Präsident übt Kritik an Bayern-Boss

Nach Fan-Protest: Jetzt ätzt auch Atletico gegen Rummenigge

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Atletico-Geschäftsführer Miguel Angel Gil Marin

München - Karl-Heinz Rummenigges Forderung nach einer Setzliste, um zu verhindern, dass Großklubs schon früh in der Champions League aufeinander treffen, sorgt nach wie vor für viel Wirbel. Nach den Bayern-Fans schießt nun auch Atletico-Geschäftsführer Gil Marin gegen den FCB-Boss.

Nach wie vor ist nicht überliefert, was genau Karl-Heinz Rummenigge zu seiner folgenschweren Aussage verleitete. War es der Schock beziehungsweise das Adrenalin, das dem Vorstandsvorsitzenden nach dem gerade noch in der Verlängerung verhinderten Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus Turin durch die Adern floss? Oder doch eine gezielte Äußerung, um die Vormachtstellung der Großklubs weiter zu zementieren?

Rummenigge erzürnt Fans und internationale Konkurrenz

"Irgendwann muss bei der UEFA darüber nachgedacht werden, ob man dem Schicksal seinen Lauf lässt oder ob man auch mal über Dinge wie eine Setzliste nachdenkt. Das ist in der Zukunft so nicht mehr tragbar“, polterte Rummenigge in der Nacht nach dem 4:2 der Bayern gegen Juve.

Mit dieser Forderung brachte der Boss des FC Bayern, der auch Vorsitzender der Europäischen Klub-Vereinigung ECA ist, allerdings sogar die eigenen Fans auf die Barrikaden. "'Sportlicher Geist muss alle beseelen, die sich Bayern nennen' - Setzliste? Wildcard? Superliga? Hörts auf mit dem Schmarrn" - dieser Schriftzug war während des Viertelfinal-Hinspiels gegen Benfica Lissabon in großen Lettern im Bayern-Fanblock zu lesen.

Und nicht nur in München, sondern auch in Madrid stößt man sich an der Aussage Rummenigges. Genauer gesagt: bei Atletico Madrid, dem aktuellen spanischen Tabellenzweiten, der sich in der Runde der letzten Acht mit dem Champions-League-Topfavoriten FC Barcelona misst.

Atletico-Manager wittert Verschwörung

Das Hinspiel verlor Atletico im Camp Nou mit 1:2 und machte dafür auch den deutschen Schiedsrichter Felix Brych verantwortlich, der nach der 1:0-Führung der Gäste Atletico-Stürmer Fernando Torres wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot in der 37. Minute vom Platz schickte. Danach drehte Barca das Spiel und verschaffte sich damit eine gute Ausgangsposition für den Einzug ins Halbfinale.

Der Bundesliga-Referee habe mit zweierlei Maß gemessen, beklagte Atletico-Geschäftsführer Miguel Angel Gil Marin in der Nacht zum Mittwoch. "Der FC Barcelona hat eine solche Protektion (durch den Schiedsrichter) nicht nötig", meinte der Vereinsboss in Hinblick auf den Platzverweis für Torres.

Gil Marin äußerte gar den Verdacht, sein Klub könne das Opfer einer Verschwörung sein. "Der FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge will, dass die Klubs ins Halbfinale kommen, von denen er meint, dass sie das Kommando führen“, behauptete der Atletico-Manager. „Und das wird letzten Endes auch eintreten." Der Fußball dürfe jedoch nicht von einer "Diktatur der Großvereine" beherrscht werden: "Der Fußball ist nicht der Erbbesitz der acht großen europäischen Klubs. Der Fußball gehört allen. Wir wollen die gleichen Spielregeln. Der Fußball darf nicht eine Diktatur der Stärksten sein."

Die zehn besten Fußball-Stadien der Welt

dh

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