Implantiertes Erfolgs-Gen

Kommentar: Darum ist Heynckes die Ideallösung

Das wäre ein absolutes Hammer-Comeback. Laut Informationen der „Bild“ soll Jupp Heynckes beim FC Bayern die Nachfolge von Carlo Ancelotti antreten. Eine Rückholaktion des 72-Jährigen wäre die Ideallösung.

Eigentlich wollte er auf seinem Bauernhof am Niederrhein das gemütliche Rentnerdasein genießen. Nun steht Jupp Heynckes wohl kurz davor, auf die große Fußballbühne zurückzukehren.

Thomas Tuchel, Louis van Gaal, Luis Enrique - klangvolle Namen wurden für die Nachfolge von Carlo Ancelotti gehandelt. Nun soll es doch wieder einer werden, der die Säbener Straße wie seine Westentasche kennt.

Heynckes hat das Erfolgs-Gen implantiert

Mit der Rückholaktion von Heynckes hätte der zuletzt gebeutelte Rekordmeister eine Ideallösung gefunden. Der routinierte Fußballfachmann steht wie kein anderer Trainer für den Erfolg beim FC Bayern. Schließlich ist der 72-Jährige Übungsleiter der erste Trainer, der mit einer deutschen Mannschaft das Triple aus Champions League, DFB-Pokal und Deutscher Meisterschaft gewinnen konnte. In diesem Jahr verlief der Saisonstart zwar wenig berauschend, doch noch könnte man mit Heynckes die Rekordsaison 2012/2013 wiederholen.

Zudem: Die Spieler lieben den routinierten Übungsleiter. Gerade die sensiblen Akteure aus dem FCB-Starensemble wie Franck Ribéry oder Arjen Robben dürften eine mögliche Rückkehr des 72-Jährigen begrüßen. Unter Carlo Ancelotti hatten gerade die beiden Altstars die nötigen Streicheleinheiten vermisst.

Ein idealer Platzhalter

Es gibt einen weiteren Grund, warum der Rekordmeister in Heynckes eine ideale Lösung gefunden hat. Mittelfristig dürfte sich der FC Bayern den heftig umworbenen Julian Nagelsmann auf seiner Trainerbank wünschen. Die nächsten Monate dürften die Bosse damit verbringen, dessen weitere Entwicklung zu verfolgen - und gleichzeitig mögliche Alternativkandidaten wie Jürgen Klopp zu sichten, die kurzfristig nicht loszueisen gewesen wären.

Heynckes ist bereits 72 Jahre alt. Ein mögliches Comeback dürfte nicht auf Dauer ausgelegt sein. Vielleicht schon am Saisonende könnte der Trainerfuchs sich wieder dem Rentnerdasein am Niederrhein widmen. Ein idealer und loyaler Platzhalter eben.

Und auch Heynckes weiß, auf was er sich einlässt. Der Allmachtsanspruch der FCB-Granden Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hatte seine Arbeit auch während seiner zurückliegenden Engagements in München nicht beeinflusst. Interne Spannungen sind also auch in einer möglichen vierten Amtszeit des 72-Jährigen nicht zu erwarten. Mit seiner besonnenen Art kann der ehemalige Profi-Stürmer die Münchner wieder in ruhigere Fahrwasser führen.

Lukas Schierlinger

Rubriklistenbild: © dpa

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