Bayern dominiert die Liga

Merkur-Kommentar: Was kommt nach Pep?

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Pep Guardiolas Vertrag läuft im Juni 2016 aus.

München - Der FC Bayern schwebt von Sieg zu Sieg. Dass die Münchner seit Jahren auf der Euphoriewelle surfen, ist auch ein Verdienst von Pep Guardiola. Merkur-Redakteur Marc Beyer überlegt sich, was danach kommt.

Marc Beyer

„Breaking News“ stand auf dem Banner, das über die Bildschirme in der Münchner Interviewzone lief. Die Nachricht des Abends bezog sich aber nicht auf die 26. Meisterschaft des FC Bayern, die seit Sonntag annähernd Faktenstatus besitzt. Gemeint war der FC Liverpool, der sich soeben von seinem Trainer Brendan Rodgers getrennt hatte. Räumlich und sportlich ist Liverpool weit von Bayern entfernt, doch die Erschütterungen in Nordengland könnten sich irgendwann bis nach München auswirken.

Schon zu dessen Dortmunder Zeiten ließ der englische Traditionsklub über den ehemaligen Löwen-Manager Dirk Dufner bei Jürgen Klopp anfragen, ob er sich ein Engagement vorstellen könnte. Er konnte es damals nicht, doch seine grundsätzliche Begeisterung für englischen Fußball ist ebenso belegt wie die Sympathie der Engländer für Klopp. Das kann auch den FC Bayern nicht kalt lassen. Noch immer ist ja vollkommen offen, ob sich dessen Bosse in wenigen Monaten auf dem Trainermarkt umschauen müssen. Ein Mann mit Klopps Vita ist für den Rekordmeister ein logischer Kandidat.

Trainer Guardiola bleibt ein Premiumthema

Wortreich hat Sport-Vorstand Matthias Sammer nach dem 5:1 gegen Dortmund die gute, alte Wagenburg aufgebaut und den Reportern vorgehalten, wie sie den Klub im Sommer mit Identitäts- und Trainerdebatten traktiert hätten. Das geschah damals aus gutem Grund, und auch wenn der fabelhafte Siegeszug der Bayern zuletzt alle anderen Themen in den Hintergrund gedrängt hat, ist speziell der Trainer immer noch ein Premiumthema. Seit Sonntag stellt sich mehr denn je die Frage, ob es für Pep Guardiola überhaupt etwas gibt, was die Bayern ihm nicht bieten können.

Am Geld sollte eine Vertragsverlängerung bei diesem Klub nicht scheitern. Das sportliche Potenzial spricht ebenfalls für den Rekordmeister, dessen Bosse ihn in einer Weise anschmachten, wie sie es noch nicht bei vielen Trainern getan haben. Umso bemerkenswerter ist es, wie bedeckt sich Guardiola hält und wie genervt er reagiert, wenn in der Öffentlichkeit wieder mal das Thema zur Sprache kommt, das für den Verein höchste Priorität hat.

Die Zurückhaltung muss nichts bedeuten, kann aber. Den Bayern bleibt gar nichts anderes übrig, als den Markt zu sondieren. Auf ihrem Niveau ist das eine Aufgabe, um die sie niemand beneidet. Was sollte nach Guardiola noch kommen? Der Kandidat Klopp zum Beispiel steht für eine Art Fußball, den der Katalane längst entschlüsselt und weiterentwickelt hat. Andere haben mit Sprachbarrieren zu kämpfen (Ancelotti), sind vertraglich gebunden (Tuchel) oder haben gerade eine schmerzhafte Trennung hinter sich (Favre). Der Markt ist extrem überschaubar. Für Pep Guardiola ist die Auswahl dagegen groß. Und wie Jürgen Klopp ist er ein Freund des englischen Fußballs.

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