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Bayerns Krisen-Marathon startet: 13 Spiele in sechs Wochen für die Trendwende

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Von: Hanna Raif

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Julian Nagelsmann
Warm anziehen: Auf Bayern Münchens Trainer Julian Nagelsmann kommen anstrengende Zeiten zu. © Tom Weller/dpa/Archivbild

Krisenmodus für den Rekordmeister - jetzt gilt es, das Ruder herumzureißen. Bis zum 12. November stehen 13 Spiele für den FC Bayern München an.

München - An der Wetterlage hat sich in den vergangenen neun Tagen nichts geändert. Grau in grau begrüßte München die zurückgekehrten Nationalspieler am Dienstag, um 11 Uhr hatte Julian Nagelsmann zur ersten Einheit unter dem Motto „Krisenbewältigung“ gebeten. Die Trainingsgruppe war noch überschaubar, die deutschen Nationalspieler etwa und auch diejenigen, die am Dienstag Abend noch in Länderspielen gefordert waren, standen noch nicht auf dem Platz.

Das Motto für die kommenden Wochen – oder auch: die nackte Wahrheit – hatte aber vorab schon jemand formuliert, der noch bis heute Schonfrist hatte. Zitat Thomas Müller: „Na klar ist jetzt für uns Bayern-Spieler der Fokus voll auf den nächsten Wochen. Das wird anstrengend genug.“

FC Bayern: Mehr als vier Tage Pause gibt es bis zum 12. November nie

Für die Richtigkeit dieser Aussage spricht allein das Programm. 13 Spiele in sechs Englischen Wochen stehen bis zum 12. November an, mehr als vier Tage Pause gibt es nie. Vielmehr noch aber stellt die Lage der Liga den auf Platz fünf abgerutschten Serien-Meister vor große Herausforderungen. Ein Aufschwung beim FC Bayern, da ist nicht nur Müller sich sicher, wäre auch für das Selbstvertrauen der Nationalmannschaft mit Blick auf die WM in Katar von Vorteil. Konkret sprach der 33-Jährige „ein natürliches Selbstverständnis, Kombinationssicherheit, Abläufe, auf die man zurückgreifen kann“ an: „Das wäre cool, wenn wir uns das erarbeiten könnten.“

Der Plan, das angeknackste Selbstvertrauen im DFB-Dress wieder aufzupolieren, ist bei der Pleite gegen Ungarn und dem 3:3 in England ja nur bedingt aufgegangen. Immerhin eine beziehungsweise zwei gute Nachrichten aber gab es am Dienstag auch aus dem deutschen Lager: Die wegen einer Corona-Infektion abgereisten Leon Goretzka und Manuel Neuer durften die Quarantäne verlassen – und sind für den Krisengipfel am Freitag gegen Leverkusen bereit. Am Dienstag trainierten sie bereits mit den ersten Rückkehrern – von denen manche Besseres, manche Schlechteres aus der vergangenen Woche zu berichten hatten.

Einige von Bayerns Nationalspielern schieben auch auf der Länderspielreise Frust

Wie die Deutschen von einer Krise in die nächste sind etwa die Franzosen Dayot Upamecano und Benjamin Pavard geschlittert. Der Sieg gegen Österreich (2:0) war nach dem 0:2 in Dänemark so gut wie vergessen, den Abstieg aus der Nations League konnte der Weltmeister nur mit Schützenhilfe abwenden. Ähnliche Gefühle hatte Marcel Sabitzer, der mit Österreich nach der Pleite gegen Frankreich auch gegen Kroatien und Teamkollege Josip Stanisic verlor. Die Kroaten stehen im Halbfinale, für Sabitzer & Co. hieß es: Abstieg.

Nahezu Wellness für die Seele konnten hingegen Matthijs de Ligt und Ryan Gravenberch genießen, die mit den Niederlanden nach zwei Siegen in die Runde der letzten Vier einzogen. Mit Siegen, aber auch Niederlagen im Gepäck kehrten die Jugend-Nationalspieler Paul Wanner und Mathys Tel zurück. Am Dienstag noch im Einsatz waren Alphonso Davies (der im ersten Spiel Kanadas zum 2:0 gegen Katar ein Tor vorbereitet hatte), Noussair Mazraoui (der beim 2:0 gegen Chile nach 22 Monaten sein Comeback für Marokko gegeben hatte) und Sadio Mané. Der Superstar hatte schon beim 2:0 Senegals gegen Bolivien bewiesen, dass er noch treffen kann. Zwar nur per Elfmeter, aber immerhin. Gut für die Laune im – noch – tristen Herbst. Hanna Raif

Wer soll künftig beim FC Bayern die Tore machen? Ein Neuner wird schmerzlich vermisst. Eine interne Lösung involviert einen Außenstürmer.

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