FCB mit geballter Power

Taktik-Analyse: Kovac mit gewagtem Versuch - Müller und Coutinho jetzt häufiger zusammen?

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Thomas Müller sorgte zusammen mit Coutinho, Coman und Perisic für geballte Offensivpower.

Die Aufstellung des FCB gegen Union Berlin warf die Frage auf, ob Niko Kovac seine Bayern zu einem sportlichen Himmelfahrtskommando umfunktioniert hat.

München - In Thomas Müller, Philippe Coutinho als Doppel-Acht, Kingsley Coman und Ivan Perisic bot der Kroate am Samstag geballte Offensivpower auf und ließ Thiago als einzige Sechs ran. Ein gewagtes Unterfangen, schließlich sind die Bayern in den vergangenen Wochen nicht unbedingt für defensive Stabilität bekannt gewesen. Und auch diesmal fingen sich die Münchner ein Gegentor, der letzte Zu-null-Sieg ist mittlerweile fünf Wochen her. Bei Sky war sich der ehemalige Bayern-Spieler Dietmar Hamann auch sicher: „In der Aufstellung mit Thiago und fünf offensiven Spielern davor, so werden wir sie nicht mehr so häufig sehen.“

Im Sturm ließ Bayern oftmals die nötige Kreativität vermissen

Zumal die Bayern trotz geballter Offensivkraft nur selten den Strafraum der Gäste belagerten. Ein Blick auf die zwei Tore der Münchner zeigt zudem, dass es sich bei den Treffern von Benjamin Pavard und Robert Lewandowski nicht um sauber herausgespielte Angriffe handelte, sondern bei beiden Toren auch eine gehörige Portion Glück dabei war. Beim 1:0 unterlief Unions Schlussmann Rafal Gikiewick ein folgenschwerer Patzer beim Verlassen seines Tores, beim 2:0 spielte Lewy einen Doppelpass mit einem Berliner Verteidiger, bevor er die Kugel im Netz der Gäste unterbrachte. Gerade im Sturm ließen die Roten oftmals die nötige Kreativität vermissen und wurden von leidenschaftlich kämpfenden und grätschenden Berlinern ungewohnt einfach am Druckaufbau gehindert.

Experimente gab es allerdings nicht nur vorne, sondern auch hinten. Anstelle von David Alaba beorderte Kovac den jungen Alphonso Davies von Beginn an auf die linke Abwehrseite. Rechts verteidigte Joshua Kimmich, das Zentrum bildeten Jerome Boateng und Pavard. Doch auch gegen den Aufsteiger war die Hintermannschaft des Rekordmeisters nicht immer sattelfest. Sobald Union die erste Pressinglinie überspielt hatte, wurde die Mannschaft von Trainer Urs Fischer gefährlich. Langsam aber sicher entsteht der Eindruck, dass jeder Gegner in diesem Jahr seine Chancen gegen den FCB erhalten wird. Geht es nach den Bayern, so ist aber weiterhin alles in bester Ordnung. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und viele Chancen herausgearbeitet. Leider haben wir nicht viele Tore gemacht. Wir haben Spielkontrolle gehabt, uns in der Verteidigung gut angestellt und nicht so viel zugelassen“, urteile Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Nach dem Sieg der Bayern gegen Union Berlin äußerte sich Thomas Müller zu seiner Situation. Er sprach dabei über „Luftveränderung“. Diese könnte auch Niko Kovac blühen, wenn der FC Bayern dem Gespräch, das mit einem potenziellen Trainerkandidaten geführt wurde, mehr folgen würde.

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