sich da oft zu leicht machen.

Inwiefern?

Augenthaler: Der Trainer alleine hat ja die Mannschaft nicht zusammengestellt. Er kann vielleicht noch zwei, drei Spieler dazuholen. Darum fand ich es gut, dass Uli Hoeneß gesagt hat, er verteidigt Kovac bis aufs Blut, als die ersten Diskussionen aufkamen. Das wird er ja nicht nur verbal kundgetan haben, das wird nach wie vor noch so gelebt beim FC Bayern. Da sind die Worte von Uli Hoeneß nicht nur Luft.

Sind die Spieler mehr in der Pflicht als der Trainer?

Augenthaler: Das werden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mit den Spielern schon besprechen, dass es nicht alleine Trainersache ist. Wenn die Mannschaft die Trainingseindrücke auf den Platz bringt, dann bin ich sicher, dass sie wieder Erfolg hat.

Interview: Manuel Bonke

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Update vom 19. Oktober 2018: Hoeneß, Rummenigge und Salihamidzic heißen die Hauptakteure bei einem überraschend einberufenen Termin. tz.de* berichtet darüber, was die FC-Bayern-Bosse beim Pressetalk verkünden. Dort erfahren Sie auch, wie Sie das kommende Samstagsspiel des FC Bayern im Live-Stream oder im Live-TV sehen können.

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